mini|Mario Savio in Berkeley 1966 Mario Savio (* 8. Dezember 1942 in New York City; † 6. November 1996 in Sebastopol (Kalifornien)) war ein US-amerikanischer Bürgerrechtsaktivist und Wortführer der Studentenbewegung der 1960er Jahre in den USA.

Leben Der Sohn eines Fabrikarbeiters aus Sizilien wuchs in New York City auf und studierte zunächst am Manhattan College und Queens College, ab 1963 dann an der University of California in Berkeley Physik und Philosophie. Im März 1964 wurde er verhaftet, weil er gegen die San Francisco Hotel Association, die Schwarze von manchen Berufen ausschloss, demonstrierte. Im folgenden Sommer arbeitete er als Bürgerrechtler in Mississippi, wo er Afro-Amerikanern beim Eintragen in die Wählerlisten half.

Prominent wurde sein Wirken als Anführer des Berkeley Free Speech Movement. Am 2. Dezember 1964 hielt er eine berühmte Rede: Er kritisierte anhand von Äußerungen des Rektors im Zusammenhang mit den zuvor geschehenen Studentenprotesten, dass der Rektor die Universität wie ein Unternehmen führe und behandle, die Studenten seien wohl das Produkt, das in dieser Fabrik hergestellt würde. Darauf folgte ein berühmt gewordener Satz, nach dem der Betrieb der Maschine (gemeint war zunächst die technokratisch organisierte Universität) manchmal so unerträglich würde, dass man ihn sabotieren, stoppen müsse, um so zu einem gesellschaftlichen Diskurs über ihn zu finden. Der Satz wurde aber später häufig in Hinblick auf die gesamte Gesellschaft interpretiert und verwendet.

Mario Savio wurde daraufhin verwehrt, sein Studium an einer amerikanischen Universität fortzuführen. Deshalb verließ er die USA und fuhr im Herbst 1965 nach England.

1984 und 1989 absolvierte er Bachelor- und Master-Abschlüsse in Physik an der San Francisco State University.

Im Jahr seines Todes unterrichtete er Mathematik und Philosophie an der Sonoma State University. Er starb an den Folgen eines Herzinfarkts.

2004 wurde enthüllt, dass Savio Gegenstand massiver Überwachung durch das FBI war, auch nachdem er das Free Speech Movement verlassen hatte. Nachdem er die Universität Berkeley verlassen hatte, wurde er noch mehr als zehn Jahre beobachtet und als „Schlüssel-Aktivist“ eingestuft.

2010 verwendete die US-Band Linkin Park seine berühmteste Rede im Song Wretches And Kings. Bei Liveauftritten wurde auch die Schwarz-Weiß-Aufnahme seiner Rede gezeigt. Ein Ausschnitt dieser Rede wird auf dem Album Obsolete der Band Fear Factory als Intro des Songs Timelessness benutzt.

Zitate

Literatur Robert Cohen: Freedom’s orator. Mario Savio and the radical legacy of the 1960s. Oxford University Press, Oxford [u. a.] 2009, ISBN 978-0-19-518293-4.

Weblinks

Teil der Rede (englisch) Mario Savio: An End to History

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