Der Mac mini ist ein vom kalifornischen Computerhersteller Apple entwickelter Kompaktcomputer. Er wurde am 11. Januar 2005 auf der Macworld Expo in San Francisco der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Geräte zeichnen sich durch ihre geringe Größe, eine ausgewogene Energieverwaltung und einen niedrigen Geräuschpegel aus. Gefertigt wird der Mac mini von dem taiwanischen Auftragshersteller Foxconn.

Gehäuse Das erste Modell des Mac mini aus dem Jahr 2005 wiegt ca. 1,3 kg und hat ein Gehäuse mit den Abmessungen 16,5 cm × 16,5 cm × 5,1 cm; es benötigt ein externes Netzteil. Mit dem Modell von 2010, Modellnummer A1347, wurde der Mac mini wesentlich überarbeitet und ein in Aluminium gefertigtes Unibody-Gehäuse mit den Abmessungen 19,7 cm × 19,7 cm × 3,5 cm verwendet, das Gewicht liegt inklusive des im Gehäuse verbauten Netzteils weiterhin bei ungefähr 1,3 kg. Das Gehäuse des Modells aus 2024 wurde überarbeitet; seine Abmessungen wurden auf 12,7 cm × 12,7 cm × 5 cm reduziert und das Gewicht sank auf ca. 0,7 kg.

Grafikleistung Der erste Mac Mini war für „klassische“ Anwendungsbereiche wie Textverarbeitung, Internet und Bildbearbeitungs-Aufgaben konzipiert. Da sich die Prozessor-GPU ihren Speicher mit der CPU teilt (Shared Memory). war die Leistung der ersten Modelle für das flüssige Betrachten von hochauflösenden Filmen (HD) oder grafikintensive Anwendungen wie den professionellen Videoschnitt nicht immer ausreichend. Bei dem Modell von 2018, Modellnummer A1993, kann über Thunderbolt 3 (USB-C) eine externe GPU (eGPU) angeschlossen werden, wodurch auch solche Anwendungen möglich wurden.

Windows Durch den Umstieg von Apple auf Intel-Prozessoren der x86-Architektur wurde die Installation von Windows von Microsoft auf Macintosh-Rechnern ohne Leistungseinbußen möglich, wie sie bei der Emulation auf der PowerPC-Architektur noch unvermeidlich waren.

Anfangs wurde dies durch den Umstand erschwert, dass Apple den BIOS-Nachfolger Extensible Firmware Interface (EFI) verwendete, der vom damals aktuellen Windows XP noch nicht unterstützt wurde.

Im April 2006 veröffentlichte Apple eine öffentliche Betaversion von Boot Camp, das einen Einrichtungs-Assistenten und Windows-Treiber für das jeweilige Macintosh-Modell bereitstellt und unter Mac OS X Tiger (nur Intel-Version, ab 10.4.4) lief. Damit der Windows-Bootloader funktioniert, wurde für alle x86-Macs eine Firmwareaktualisierung veröffentlicht, in der ein BIOS-Kompatibilitätsmodul (, CSM) enthalten war. Damit wurde es auf allen Intel-Macs möglich, BIOS-basierte Betriebssysteme auf Macs zu nutzen. Auch andere Betriebssysteme sind mit dem CSM lauffähig, so etwa Linux, das auch Apple-EFI voll unterstützt und damit auch ohne das CSM gestartet werden kann. Seit Windows 8 ist das Microsoft-Betriebssystem grundsätzlich auch nativ auf Apple-EFI ohne Boot Camp und ohne CSM, auf Macs installierbar. Allerdings helfen nach wie vor die von Apple vorbereiteten Treiber, die durch den Einrichtungs-Assistenten von Boot Camp heruntergeladen werden, bei der Installation von Windows.

Seit Apples Abkehr von Intel CPUs ist eine Installation von Microsoft Windows auf dem Mac Mini nicht mehr möglich.

Modellgeschichte Modellnummer A1103 – PowerPC G4

IdentifierVeröffentlichungBestellnummer(n)FamiliemacOS (maximal)Ausstattung standard / optionalPowerMac10,111. Januar 2005M9686LL/AMac mini10.3.7 (10.5.8)PowerPC 7447a mit 1,25 GHz, 256 MB PC2700 DDR (333 MHz) RAM (max. 1 GB möglich), Radeon 9200 (AGP×4) mit 32 MB VRAM, DVI, 40 GB 2,5″-HDD Ultra ATA/100 (4200 U−1), 8×DVD/CD-RW „Combo Drive“ od. 4×DVD±RW/CD-RW „SuperDrive“, 2×USB 2.0, 1×FireWire 400, 10/100-LAN, 56.6k-v.92-Modem, Bluetooth, „Airport Extreme“ WLAN 802.11a/b/gM9687LL/Awie M9686LL/A, aber mit -Prozessor und mit 80 GB HDD26. Juli 2005M9686LL/Bwie M9686LL/A, aber mit 512 MB RAMM9687LL/Bwie M9687LL/A, aber mit 512 MB RAM, DVD±RW/CD-RW „SuperDrive“, Bluetooth und „Airport Extreme“ WLAN 802.11a/b/g, 56.6k-v.92-Modem (nun optional)PowerMac10,227. September 2005M9686LL/B10.4.2 (10.5.8)wie M9686LL/B, aber mit -Prozessor, Bluetooth 2.0+EDR, „Airport Extreme“ WLAN 802.11a/b/g und 56.6k-v.92-Modem (nun optional); die Festplatte wurde von 4200 auf 5400 U−1 und das optische Laufwerk „SuperDrive“ von 4× auf 8× beschleunigt auch bekannt als , weil dieses Modell nie offiziell vorstellt wurdeM9687LL/Bwie M9687LL/B, aber mit -Prozessor, Radeon 9200 (AGP×4) mit 64 MB VRAM, Bluetooth 2.0+EDR, „Airport Extreme“ WLAN 802.11a/b/g und 56.6k-v.92-Modem (nun optional); die Festplatte wurde von 4200 auf 5400 U−1 und das optische Laufwerk „SuperDrive“ von 4× auf 8× beschleunigt auch bekannt als , weil dieses Modell nie offiziell vorstellt wurde

Der erste Mac mini besitzt einen DVI-Anschluss, eine RJ45-Fast-Ethernet-LAN-Buchse und optional einen Modem-Anschluss, zwei USB-2.0-Typ-A-Buchsen, eine FireWire-400-Buchse und einen analogen 3,5mm-Klinke-Stereo-Audioausgang. Zur Energieversorgung wird ein externes 85-Watt-Schaltnetzteil verwendet. Obwohl PowerPC-basiert, war der originale Mac mini mit G4-Prozessor niemals für Mac OS Classic ausgelegt, allerdings kann bis Mac OS X Tiger die Classic-Umgebung verwendet werden, um alte Mac-Applikationen auszuführen. Die letzte Version von Mac OS X für PowerPCs ist Leopard (10.5), die auch auf dem Mac mini G4 läuft.

Mac mini (PowerMac10,1) mini|Gehäuse des Mac mini der Modellreihe A1176 mini|Schnittstellen an der Rückseite der Modellreihe A1103

Das 2005 vorgestellte Gerät verwendete einen auf der Hauptplatine verlöteten PowerPC-G4-Prozessor mit 1,25 oder 1,42 GHz Taktfrequenz in zwei, später drei Ausstattungsvarianten. Der Einstiegspreis der Basis-Variante war mit 489 Euro in Deutschland (nach heutiger Kaufkraft ca.  Euro) relativ niedrig. Das größere Modell mit 1,42-GHz-Prozessor kostete 100 Euro mehr (entspricht heute rund  Euro). Anstatt eines CD-Brenners konnte für weitere 100 Euro Aufschlag ein DVD-Laufwerk eingebaut werden. Später wurden die größeren Modelle jeweils mit einem DVD-Brenner („SuperDrive“) und einer 80-GB-Festplatte ausgeliefert, die kleineren mit einem CD-RW-Laufwerk („ComboDrive“) und einer 40-GB-Festplatte. Während im kleinsten Modell immer ein 56K-V.92-Modem eingebaut war, gab es dies beim größeren ab Mitte 2005 nur noch auf Bestellung; dafür enthielt dieser ab Werk ein Bluetooth-Modul und eine Airport-Extreme-Karte. Als Grafikkarte wurde in allen G4-minis eine Radeon 9200 mit 32 MB Grafikspeicher verbaut, im 1,42-GHz-Modell mit 64 MB. Die Grafikkarte hatte einen DVI-I-Ausgang und war nicht Core-Image-fähig.

Der Mac mini G4 arbeitet mit einem geregelten Lüfter; der Geräuschpegel liegt im Leerlauf laut Computermagazin c’t bei 0,3 sone und springt unter Last auf 1,6 sone. Die Leistungsaufnahme liegt bei 18 Watt im Normalbetrieb und maximal 30 Watt unter Volllast. Das mitgeliefte Betriebssystem war Mac OS X Panther (10.3.7).

Er besitzt zwei USB-2.0-, einen Firewire-400- und einen 10/100-MBit-Ethernet-Anschlüsse sowie einen Ton-Ausgang („line out“). Es kann ein DDR-SDRAM-Modul (PC-2700) eingebaut werden, dieser Steckplatz ist werkseitig mit einem 256-MB-Modul bestückt. Der Arbeitsspeicher kann somit auf bis zu 1 GB erweitert werden. Die Festplatte ist ein 2,5″-ATA-Modell, das eingebaute optische Laufwerk ein ATA-Notebook-Laufwerk mit Einzugsmechanik. Somit ähneln die technischen Spezifikationen des Mac mini jenen des iBook G4.

Late 2005 (PowerMac10,2) Mit der Einführung des Betriebssystems Mac OS X Tiger (10.4.2) wurde die Modellpalette Mitte 2005 auf drei Varianten aufgestockt und der Arbeitsspeicher auf 512 MB verdoppelt. Beim sogenannten „“ im September 2005 wurde die Taktfrequenzen auf 1,33 GHz bzw. 1,50 GHz erhöht, der Preis blieb unverändert. Der Speicher war nun DDR-SDRAM PC3200U.

Modellnummer A1176 – Intel x86

IdentifierVeröffentlichungBestellnummer(n)FamiliemacOS(maximal)Ausstattung standard / optionalMacmini1,128. Februar 2006MA205LL/A10.4.5(10.6.8)Intel Core Solo T1200 mit 1,5 GHz, 512 MB PC2-5300 DDR2 (667 MHz) SDRAM (max. 2 GB möglich), Intel GMA950 (64 MB shared VRAM), DVI, 60 GB 2,5″-HDD SATA (5400 U−1), 8×DVD/CD-RW „Combo Drive“, 4×USB 2.0, 1×FireWire 400, 10/100/1000-LAN, Bluetooth 2.0+EDR, „Airport Extreme“ WLAN 802.11a/b/g, Apple RemoteMA206LL/Awie MA205LL/A, aber mit Intel Core Duo T2300 mit 1,66 GHz, 80 GB HDD und 2,4× double-layer „SuperDrive“6. September 200610.4.7(10.6.8)wie vorheriges MA206LL/A-Modell, aber nur mit 8×DVD/CD-RW „Combo Drive“ und nur mit 60 GB HDDMA608LL/Awie ursprüngliches MA206LL/A-Modell, aber mit Intel Core Duo T2400 mit 1,83 GHzMacmini2,17. August 2007MB138LL/A10.4.10(10.7.5)Intel Core 2 Duo T5600 mit 1,83 GHz, 1 GB PC2-5300 DDR2 (667 MHz) SDRAM (max. 4 GB möglich), Intel GMA950 (64 MB shared VRAM), DVI, 80 GB 2,5″-HDD SATA (5400 U−1), 8×DVD/CD-RW „Combo Drive“, 4×USB 2.0, 1×FireWire 400, 10/100/1000-LAN, Bluetooth 2.0+EDR, „Airport Extreme“ WLAN 802.11a/b/g, Apple RemoteMB139LL/Awie MB138LL/A, aber mit Intel Core 2 Duo T7200 mit 2,0 GHz, 120 GB HDD und 2,4× double-layer „SuperDrive“

Der erste Mac mini mit Intel-Prozessor verwendet dasselbe Gehäuse und dementsprechend ebenfalls ein externes Schaltnetzteil, nun jedoch mit 110 Watt. Im Unterschied zum ursprünglichen Mac mini mit G4-Prozessor hat er keinen Modem-Anschluss mehr, dafür nun Gigabit-Ethernet. Die Prozessoren sind gesockelt, was einen Austausch der 32-Bit-Core-Prozessoren in den Mac-mini-Modellen von 2006 durch 64-Bit-fähige Core-2-Prozessoren ermöglicht, wie sie auch im Modell von 2007 verbaut sind. Aber auch mit Prozessor-Upgrade bleibt den Modellen von 2006 ein 32-Bit-EFI, sie sind daher nicht ohne weiteres für ein 64-Bit-Mac-OS-X geeignet. Ab Snow Leopard (10.6) kann das Betriebssystem auf unterstützten Macs mit einem 64-Bit-Kernel gestartet werden, bis Lion (10.7) steht parallel auch der bisherige 32-Bit-Kernel zur Verfügung. Ab Mountain Lion (10.8) ist 64-Bit schließlich Voraussetzung. Apple stellt jedoch keine 64-Bit-Treiber für die integrierten Grafikchips GMA950 und X3100 bereit, sodass auch das Modell von 2007 mit 64-Bit-EFI nicht mit Mountain Lion und neueren Betriebssystemversionen kompatibel ist.

Early 2006 (Macmini1,1) mini|Schnittstellen an der Rückseite der Modellreihe A1176

Im Februar 2006 wurde der Mac mini der dritten Generation mit Intel-x86-Prozessor vorgestellt. Das Betriebssystem und die Anwendungsprogramme mussten dafür von der PowerPC-Architektur auf IA-32 überführt werden, was in der Übergangsphase mit Universal-Apps bewerkstelligt wurde. Bei grundlegend veränderter Technik war das Gehäuse nahezu unverändert.

In der ersten Ausstattungsvariante hat der Rechner eine Core-Solo-T1200-CPU mit 1,5 GHz und eine 60-GB-2,5"-SATA-Festplatte mit 5400 min−1 sowie ein CD-RW-Combo-Laufwerk.

Die zweite Ausstattungsvariante enthält die mit 1,66 GHz getaktete Mehrkern-CPU Core Duo T2300 und eine 9,5 mm hohe 80-GB-2,5"-SATA-Festplatte mit 5400 min−1 sowie ein DVD-R/DVD-RW-SuperDrive, das auch zweilagige DVDs beschreiben kann.

Beide Modelle haben 512 MB Arbeitsspeicher, deren zwei 256 MB DDR2-667-Module in SO-DIMM-Steckplätzen stecken, die auf bis zu 2 GB Arbeitsspeicher aufrüstbar sind. Bedingt durch die Chipsatz-Grafik (s. u.), sollten grundsätzlich zwei gleiche Module eingebaut werden, da hierdurch der Dual-Channel-Modus des Speichers genutzt wird und sich so ein Geschwindigkeitsvorteil ergeben soll.