mini|Porträt von Dr. Clara Winnicki (1880–1941) Clara Emma Winnicki, auch Clara Emma Winnitzki, Winnizki, Winnicky (* 10. November 1880 in Bern; † 6. Mai 1941Herbrand, geb. Winnitzki, Klara Emma, luth. (Nummer des Buchs) 500, 6.5.(1941). Standesamtsregister Göttingen. in Göttingen Zitat: «Mitte März 1933 wurde dem – deutschen – Ehepaar Dr. August und Dr. Clara Herbrand-Winnicki aus fremden und armenrechtlichen Gründen der Wohnsitz in der Schweiz verweigert, die beiden wurden des Landes verwiesen. […] Die geisteskranke Clara Herbrand-Winnicki wurde aus dem Burghölzli geholt und am 30. August 1933 ‹in Friedrichshafen übergeben›. An der Grenze zu Hitlers Deutschland verliert sich ihre Spur. Sie soll vor 1938 [sic, i. e. 6. Mai 1941] in Göttingen verstorben sein. Ihr Mann, August Herbrand, verschied am 5. März 1948 im Stadtkrankenhaus von Fürstenberg/Mecklenburg.»Sterbeurkunde Fürstenberg in Mecklenburg, Nr. 25/1948 für August Herbrand: Der Verstorbene war verheiratet mit Cläre, geborene Winnicki, verstorben in Göttingen. Quelle: Dossier Winnicki, Dokumentation Universitätsarchiv Bern.Herbrand, Klara, geb. Winnitzki; Geboren: 10. November 1880; Nationalität: keine Angabe; Aufnahme im Landeskrankenhaus: 7. März 1934; Diagnose: Schizophrenie; Entlassen aus dem Landeskrankenhaus: keine Angabe; Verstorben: 6. Mai 1941; Todesursache: Lungentuberkulose; Laufzeit: 1934–1941, Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv, Abteilung Hannover: Signatur: Hann. 155 Göttingen Acc. 2001/117 Nr. 09921.) war die erste diplomierte Apothekerin in der Schweiz mit eigenem Geschäft.
Leben mini|Rundbogenfenster aus dem Jahr 1867 mit Ortsbürgerfamilien der Gemeinde Rothrist (unten links: Winitzky) Zitat: «Abb. 153: In die Rundbogenfenster der reformierten Kirche Rothrist wurden 1867 die Wappen der Ortsbürgerfamilien eingesetzt. Wie die Abbildung zeigt, verfügten nicht alle Familien über ein Familienwappen. Sie setzten einfach ihre Namen in eine Rundscheibe mit leerem Wappenschild. Die Aeschbach und Klöti besassen demzufolge bereits ein Wappen, die übrigen (Winitzky, Binder, König, Schuler, Klunge und Feer) noch nicht.» Clara Emma Winnicki, Tochter des Ingenieurs Leopold Winnicki, Sohn des in OftringenStaatsarchiv Aargau R01.P01/0016 (42): Constantin Winnicki habe sich seit längerer Zeit [18 Monate] bei Abraham Meyer, Fabrikant zu Oftringen aufgehalten und ist zu der Familie in so glückliche Verhältnisse getreten, dass es ihm wünschenswert wird, sich einen heimatlichen Herd zu erwerben und künftighin dem Kanton Aargau als Bürger anzugehören. lebenden naturalisierten polnischen Flüchtlings Constantin WinickiLaut Auskunft des Staatsarchivs Aargau vom 25.10.2023 bemühte sich ein Constantin Winniki um die Einbürgerung in Niederwyl. In den Regierungsratsprotokollen von 1835 befassen sich die Geschäfte 145, 187, 198, 207 und 224 damit. Zitat: «Es wird ein Dekretsvorschlag vorgelegt nach welchem dem Constantin Winiki aus Polen, welcher in Niederwyl einen Bürgerbrief kaufte, die Naturalisation um 300 Franken ertheilt werde. Der Dekretsvorschlag wird […] genehmigt.» aus Bromberg, verheiratet mit Anna MeyerZivilstandsamt Zofingen: Rothrist AG, Bd. I/702, Oftringen AG, Bd. I, 50: Anna Meyer 11.11.1814–14.1.1883.: Tochter von Abraham Meyer, Krämer im Schwarzhaar und der Anna Maria, geborene Zimmerli von Oftringen., und der Sekundarlehrerin Carolina Emma Elisabeth geb. Sulser. In Bern geboren, von Rothrist Zitat: «Heute erloschene Bürgerfamiliennamen […] Winnitzki.», immatrikulierte sie sich am 18. April 1900 an der Universität Bern, um hier als erste Frau der Schweiz Pharmazie zu studieren. Als erste Frau in der Schweiz bestand sie 1905 das eidgenössische Staatsexamen für Apotheker und war damit berechtigt, ein Pharmaziegeschäft zu betreiben. Als zweite Frau in der Schweiz erwarb 1906 die Zürcherin Hedwig Delpy dieses Diplom. In Deutschland war Magdalena Neff 1906 die erste Apothekerin.
Eigene Apotheken Nur mit Mühe fand Winnicki als Frau eine Praktikanten- Zitat: «1902, im Jahr ihrer Assistentenprüfung, wohnte sie in Thun, wo sie vermutlich das Praktikum absolvierte.» und eine Assistentenstelle. 1906 verwaltete sie eine Apotheke in Langenthal. Zitat: «Winnizki, Clara (Apotheke Masson), in Langenthal.» Im gleichen Jahr verkündete das bernische Zivilstandsamt eine beabsichtigte Eheschliessung mit dem Apotheker Ernst Heinrich Rackwitz Zitat: «7. März. Rackwitz, Ernst, Heinrich. Apotheker, Witwer der Elisabeth Sophie geb. Prochnow. von Berlin. Hopfenweg 15, mit Winnitzki, Klara Emma. Apotheker, ledig, von Rothrist (Aargau), Allmendstraße 2.», der jedoch 1907 die Lehrerin Agnes Keller aus Halle ehelichte. 1907 promovierte sie bei Alexander Tschirch über Arzneipflanzen, ihre Dissertation trug den Titel Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der Blüten einiger offizineller Pflanzen. Schliesslich erwarb sie in Biel Zitat: «[…] ließ sich im Eckhause Nidaugasse-Marktgasse 1872 Wilhelm Behrens als Apotheker nieder, nachdem er vorher in der Apotheke Stern angestellt gewesen war. 1877 folgte ihm sein Sohn Georges Behrens-Piquet, und 1889 ging diese Apotheke in den Besitz von Emil Bonjour, der sie an die Apothekerin Winnicke verkaufte. Als 1911 das Haus dem Neubau des Geschäftes Heß weichen mußte, ging auch diese Apotheke ein.», später in Bern Zitat: «7. Dezember. Inhaberin der Firma Dr Clara Winnicki, Brückfeldapotheke in Bern, ist Fräulein Dr. Clara Emma-Winnicki, von Rothrist (Kt. Aargau), wohnhaft in Bern. Apotheke und Drogerie; Neubrückstrasse 11.» Zitat: «Die Firma Dr. Clara Winnicki, Brückfeldapotheke, in Bern (S. H. A. B. Nr. 289 vom 10. Dezember 1914, S. 1854), ist infolge Aufgabe des Geschäftes erloschen.» je eine Apotheke und praktizierte als erste diplomierte und selbstständige Apothekerin. Sie engagierte sich in Standes- und vornehmlich auch in Frauenfragen. Dazu schrieb sie Beiträge in der Fachpresse. Zudem stellte sie Pillen gegen Kopfweh, Blutarmut und Husten her. Zitat: «Sie stellte verschiedene Hausspezialitäten her, für die sie Werbung machte […]» 1912 wurde sie auch als Vizepräsidentin des Damenchors Cäcilia in Biel genannt. Zudem wird sie als Vorstandsmitglied des Vereins für Kinder- und Frauenschutz in Biel erwähnt.
Heirat und Zusammenbruch mini|Apotheke an der Nidaugasse in Biel, die Emil Bonjour an Clara Winnicki verkauft hatte.Doch Winnicki fehlte die kaufmännische Fortüne, sie musste ihre Apotheken wieder schliessen. Schliesslich fand sie Arbeit als Verwalterin einer Apotheke in Adelboden. Zitat: «10. Februar. Inhaber der Firma Dr. August Herbrand, internationale Apotheke, in Adelboden, ist Dr. August Herbrand, von Blumenthal (Rheinland, Deutschland), Apotheker in Adelboden. Apotheke, Drogerie und Sanitätsgeschäft.» Der Apotheker August HerbrandAugust Herbrand von Blumenthal, Preussen [Rheinland]. Geboren am 22. Juli 1869. Sohn des Edmond Herbrand und der Margaretha Junkerstorf. Gestorben am 5. März 1948 im Stadtkrankenhaus von Fürstenberg/Mecklenburg. – Dissertation: August Herbrand: Ueber eine neue Darstellungsweise einiger Lactone der Fettreihe. Diss. Univ. Lausanne, 1898. Signatur: Zentralbibliothek Zürich: UN1898 Ls 28 – Le national suisse. Volume 43, Numéro 74, 31. März 1898: Docteur ès sciences, à M. Auguste Herbrand, de Blumenthal (Prusse rhénane). (1869–1948)Sterbeurkunde Fürstenberg in Mecklenburg, Nr. 25/1948: geboren 22. Juli 1869, verstorben 5. März 1948. Quelle: Dossier Winnicki, Dokumentation Universitätsarchiv BernStandesamt Fürstenberg, Registernummer 25/1948, Kreisarchiv Oberhavel, Signatur: PKB I/C 0023. Die Eintragung erfolgt auf schriftliche Anzeige der Verwaltung des Landeskrankenhauses Fürstenberg. Todesursache: Altersschwäche (Morphinismus).