mini|hochkant|Józef Zych (2015)

Józef Zych (; * 23. März 1938 in Giedlarowa) ist ein polnischer Jurist und Politiker (ZSL, PSL). Er gehörte von 1989 bis 2015 dem Sejm in der X. (Volksrepublik), I., II., III., IV., V., VI. und VII. (Dritte Republik) Wahlperiode an. Von 1995 bis 1997 war er Sejmmarschall.

Leben und Beruf Zych studierte Jura an der Adam-Mickiewicz-Universität Posen, wo er 1966 den Magistergrad und 1976 den Doktorgrad erhielt. Wissenschaftlich beschäftigte er sich mit Arbeits- und Sozialversicherungsrecht. Er arbeitete als Justiziar für Bauernringe (Kółka rolnicze, gegenseitige Bauernhilfe) und für Energieversorgungsunternehmen. 1984 bis 1991 war er Vorstand des Landesrates der Justiziare (Krajowa Rada Radców Prawnych). Von 1988 bis 1990 gehörte er der Gedenkstättenorganisation Rada Ochrony Pamięci Walk i Męczeństwa an. Nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik war er als Berater der polnischen Versicherungskammer tätig und arbeitete auch wieder wissenschaftlich.„Józef Zych: Chciałem być bliżej rodziny. Przeprowadziłem się do Poznania“ auf plus.gloswielkopolski.pl, abgerufen am 25. September 2024. 2025 übergab er sein Privatarchiv dem „Archiwum Akt Nowych“, dem zentralen Staatsarchiv Polens.„Spuścizna Józefa Zycha w Archiwach Państwowych“ auf archiwa.gov.pl, abgerufen am 26. Mai 2025.

Zych ist verheiratet und Vater eines Sohnes und einer Tochter.

Politik Seit 1975 war Zych Mitglied der damaligen Blockpartei Zjednoczone Stronnictwo Ludowe (ZSL), die später nach dem Zusammenschluss mit kleineren Neugründungen in der Polskie Stronnictwo Ludowe (PSL) aufging. Bei der halbfreien Wahl zum Vertragssejm 1989 wurde er für die ZSL erstmals in den Sejm gewählt.Ergebnis auf Monitor Polski 1989, Nr. 21, S. 352. Dort war er Fraktionsvorsitzender erst der ZSL und dann der PSL sowie Vorsitzender des Justizausschusses. Bei den folgenden Sejmwahlen 1991,Ergebnis auf Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 453. 1993,Ergebnis auf Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 753. 1997,Ergebnis auf Monitor Polski 1997, Nr. 64, S. 1375. 2001,Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 25. September 2024. 2005,Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 25. September 2024. 2007Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 25. September 2024. und 2011Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 25. September 2024. wurde er jeweils für die PSL in das Parlament gewählt. Insgesamt wurde er achtmal gewählt, damit war er zuletzt der nach Stanisław Żelichowski zweitdienstälteste Abgeordnete.

Seit 1991 war Zych stellvertretender Sejmmarschall, nach der vorzeitigen Wahl 1993 wurde er wiedergewählt. Nach dem Wechsel von Józef Oleksy vom Sejmmarschallsposten in das Kabinett im März 1995 trat Zych seine Nachfolge als Sejmmarschall an und behielt das Amt bis zum Ende der Legislaturperiode im Oktober 1997. Im Dezember 1995 war er in seiner Funktion als Parlamentspräsident Vorsitzender der Nationalversammlung, die zur Entgegennahme des Amtseides des Präsidenten Aleksander Kwaśniewski zusammentraf. Ab Juli 2004 bis Oktober 2005 war Zych erneut stellvertretender Sejmmarschall. Nach den Wahlen 2005 und 2011 leitete er jeweils die Eröffnungssitzung des Sejm als dessen Alterspräsident. Im November 2012 wurde Zych zum Ehrenvorsitzenden der PSL gewählt.„Józef Zych honorowym prezesem PSL“ auf gazetalubuska.pl, abgerufen am 25. September 2024. Bei der Parlamentswahl 2015Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 25. September 2024. verpasste Zych nach erheblichen Verlusten seiner Partei den Wiedereinzug in den Sejm, da die PSL im Wahlkreis Zielona Góra keinen Sitz mehr erhielt.

Von 2015 bis 2019 war Zych auf Vorschlag der PSL Mitglied des Staatsgerichtshofes.Liste auf orka.sejm.gov.pl, abgerufen am 25. September 2024. Seit 2023 hat er das Amt erneut inne.„Sejm. Wybrano członków Trybunału Stanu“ auf www.polsatnews.pl, abgerufen am 25. September 2024. 2026 wurde er in den beim Präsidenten Karol Nawrocki eingerichteten Rat für eine neue Verfassung berufen.„Powołania do Rady Nowej Konstytucji“ auf www.prezydent.pl, abgerufen am 25. September 2024.

Ehrungen Goldenes Verdienstkreuz der Republik Polen (1983) Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2009)„Józef Zych“ auf www.filmweb.pl, abgerufen am 25. September 2024. Großoffizier der Ehrenlegion„Józef Zych legendarny marszałek, ikona polskiego Parlamentu“ auf www.oirp.rzeszow.pl, abgerufen am 25. September 2024.

Außerdem wurde er zum Ehrenbürger von LeżajskBericht auf miastolezajsk.pl, abgerufen am 25. September 2024. und der Woiwodschaft Lebus„Poseł J. Zych Honorowym Obywatelem Województwa Lubuskiego“ auf rzg.pl, abgerufen am 25. September 2024. ernannt.

Weblinks

sejm.gov.pl: Abgeordnetenseite Zychs sejm.gov.pl: Sejmmarschäle der Dritten Republik

Einzelnachweise

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