Natriumtartrat ist ein Natriumsalz der Weinsäure mit der Summenformel C4H4O6Na2. Es kommt in gebundener Form in vielen Früchten vor.
Isomere Wie Weinsäure verfügt auch Natriumtartrat über zwei Stereozentren. Je nach der Konfiguration dieser Zentren liegt D-(−)-Natriumtartrat [Synonym: (2S,3S)-Natriumtartrat], L-(+)-Natriumtartrat [Synonym: (2R,3R)-Natriumtartrat] oder das optisch inaktive meso-Natriumtartrat vor. In der meso-Form ist eines der Stereozentren (R)- das andere (S)-konfiguriert. „Natriumtartrat“ ohne nähere Bezeichnung bezieht sich meist auf L-(+)-Natriumtartrat.
Isomere von Natriumtartrat Name L-(+)-Natriumtartrat D-(–)-Natriumtartrat meso-Natriumtartrat Strukturformel 200px 200px 200px Andere Namen Dinatriumsalz der (2R,3R)-Weinsäure Dinatriumsalz der (2S,3S)-Weinsäure Dinatriumsalz der meso-WeinsäureDinatriumsalz der (2R,3S)-Weinsäure Dinatriumsalz der (2S,3R)-Weinsäure CAS-Nummer (Anhydrat) (Dihydrat) (Anhydrat) (Dihydrat) (Racemat) ? (Isomerengemisch) EG-Nummer 212-773-3 (Anhydrat) 612-074-7 (Dihydrat) 244-213-9 (Anhydrat) 224-817-9 ECHA-Infocard (Anhydrat) (Dihydrat) (Anhydrat) PubChem (Anhydrat) (Dihydrat) (Anhydrat) (Isomerengemisch) Wikidata Q27132338 (Anhydrat) Q27276410 (Dihydrat) Q27282569 (Anhydrat) Q27266651 Q283499 (Isomerengemisch)
Darstellung und Gewinnung Natriumtartrat wird in der Regel aus natürlicher Weinsäure hergestellt, die ihrerseits aus Weinstein aus Weinrückständen gewonnen wird, der zuerst mit Kalkmilch und dann mit Schwefelsäure versetzt wird.
Verwendung mini|links|Natriumtartrat-Dihydrat Da in kristallinem Natriumtartrat eine definierte Menge Kristallwasser gebunden ist, ist es ein verbreiteter primärer Standard für das Karl-Fischer-Verfahren, ein verbreitetes Verfahren zur quantitativen Wasserbestimmung durch Titration.
Das Natriumtartrat und das Natriumhydrogentartrat der (natürlichen) L-(+)-Weinsäure werden als Backtriebmittel, als Säuerungsmittel oder Säureregulator und auch als Ersatz für Kochsalz verwendet. Aufgrund der Eigenschaft von Tartraten, mit Eisen- und Schwermetallionen stabile Komplexe zu bilden, unterstützen sie die Wirkung von Antioxidationsmitteln und werden so auch als Komplexbildner eingesetzt. Es ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 335 mit einer erlaubten Tagesdosis von 30 mg pro Kilogramm Körpergewicht zugelassen und gilt dann als unbedenklich.
Einzelnachweise
Kategorie:Natriumverbindung Kategorie:Tartrat Kategorie:Arzneistoff Kategorie:Säuerungsmittel