Geresch () ist eine Trope in der jüdischen Liturgie und zählt zu den biblischen Satz-, Betonungs- und Kantillationszeichen Teamim, die im Tanach erscheinen.: „Cantillation proceeds according to the special graphic signs–tropes or accents–attached to every word in the Bible.“ in Verbindung mit einer Fußnote zu tropes: “In this work we use the term trope (Greek tropos – turn) long accepted in Jewish practice.”

Bezeichnungen

In der aschkenasischen Tradition wird das Betonungszeichen Geresch , Asla oder Asla-Geresch genannt. Die Bezeichnung deutsch ‚Geresch‘ ähnelt dabei sehr dem Wort deutsch ‚Frucht‘, ‚Ertrag‘, Siehe und wird auch mit dem Verb deutsch ‚vertreiben‘ in Verbindung gebracht. The Jewish Encyclopedia übersetzt mit Austreibung.Francis L. Cohen: Cantillation. In: Isidore Singer (Hrsg.): The Jewish Encyclopedia. Band III, KTAV Publishing House, New York 1901–1906, S. 544: Graschayim, double expulsion. Die Bezeichnung Asla ist insbesondere dann üblich, wenn das vorhergehende Wort ein Qadma trägt. In der sephardischen Tradition heißt es Gerisch . In der italienischen Tradition wird es Geresch oder Asla genannt. In der jemenitischen Tradition wird es auch Tares (jüdisch-palästinisch-aramäischJastrow, S. 553: טרס טָרֵס) oder Ṭères טֶרֶס oder Ote genannt. Die Tabula accentuum transliteriert mit oder .

Beschreibung Das Symbol Geresch ist ein kleiner Strich über dem damit markierten Buchstaben, der gleich einem linken, oberen Segment eines Kreises gebogen ist. Ein Qadma entspricht in der Darstellung einem horizontal gespiegelten Geresch. Ein doppeltes Geresch wird Gerschajim (Dual zu Geresch) genannt. Es ist eine eigenständige Trope, die ebenfalls einen einzelnen Buchstaben markiert. Jede Trope hat ihre eigene Melodie. Zudem gibt es im Poetischen System ein Geresch muqdam als andere Variante des Geresch mit anderer Position und Bedeutung.

Grammatik Geresch steht über dem ersten Buchstaben der betonten Silbe.Jacobson (2005), S. 67. Es unterteilt ein Rewia-Segment und kennt folgende Kombinationsmöglichkeiten: Qadma und Geresch Geresch Qadma Wenn sich zusätzlich ein anderes, vorhergehendes Wort auf das Wort mit dem Betonungszeichen Geresch bezieht, und dieses vorhergehende (rechte) Wort nicht auf der ersten Silbe betont wird, dann wird es mit dem konjunktiven Betonungszeichen Qadma markiert. Diese Kombination aus Qadma und dem dann als Asla bezeichneten Geresch („Kadma we-asla“) ist sehr häufig.Sofern nicht anders ausgewiesen, folgt dieser Abschnitt den Kapiteln Two Words in the (Single) Geresh Segment und Three Words in the (Single) Geresh Segment in Jacobson (2005), S. 68 f.

Munach und Geresch Geresch Munach Wenn der Vorgänger des Geresch mit dem konjunktiven Betonungszeichen auf der ersten Silbe betont wird, dann wird anstelle des Qadma das Betonungszeichen Munach verwendet. Jacobson illustriert dies am Beispiel Ex 35,22 חָ֣ח וָנֶ֜זֶם und Gen 43,7 לָ֣נוּ וּלְמֹֽולַדְתֵּ֜נוּ. Die Kombination aus Munach und Geresch findet sich insgesamt achtmal in der Tora.

Wenn der Ton auf der letzten Silbe des hinteren (linken) Wortes ruht, wird das Geresch in diesem Fall zum Gerschajim verdoppelt.Wilhelm Gesenius: Hebräische Grammatik. 28. Aufl. S. 63. ().

Telischa qetanna, Qadma und Geresch Geresch Qadma Telischa qetanna Befindet sich ein weiteres Wort in der Gruppe, bekommt die Kombination aus Geresch und Qadma den Vorgänger Telischa qetanna.Jacobson (2005), S. 68 f.

Jacobson illustriert dies an den Beispielen Ex 38,1 חָמֵשׁ֩ אַמֹּ֨ות אָרְכֹּ֜ו, Num 20,6 וַיָּבֹא֩ מֹשֶׁ֨ה וְאַהֲרֹ֜ן, Lev 11,42 כֹּל֩ הֹולֵ֨ךְ עַל־גָּחֹ֜ון, Dtn 28,69 אֵלֶּה֩ דִבְרֵ֨י הַבְּרִ֜ית, Gen 19,30 וַיַּעַל֩ לֹ֨וט מִצֹּ֜ועַר.

Munach, Telischa qetanna, Qadma und Geresch Geresch Qadma Telischa qetanna Munach

Tritt zu der Kombination aus Telisha qetanna, Qadma und Geresch ein weiteres Wort hinzu, ergibt sich als weiterer Vorgänger Munach.Jacobson (2005), S. 69.

Jacobson illustriert dies an den Beispielen אֲשֶׁ֣ר קָנָה֩ אַבְרָהָ֨ם אֶת־הַשָּׂדֶ֜ה, Gen 12,5 וַיִּקַּ֣ח אַבְרָם֩ אֶת־שָׂרַ֨י אִשְׁתֹּ֜ו, Ex 15,19 כִּ֣י בָא֩ ס֨וּס פַּרְעֹ֜ה, Ex 27,18 אֹ֣רֶךְ הֶֽחָצֵר֩ מֵאָ֨ה בָֽאַמָּ֜ה, Gen 38,11 וַיֹּ֣אמֶר יְהוּדָה֩ לְתָמָ֨ר כַּלָּתֹ֜ו.

Abgrenzung Zur Trope Geresch gibt es folgende Varianten:

Davon zu unterscheiden sind die gleichnamigen (Wort- und) Satzzeichen:

Literatur Marcus Jastrow: Dictionary of Targumim, Talmud and Midrashic Literature. Pardes, New York 1950 William Wickes: A treatise on the accentuation of the twenty-one so-called prose books of the Old Testament. 1887 (). William Wickes: A treatise on the accentuation of the three so-called poetical books on the Old Testament, Psalms, Proverbs, and Job. 1881 (). Arthur Davis: The Hebrew accents of the twenty-one Books of the Bible (K"A Sefarim) with a new introduction. 1900 ().

Weblinks Azla Geresh auf Youtube.com

Einzelnachweise

Kategorie:Teamim