Die Verschwörung zu Genua, oftmals mit der Namensvoranstellung Fiesco bedacht, ist ein 1920 entstandenes, deutsches Stummfilmdrama von Paul Leni mit großer Starbesetzung. Es basiert auf der Theatertragödie Die Verschwörung des Fiesco zu Genua von Friedrich Schiller.
Handlung Genua zur Zeit der Spätrenaissance, im Jahr 1547. Fiesco, der Graf von Lavagna, plant den Sturz des alten, sich wie ein allmächtiger Alleinherrscher gerierender und regierenden Dogen von Genua, Andrea Doria. Dazu ist ihm keine Palastintrige zu abgefeimt und jedes Mittel recht. Selbst der verführerischen Nichte des Dogen, Gräfin Julia Imperiali, wird eine Rolle in seinem Schurkenstück zugedacht. Fiescos treuester Verbündeter ist Verrino, der durch den geplanten Putsch den Republikgedanken durchsetzen und die tyrannische Allmacht beenden möchte. Schließlich kommt es zur allgemeinen Aufruhr, eine erregte Masse, die Bürger Genuas, stürmt die weiß schimmernden Stufen zu dem prachtvollen Tor des Dogenpalastes hinauf. Ein Schrei ertönt, und der Pöbel ist nicht mehr zu halten und stürmt mit revolutionärem Gebrüll gegen die Festung, die einzig noch von einer treu ergebenen Schweizergarde verteidigt wird. Der Doge ist abgetaucht, stattdessen erscheint dessen Neffe, der verhasste Gianettino Doria, zugleich Erbe und Kronprinz. Eine Mauer des Protestes aus den winkeligen Gassen der von überall herströmenden Menschenmassen schwillt ihm entgegen.
Man wirft dem Herrscher vor, die Verfassung gebrochen zu haben und fürchtet, dass dem Alten bald der als skrupelloser und noch schlimmerer Tyrann gefürchtete Neffe mit Anspruch auf die Dogenwürde folgen könnte. Unter dem Schutz der Bajonette seiner Leibgarde steigt Gianettino die Treppe hinab. Eine ehrwürdige Gestalt, der vom Volk verehrte Verrino, löst sich aus der Masse und tritt dem Dogenanwärter mutig entgegen. Tausende Hände recken sich zum blauen Himmel Genuas empor und stärken dem republikanischen Herausforderer dadurch moralisch den Rücken. Was Verrino jedoch nicht ahnt, ist, dass Fiesco längst sein eigenes Spiel spielt. Dieser plant nicht im mindesten, die Herrschaft dem Volke zurückzugeben und die Tyrannei zu beenden. Vielmehr gedenkt er, den einen Tyrannen durch den anderen, nämlich sich selbst, auszutauschen und neuer Alleinherrscher über Genua zu werden. Als Verrino von Fiescos finsteren Machenschaften erfährt, stürzt er den Verräter seiner und des Volkes Ideale ins Meer und in den Tod. Der alte, abgesetzte Doge erhält sein Amt zurück, vom schnell vergessenden Volk umjubelt.
Produktionsnotizen Die Verschwörung zu Genua entstand im Herbst 1920. Der Sechsakter mit einer Länge von 2505 Metern passierte die Filmzensur am 23. Februar 1921 und wurde mit Jugendverbot belegt. Die feierliche Uraufführung des von der UFA verliehenen Films fand am 25. Februar 1921 im Ufa-Palast am Zoo statt.
Regisseur Leni entwarf darüber hinaus auch die Filmbauten, die von Karl Görge ausgeführt wurden. Ernő Metzner kreierte die Kostüme.
Kritiken
Paimann’s Filmlisten resümierte: „Stoff, Photos (herrliche Beleuchtungseffekte), Spiel und Szenerie (großartige Massenszenen) ausgezeichnet. (Ein Schlager I. Ranges.)“ In: Paimann‘s Filmlisten
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1921 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Stummfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Friedrich-Schiller-Verfilmung