Final Fantasy XIV (OT: jap. , Fainaru Fantajī Fōtīn), auch bekannt als Final Fantasy XIV Online, ist das zweite MMORPG der Final-Fantasy-Serie. Es wurde vom gleichen Team entwickelt, das auch für Final Fantasy XI verantwortlich war. Final Fantasy XIV ist am 30. September 2010 weltweit für Windows-PC erschienen. Mit der Erweiterung Heavensward wurde das Spiel auch für Mac OS X veröffentlicht, jedoch kurze Zeit später aufgrund von diversen Problemen wieder zurückgezogen. Eine erneute Veröffentlichung fand zusammen mit dem Patch 3.2 „The Gears of Change“ am 23. Februar 2016 statt. Die Unterstützung für den Betrieb des Spiels auf der Plattform Playstation 3 wurde zum Start der zweiten Erweiterung Stormblood, am 20. Juni 2017, beendet.
Final Fantasy XIV erhielt nach seinem Start scharfe Kritik, was zu einer öffentlichen Entschuldigung und einem Austausch der verantwortlichen Produzenten führte. Square Enix gab im Oktober 2011 bekannt, das Spiel umfassend zu überarbeiten und einen Relaunch unter dem Titel Final Fantasy XIV: A Realm Reborn vorzunehmen; dieser erfolgte weltweit am 27. August 2013 in Form einer Standard- und einer Sammleredition. A Realm Reborn ersetzte das ursprüngliche Final Fantasy XIV. Das Spiel brachte eine neue Engine, verbesserte Server-Strukturen, aufpoliertes Gameplay und eine neue Handlung mit sich.
Am 23. Juni 2015 erschien die erste Erweiterung Final Fantasy XIV: Heavensward. Am 20. Juni 2017 wurde die zweite Erweiterung Stormblood veröffentlicht. Am 2. Juli 2019 wurde die dritte Erweiterung Shadowbringers veröffentlicht.
In einem am 6. Februar live ausgestrahlten Trailer wurde der Name der Erweiterung 6.0, Endwalker, bekanntgegeben, die im Herbst 2021 veröffentlicht werden sollte. Nach einer Verschiebung erschien diese am 3. Dezember 2021.
Am 21. April 2024 wurde die Version für Xbox Series veröffentlicht, was das Spiel einer noch breiteren Spielerschaft zugänglich machte.
Spielmechanik Der generelle Spielablauf ähnelt dem von Final Fantasy XI. Im Spiel wird Fortschritt durch das Absolvieren von Missionen und Aufträgen erzielt. Diese Missionen decken die Handlung des Spiels portionsweise auf und erlauben das gemeinsame Spielen mit anderen Spielern. Die Stadtstaaten der Welt Eorzea dienen als Treff- und Sammelpunkte der Spieler, von wo aus sie gemeinsam ihre Missionen antreten, sich unterhalten, Gilden besuchen oder Freizeitaktivitäten nachgehen. Die Zeit verläuft dabei nicht in Echtzeit, sondern ein voller Tag im Spiel dauert 72 Minuten in Echtzeit.
Gildenfreibriefe Die Missionen werden in Form von Gildenfreibriefen ausgeschrieben. Es sind rechteckige Karten aus farbigem Kristall, die von der Abenteurergilde herausgegeben werden und die Abenteurer zu Aufträgen berechtigen. Sie sind in wertvolle Metallrahmen eingearbeitet und zeigen die Schutzheiligen Eorzeas samt ihren Tugenden. In jeder Schänke können sich die Abenteurer verschiedene Freibriefe zeigen lassen, die ihren Fähigkeiten und ihrem Status entsprechen. Für die Erfüllung von schwierigen Aufträgen können sich Abenteurer zusammenschließen, um von ihren Privilegien zu profitieren. Wenn alle verschiedene Freibriefe mit sich bringen, können diese zu einer Kampagne kombiniert werden. Insgesamt gibt es acht Kategorien von Freibriefen, die verschiedene ehrenhaft Tugenden wie Tapferkeit, Beständigkeit, Zuverlässigkeit oder Hingabe repräsentieren und entsprechende Aufträge und Missionen unter sich bündeln.
Ausrüstung Das Ausrüstungssystem ist der Dreh- und Angelpunkt in Final Fantasy XIV, da es den Spielstil der Abenteurer beeinflusst und an ihre Entwicklung gekoppelt ist. Durch das bloße Ändern von ausgerüsteten Waffen oder Werkzeugen kann nicht nur der Spielstil und die damit einhergehenden aktiv verwendeten Fertigkeiten geändert werden, sondern auch die äußere Erscheinung. Durch dieses Prinzip kann sich der Spieler jederzeit optimal auf die Situation einstellen, wobei jedoch ein Wechsel der Waffen nur außerhalb von Kämpfen erfolgen kann. Jede Waffe und jedes Werkzeug beinhaltet bestimmte spezifische Fähigkeiten, die zur Disziplin passen und die durch häufigen Gebrauch effektiver werden. Ausrüstungsgegenstände haben hier, im Gegensatz zum jeweiligen Klassenlevel, keine Möglichkeit zum leveln. Man kann diese aber im weiteren Spielverlauf mit sogenannten Materia verstärken.
FATEs Ein Full Active Time Event (meistens abgekürzt als F.A.T.E. oder FATE) sind große, öffentliche Events, die zufällig in der gesamten Welt auftauchen und bei erfolgreicher Absolvierung Belohnungen ausgeben. Es gibt verschiedene Arten von FATEs, wie Patrouillengänge, Kämpfe gegen bestimmte Gegner oder Bosskämpfe. Jeder Kartenabschnitt im Spiel beinhaltet verschiedene FATEs, je nachdem wie viel Spieler sich dort aufhalten, wird die Schwierigkeit und Anzahl angepasst. Die FATEs sind eine der schnellsten Möglichkeiten, um im Level zu steigen, Gil und Staatstaler zu verdienen. Die FATE-Level sind angepasst an die im Umkreis befindlichen Monster und Spieler, dessen Stufe zu hoch ist, müssen sich erst an die Niveau des FATEs anpassen, um teilnehmen zu können. Daneben gibt es zusätzlich spezielle seltene Ereignisse, die ganz spezielle Belohnungen vergeben.
Disziplinen und Lebensstil Durch die Ausrüstungsgegenstände werden den Abenteurern bestimmte Disziplinen zugesprochen, die weitestgehend bestimmten Charakterklassen aus anderen Teilen der Serie entsprechen. Dabei können diese Disziplinen in vier große Gruppen eingeteilt werden: Die „Krieger“, die ihr Heil mit Waffen in der Schlacht suchen; die „Magier“, die sich seltsamer Artefakte bedienen und sich der Erforschung der magischen Künste verschrieben haben; die „Sammler“, die im Gelände arbeiten und der Natur ihre Schätze abringen; und die „Handwerker“, die sich mit ihren Werkzeugen auf das Herstellen von Gütern verstehen. Das Ausrüstungssystem lässt dabei jedem Spieler die Wahl, ob er sich spezialisieren oder ein Allrounder sein möchte.
Dabei ist zu beachten, dass all diese Disziplinen Teile eines funktionierenden Sozialsystems sind, in welchem sich die Bewohner der Spielwelt selbständig mit Lebensmitteln und Ausrüstungsgegenständen gemäß ihrer Fähigkeiten versorgen. Ein Gladiator kann beispielsweise ein Monster erlegen und das Fleisch zu einem Gourmet bringen, aus dem dieser dann Nahrung erzeugt und sie verkaufen kann. Das Tierfell bringt er zu einem Gerber und lässt sich daraus eine Rüstung herstellen. Oder ein Gärtner findet beispielsweise in den Wäldern gewisse Zutaten, die er sich von einem Alchemisten aufbereiten lassen kann.
Kurz vor dem Neustart des Spiels, mit Patch 1.21, wurden zusätzlich auch erweiterte Klassen (Jobs) aus früheren Spielen der Final-Fantasy-Reihe integriert. Sie können ausgeübt werden, wenn bestimmte Kombinationen der Erfahrungen in den ausgeübten Disziplinen erreicht werden. Nach Abschluss einer daraufhin verfügbaren Jobquest erhält der Spieler einen entsprechenden Jobkristall, der beim Ausrüsten den Wechsel in den jeweiligen Job ermöglicht. Neue Jobs werden regelmäßig mit jeder Erweiterung hinzugefügt, wobei die, die mit und nach der Heavensward-Erweiterung integriert wurden, nicht mehr bestimmte Grundklassen voraussetzen. Mit Patch 4.0 Stormblood wurde für bestehende Jobs die Grundklassenvoraussetzungen auf nur eine bestimmte Disziplin reduziert.
Die folgende Auflistung zeigt die verschiedenen Disziplinen (und gegebenenfalls die daraus erlernbaren Jobs) auf. Krieger Verteidiger Gladiator -> Paladin Marodeur -> Krieger Dunkelritter (3.0) Revolverklinge (5.0) Bastion (8.0) Nahkämpfer Faustkämpfer -> Mönch Pikenier -> Dragoon Schurke -> Ninja (2.4) Samurai (4.0) Schnitter (6.0) Viper (7.0) Bestienbändiger (7.56, Beschränkt) Physischer Fernkämpfer Waldläufer -> Barde Maschinist (3.0) Tänzer (5.0) Magier Heiler Druide -> Weißmagier Hermetiker -> Gelehrter (2.0) Astrologe (3.0) Weiser (6.0) Magischer Fernkämpfer Thaumaturg -> Schwarzmagier Hermetiker -> Beschwörer (2.0) Rotmagier (4.0) Piktomant (7.0) Blaumagier (4.5, Beschränkt) Nichtkampf-Disziplinen Handwerker Zimmerer Grobschmied Plattner Goldschmied Gerber Weber Alchemist Gourmet
Sammler Minenarbeiter Gärtner Fischer
Charaktererschaffung Final Fantasy XIV bietet ein einfaches, aber dennoch umfassendes System zur Charakterkreation. Bei der Charaktererstellung stehen Feinheiten wie Augengröße und -farbe, Haut, Haartyp und -farbe sowie Strähnen und Farbverläufe zur Auswahl und weiterhin die Formen von Augen, Mund und Nase. Außerdem können noch Extras wie Tätowierungen oder Narben gewählt werden. Zusätzlich können bestimmte Aktionen im Spiel dauerhafte Auswirkungen auf das Aussehen haben. Neben der Rasse, die gleich als erstes bestimmt wird, muss auch ein Geschlecht sowie die Zugehörigkeit zu einem von jeweils zwei Clans gewählt werden, was ebenfalls weitere äußerliche Unterschiede mit sich zieht.
Insgesamt ergeben sich durch Rasse, Geschlecht, Clan und Grundtyp bereits 80 verschiedene Möglichkeiten, die durch die Gesichtsparameter weiter individualisiert werden können. Zum Abschluss muss eine Startdisziplin, ein Server, der individuelle Glückstag und der angebetete Gott der Zwölf gewählt werden.
Spielwelt In *Final Fantasy XIV* gibt es eine Welt namens Eorzea, die ursprünglich den Kontinent Aldenard beherbergt. Diese Welt wird in der Erweiterung *Endwalker* weiter erkundet, wo Spieler mehr über die ursprüngliche Welt, Ætheris, erfahren können. Eorzea ist reich an verschiedenen Landschaften und beherbergt eine Vielzahl von Rassen, ähnlich denen in *Final Fantasy XI*. Spieler können zwischen verschiedenen Stadtstaaten wählen, darunter Gridania im Osten Aldenards, Limsa Lominsa im Süden der Insel Vylbrand und Ul’dah weit im Süden Aldenards in den Felswüsten. In den Erweiterungen *Heavensward*, *Stormblood* und *Shadowbringers* können Spieler verschiedene neue Gebiete erkunden, darunter Ishgard, Ala Mhigo, Doma und Norvrandt, die jeweils mit einzigartigen Landschaften und Geschichten aufwarten.
Rassen Bei den Rassen ist die Ähnlichkeit zu denjenigen aus Final Fantasy XI auffällig, was von den Entwicklern auch beabsichtigt ist. Einerseits haben sich diese Rassen bezüglich der Spielbalance bewährt, andererseits sollen sich Spieler schnell zurechtfinden.
Die Rassen haben jeweils zwei Unterarten, welche sich ausschließlich in unterschiedlichen optischen Anpassungsmöglichkeiten unterscheiden.
Durch die Erweiterungen „Heavensward“ und „Shadowbringers“ werden die Au Ra sowie die Hrothgar und Viera als spielbare Rassen freigeschaltet.
Die folgenden Rassen stehen zur Auswahl:
Hyuran (ヒューラン Hyūran)
Ein menschenähnliches Volk, das früher außerhalb von Eorzea lebte und über große Völkerwanderungen in der Vergangenheit nach Eorzea strömte. Es teilt sich in die Volksstämme Wiesländer und Hochländer. Die Wiesländer machen die große Mehrheit der Hyuran aus und sind in ganz Eorzea anzutreffen. Die Hochländer sind seltener anzutreffen und zeichnen sich dadurch aus, dass sie größer und muskulöser sind als die Wiesländer.Offizielle Webseite zu den Charakteren, abgerufen am 28. September 2015
Elezen (エレゼン Erezen)
Ein elfenähnliches Nomadenvolk, das auch als Ureinwohner Eorzeas gilt. Früher bestand zwischen ihnen und den Hyuran ein Kriegszustand um deren Territorien, doch heute sind sie beisammen. Die Elezen teilen sich in die beiden Volksstämme Erlschatten und Dunkelalben, wobei sich hier eine starke Rivalität zeigt. Während sich die Erlschatten an den Gründungen von Städten beteiligten, zogen sich die Dunkelalben weiter in den dämmrigen Höhlen der Waldgebiete Eorzeas zurück.
Lalafell (ララフェル Raraferu)