Die Zeche Vereinigte Constantin der Große war ein Steinkohlenbergwerk in Bochum und Herne. Das Bergwerk wurde ab dem Jahr 1953 nur noch Zeche Constantin der Große und später nur noch Zeche Constantin genannt. Die Gewerkschaft Vereinigte Constantin der Große gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikats. Die Zeche Vereinigte Constantin der Große war über 100 Jahre in Betrieb. Das Bergwerk gehörte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Zechen des Regierungsbezirks Arnsberg.

Geschichte mini|Geschichte der Anlage 4/5, Tafel am Zugang von der Waldstraße

Die Anfänge Im Jahr 1844 erfolgte die Mutung des Feldes Joachim. Im Jahr 1846 erfolgte die Mutung der Felder Bochum und Apollonia. Die Felder wurden 1847 vereinigt zu Constantin der Große. Im selben Jahr wurde mit den Teufarbeiten für einen Schurfschacht begonnen, allerdings wurden diese Arbeiten noch im selben Jahr wieder eingestellt. Am 15. August 1849 wurde die Gewerkschaft unter dem Namen „Gewerkschaft des Steinkohlen- und Bleierz-Bergwerks ver. Constantin der Große“ gegründet. Sitz der Gewerkschaft war Bochum. Lehensträger wurde der Hüttendirektor Johann Dinnendahl aus Dülmen. Die meisten Anteilseigner der Gewerkschaft waren Geschäftsleute und Handwerker aus dem Ruhrgebiet. Die Gewerkschaft hatte sich zur Aufgabe gemacht, die drei gemuteten Felder auszubeuten. Im Jahr 1850 wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht 1 begonnen. Der Schacht wurde in Bochum-Riemke, östlich der Herner Straße angesetzt. Im Jahr 1851 kam es im Schacht bei einer Teufe von 26 Metern zu starken Wasserzuflüssen. Im Jahr 1852 wurde bei einer Teufe von 63 Metern das Karbon erreicht. Im Jahr darauf wurde bei einer Teufe von 109 Metern (- 31 m NN) die 1. Sohle als Wettersohle, angesetzt. Im Jahr 1854 wurden die ersten Kohlen gefördert. Der Schacht wurde tiefer geteuft und erreichte bis zum Ende des Jahres eine Teufe von 77 5/8 Lachtern. Außerdem musste die undichte Schachtmauer abgedichtet werden. Im selben Jahr wurden die Felder Apollonia, Burgsteinfurt und Constantin der Große verliehen. Das Bergwerk gehörte zu diesem Zeitpunkt zum Märkischen Bergamtsbezirk und dort zum Geschworenenrevier Bochum. Im Jahr 1856 erreichte der Schacht eine Teufe von 95 Lachtern. In dieser Teufe wurde die Sumpfsohle angesetzt. Bei einer Teufe von 90 Lachtern wurde die erste Tiefbausohle angesetzt. Außerdem wurde in diesem Jahr das Feld Joachim verliehen. Die Wettersohle wurde weiter ausgerichtet und im Südflügel des Grubenfeldes wurden mehrere Flöze angefahren.

Die ersten Betriebsjahre Im Jahr 1857 wurde mit der regelmäßigen Förderung begonnen und es wurden die Ausrichtungsarbeiten weiter geführt. Die Gewerkschaft wurde von der Bergbehörde angewiesen, einen weiteren Schacht zur Verbesserung der Wetterzirkulation abzuteufen. Am 11. April des darauffolgenden Jahres wurden die Felder Dülmen, Burgsteinfurt und Coesfeld unter dem Namen Vereinigte Constantin der Große konsolidiert. Im selben Jahr wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht 2 begonnen, der 350 Meter nordwestlich von Schacht 1, westlich der Herner Straße angesetzt wurde, aber bereits bei einer Teufe von 15 Metern bis 1859 gestundet werden musste. Mittlerweile waren die Fundamente für die Wasserhaltungsmaschine fertig gestellt worden. Auf der Wettersohle und der ersten Tiefbausohle von Schacht 1 gingen die Aus- und Vorrichtungsarbeiten weiter voran. Da es zu Wasserzuflüssen von bis zu 85 Kubikfuß pro Minute kam, war man gezwungen, im nördlichen Wetterquerschlag einen Wasserdamm zu erstellen. Im Jahr 1861 erhielt das Bergwerk einen Eisenbahnanschluss. und es wurde an Schacht 1 eine Wasserhaltungsmaschine installiert. Auf Schacht 1 wurde in den Flözen Sonnenschein und Dickebank abgebaut. Aufgrund der guten Verhältnisse konnte eine Leistung von sechs bis sieben Tonnen pro Mann und Schicht erzielt werden.

Im Jahr 1863 wurden die Teufarbeiten an Schacht 2 wieder aufgenommen; es wurde weiter im Mergel bis auf eine Teufe von 26 Lachtern geteuft. Auf der 2. Sohle wurden die Ausrichtungsarbeiten im Flöz Sonnenschein westlich der westlichen Hauptstörung weiter geführt. Auch im Flöz Dickenbank liefen die Arbeiten weiter. Im Jahr darauf erreichte der Schacht bei einer Teufe von 73 Metern das Karbon. Im Jahr 1865 wurden im Schacht 2 bei einer Teufe von 109 Metern die 1. Sohle, bei einer Teufe von 151 Metern (- 73 m NN) die Mittelsohle und bei einer Teufe von 195 Metern (- 117 m NN) die 2. Sohle angesetzt. Im Schacht wurden ab einer Teufe von 86 Lachtern bis zur 2. Sohle der östliche Stoß um 24 Zoll erweitert, um an dieser Stelle später einen Drucksatz einbauen zu können. Am Schacht 2 wurde eine Zwillingsdampfmaschine mit einer Leistung von 150 PS als Fördermaschine installiert. Im Jahr darauf wurde im Schacht 2 mit der Förderung begonnen. In diesem Jahr erzielte das Bergwerk zum ersten Mal Ausbeute. Im Jahr 1867 wurde das Bleierzfeld Münster verliehen. Im selben Jahr kam es an Schacht 1 zu einem Defekt an der Wasserhaltungspumpe. Aufgrund des Defektes soffen die Grubenbaue ab und mussten bis Dezember 1868 gesümpft werden. Am 1. Januar 1869 wurde die Förderung wieder aufgenommen. Im selben Jahr konsolidierten die Felder Coesfeld, Burgsteinfurt, Dülmen und Münster. Die Gewerkschaft Vereinigte Constantin der Große wurde noch in diesem Jahr in eine Gewerkschaft mit tausend Anteilen umgewandelt.

Der weitere Betrieb mini|Ein Denkmal für die katholischen (links) und evangelischen (rechts) Bergleute des Unglücks von 1889. mini|Kux-Schein der Gewerkschaft Ver. Constantin der Grosse vom 20. April 1929 Im Jahr 1870 erfolgte auf der 2. Sohle der Durchschlag zwischen den Schächten 1 und 2. Am 13. Mai desselben Jahres wurde ein Lösungsvertrag mit der Gewerkschaft Rudolph geschlossen. Da die Zeche Rudolph keinen eigenen Schacht besaß, wurde Constantin der Große durch den Lösungsvertrag berechtigt, im Grubenfeld von Rudolph die Kohlenvorräte abzubauen. Noch im selben Jahr wurde von Schacht 1 aus mit dem Abbau der Kohlenvorräte im Feld Rudolph begonnen. Die Ausbeute wurde zwischen beiden Gewerkschaften aufgeteilt. Am 14. Februar 1872 kam es im Schacht 2 zu einem Brand, dies führte dazu, dass der Schacht für sechs Monate außer Betrieb gesetzt wurde. Im selben Jahr wurde das Bleierzfeld Sedan verliehen. Aufgrund der günstigen wirtschaftlichen Entwicklung kam die Gewerkschaft Constantin der Große im Jahr 1873 zum Ausgleich der bisherigen Zubußen. Noch im selben Jahr wurden die Teufarbeiten an den Schächten 1 und 2 wieder aufgenommen und beide Schächte wurden tiefer geteuft. Im Jahr 1874 wurde in beiden Schächten bei einer Teufe von 293 Metern (- 215 m NN) die 3. Sohle angesetzt. Im Jahr darauf wurde auf dem Gelände von Schacht 2 die erste Aufbereitungsanlage installiert. Im Jahr 1880 wurden an Schacht 1 die Teufarbeiten weiter geführt und der Schacht wurde tiefer geteuft. Am 1. Januar 1881 wurde eine Privatkokerei gekauft. Diese Kokerei war schon mehrere Jahre auf dem Gelände von Schacht 2 betrieben worden. Besitzer der Kokerei war zuvor die Koksanstalt Kleye. Im Jahr 1883 wurde im Schacht 1 bei einer Teufe von 388 Metern die 4. Sohle (400 mS) angesetzt. Im Jahr darauf wurde die Kokerei an Schacht 1 in Betrieb genommen. Im Jahr 1885 wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht 3 begonnen. Der Schacht sollte als Wetterschacht für die Betriebsteile Schacht 1 und Schacht 2 genutzt werden. Im Jahr 1887 wurde der Wetterschacht (Schacht 3) bis zur 1. Sohle in Betrieb genommen. Am 27. November 1889 kam es auf dem Bergwerk zu einer Schlagwetterexplosion, bei diesem Grubenunglück wurden 14 Bergleute getötet. Sie wurden am 30. November, konfessionell getrennt, in zwei Gräber auf dem Blumenfriedhof beigesetzt. Jeweils ein Steinobelisk erinnert an das Unglück. Im Jahr 1890 wurde das Feld Veronica an die Zeche Mont Cenis verpachtet. Im selben Jahr wurde der Schacht 2 mit der 4. Sohle durchschlägig. Im Jahr 1892 wurde die Aktiengesellschaft Herminenglück-Liborius übernommen. Der Besitz bestand aus der Zeche Herminenglück-Liborius mit angegliederter Kokerei. Zu Herminenglück-Liborius gehörte auch die Schachtanlage Ritterburg. In dem Feld Ritterburg befand sich auch der Schacht Ritterburg, der bereits im Jahr 1858 durch die Gewerkschaft Ritterburg geteuft worden war. Durch diesen Ankauf konnte die Gewerkschaft Vereinigte Constantin der Große ihr Bergwerkseigentum erheblich vergrößern. Die Wettersohle im Feld Herminenglück-Liborius befand sich in einer Teufe von 116 Metern (+ 16 m NN). Die 5. Sohle lag bei einer Teufe von 352 Metern (- 220 m NN). Schacht Ritterburg wurde umbenannt in Schacht Constantin 3. Der Schacht 3 lag im Bereich Castroper Straße / Karl-Lange-Straße.