Rogojni () ist eine kleine Waldsiedlung () in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Landgemeinde Kowale Oleckie (Kowahlen, 1938 bis 1945 Reimannswalde) im Powiat Olecki (Kreis Oletzko, 1933 bis 1945 Kreis Treuburg).
Geographische Lage Rogojny liegt im Nordosten der Woiwodschaft Ermland-Masuren westlich des Jezioro Piłwąg (Pillwungsee) im Borkener Forst (auch: Borker Heide, ), 25 Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Marggrabowa (1928 bis 1945: Treuburg, ).
Geschichte Das Forsthaus RogonnenDietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen: Rogonnen, Forsthaus (2005) wurde im Jahre 1775 erstmals erwähnt. Vor 1785 nannte man den kleinen Ort auch Romanowen, nach 1785 hieß er Thurowen, danach bis 1945 Rogonnen. Mit diesem Namen war er vor 1945 immer auch Teil der Landgemeinde Rogonnen ()heute im Bereich der Gmina Świętajno (Schentainen, 1938 bis 1945 Altenkirchen) gelegen, mit der er bis 1945 zum Kreis Oletzko – 1933 bis 1945 umbenannt in „Landkreis Treuburg“ – im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. 1874 war Rogonnen in den Amtsbezirk Haasznen (1936 bis 1938: Haaschnen, 1938 bis 1945: Haschnen, , nicht mehr existent) eingegliedert,Rolf Jehke: Amtsbezirk Haasznen/Rogonnen noch vor 1908 wurde die Landgemeinde Rogonnen selbst Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Rogonnen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Rogonnen stimmten 381 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfiel keine Stimme.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland - Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 66
In Kriegsfolge kam das Forsthaus Rogonnen mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und heißt jetzt „Rogojny“ - osada leśna. Es liegt im Schulzenamtsbereich () Czerwony Dwór (Rothebude) im Verbund der Landgemeinde Kowale Oleckie im Powiat Olecki in der Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Kirche Das Forsthaus Rogonnen war vor 1945 in das Kirchspiel der evangelischen Kirche zu CzychenWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 484 (1938 bis 1945: Bolken, ) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union bzw. in die katholische Pfarrei Marggrabowa (1928 bis 1945: Treuburg, ) im Bistum Ermland eingepfarrt. Heute gehört die Waldsiedlung Rogojny zur Pfarrkirche in Cichy im Bistum Ełk (Lyck) der Katholischen Kirche in Polen bzw. zur Kirche Gołdap (Goldap) in der Pfarrei Suwałki in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Verkehr Rogojny liegt an einer untergeordneten Nebenstraße, die das Zentrum des Borkener Forsts (auch: Borker Heide, ) bei Leśny Zakątek (Waldkater) mit Borki (Borken), dem Dorf Rogojny (Rogonnen) und Dybowo (Diebowen, 1938 bis 1945 Diebauen) verbindet. Eine Bahnanbindung existiert nicht.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Kowale Oleckie