mini|Villa Max in Ammerland Die sogenannte Villa Max in Ammerland, einem Gemeindeteil von Münsing im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, wurde 1868Landhaus, Künstlervilla Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege, DenkmalAtlas 2.0, abgerufen am 29. Juli 2021 als Landhaus errichtet und 1875 von Gabriel von Max gekauft. Der Künstler nutzte das Haus bis 1893, dem Jahr seiner Scheidung, als Sommerfrische, dann zog er nach Ambach, wo er mit seiner zweiten Frau in einer weiteren Villa Max lebte. Die Villa mit der Adresse Südliche Seestraße 29 ist ein geschütztes Baudenkmal.

Beschreibung Der zweigeschossige teilverschalte Flachsatteldachbau in historisierenden Formen mit Giebelrisalit besitzt Balusterbalkone und Putzgliederung.Landhaus, Künstlervilla Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege, DenkmalAtlas 2.0. Abgerufen am 29. Juli 2021 1875 erwarb Gabriel von Max das Gebäude von der Krämer’schen Kreditkasse in Uffenheim und ließ es 1876/77 durch ein dreistöckiges Treppenhaus an der Ostseite erweitern. An der Westseite ließ er einen vorgezogenen Balkon mit darunter liegender Laube anlegen. Gegenüber der neuen Eingangstür ließ er ein kleines Gartenhaus errichten. Später folgte ein Gästehaus an der Nordseite der Villa, sodass ein Ensemble mit kleinem Hof entstand. Laut Erinnerungen von Colombo Max, einem der Söhne, arbeitete sein Vater nie, wenn die Familie im Sommerhaus in Ammerland war.Percy Adlon: Im Haus des Affenmalers, Dokumentarfilm, BRD 1980 Das erklärt, warum Gabriel von Max kein Atelier im Haus einrichtete.

Geschichte Das Anwesen blieb im Besitz der Familie. Anfang der 1970er Jahre wurde das Landhaus modernisiert und durch Umbauten in drei Eigentumswohnungen umgewandelt. Zudem wurde im Erdgeschoss ein Zimmer nach historischen Bildern und Fotografien dem früheren Zustand nachempfunden und die Denkmalbehörde darauf aufmerksam gemacht. Dennoch wurden 1980 der Nordteil des Grundstücks mit dem Gästehaus verkauft, das bald darauf abgerissen und durch einen Neubau in nur drei Meter Abstand ersetzt wurde. Das von Gabriel von Max geschaffene Ensemble wurde dadurch zerstört.Thomas Horsmann, Villa Max in Ammerland seit 25 Jahren ein Zankapfel, 19. September 2021 auf www.merkur.de

Geplanter Abriss In den Jahren 1995/96 kaufte eine Münchner Familie die Eigentumswohnungen der Villa nach und nach auf. Wegen des schlechten Zustands blieb das Gebäude ungenutzt.Guido Kleinhubbert: Geistertanz am See. In: Der Spiegel vom 8. Juni 2019, S. 114–115.Schöner als verfallen Süddeutsche Zeitung vom 25. März 2021. Abgerufen am 29. Juli 2021. Den Abrissplänen der BesitzerinBenjamin Engel, Landrat begründet Abrissverbot für Max-Villa, 9. Januar 2012 auf www.sueddeutsche.de (Digitalisat) wurde im Jahr 2013 eine juristische Anordnung der Instandsetzung entgegengesetzt.Villa Max: Juristische Anordnung der Instandsetzung, 10. September 2013 auf www.ostuferschutzverband.de Der Internationale Rat für Denkmalpflege ICOMOS, ein Teil der UNESCO, protestierte gegen den drohenden Abriss.Katja Riedel: Villa Verdruss, in: Süddeutsche Zeitung vom 29. März 2011 Im Rahmen des „Tages des verrotteten Denkmals“ wurde vor dem Gebäude protestiert, da angeblich Dach und Dachrinne undicht seien, was sich jedoch später als falsch herausstellte.In großer Sorge um die Villa Max, 16. September 2014 auf www.merkur.de Vor Gericht wurde die Behauptung, dass die Besitzer die Villa unter Missachtung des Denkmalschutzes verfallen lassen, als falsch nachgewiesen.Andreas Salch, Schöner als Verfallen, 25. März 2021 auf www.sueddeutsche.de Das Gebäude wird regelmäßig durch den Kreisbaumeister überprüft. Verschiedene Gutachter stellten unterdessen fest, dass der beim Bau verwendete Mörtel keiner größeren Belastung standhalte und dass ein längerer Aufenthalt im Haus wegen Giftstoffen in der Raumluft wie krebserregende Asbestfasern, polyaromatische Kohlenwasserstoffe und Benzo(a)pyren sowie Blei in hohen Konzentrationen nicht anzuraten sei.Thomas Horsmann, Villa Max in Ammerland seit 25 Jahren ein Zankapfel, 19. September 2021 auf www.merkur.de

Literatur

Ernst Götz u. a. (Bearbeiter): Georg Dehio (Begründer): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern. 2. Auflage, Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 2002, ISBN 3-422-03010-7, S. 40.

Weblinks

Einzelnachweise

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