mini|Lage der Gemeinde Variaș im Kreis Timiṣ Gelu (, , ) ist ein Dorf im Kreis Timiș, Banat, Rumänien. Das Dorf Gelu gehört zur Gemeinde Variaș. Das heutige Gelu entstand durch den Zusammenschluss der einstigen Ortschaften Chetfel (deutsch: Ketfel, ungarisch: Kétfél) und Colonia Mică (deutsch: Kleinsiedel, ungarisch: Kistelek).

Geografische Lage Gelu liegt im Norden des Kreises Timiș, an der Grenze zum Kreis Arad, in 34 Kilometer Entfernung von Timișoara, an der Kreisstraße DJ692 Sânandrei–Beba Veche und an der Bahnstrecke Sânandrei–Periam.

Nachbarorte

Geschichte In den päpstlichen Registern von 1454–1456 erscheint Ketfüli als Besitz des ungarischen Grafen Tan. Im 15. Jahrhundert ließen sich einige serbische Familien dort nieder.

Auf der Josephinischen Landaufnahme von 1717, ist der Ort Kötfel eingetragen. Nach dem Frieden von Passarowitz (1718), als das Banat eine Habsburger Krondomäne wurde, war Ketfel Teil des Temescher Banats. Während der Habsburger Kolonisation wurden auch einige Deutsche hier angesiedelt.

Die Deutschen waren Tabakbauer und gründeten den Ort Kleinsiedel (ungarisch: Kistelep, rumänisch: Colonia Mică). Kleinsiedel gehörte zu den 19 Tabakbauergemeinden, die zwischen 1840 und 1848 im Banat gegründet wurden. Insgesamt wurden 45 deutsche Familien angesiedelt. Sie erhielten einen 20-jährigen Pachtvertrag. Von den 12 Joch Ackerland musste mindestens ein Drittel mit Tabak bepflanzt werden, wobei die Hälfte der Ernte der Kameralherrschaft überlassen werden musste, die andere Hälfte der Dorfgemeinschaft zur Verfügung stand. Nach Ablauf der 20 Jahre konnten die Siedler die Felder käuflich erwerben.Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber und Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben. Band 5. Städte und Dörfer, Mediengruppe Universal Grafische Betriebe München GmbH, München, 2011, 670 Seiten, ISBN 3-922979-63-7

Der Ort hieß bis 1920 Ketfel und war mehrheitlich ein von Serben bewohntes Dorf. Am 4. Juni 1920 wurde das Banat infolge des Vertrags von Trianon dreigeteilt. Der größte, östliche Teil, zu dem auch Ketfel gehört, fiel an das Königreich Rumänien. Bis 1926 war die Ortsbezeichnung Chetfel. Seitdem heißt das Dorf Gelu. 1966 wurde Gelu mit dem deutschen Dorf Kleinsiedel zusammengelegt. Seitdem ist die amtliche Bezeichnung für beide Orte Gelu.

Demografie Wie aus den folgenden Tabellen ersichtlich ist, war Ketfel ein serbisches und Kleinsiedel ein deutsches Dorf.

Bie Bevölkerungsentwicklung von Ketfel: VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1880–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (PDF; 960 kB; ungarisch). Ethnie Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Serben 1880 1797 72 21 234 1470 1910 1671 85 43 311 1232 1930 1565 82 30 319 1134 1977 1642 546 26 268 802 2002 1529 985 39 18 487

Die Bevölkerungsentwicklung von Kleinsiedel bis zur Zusammenlegung mit Ketfel: Volkszählung Ethnie Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Andere 1880 344 - 1 339 4 1910 254 4 2 242 6 1930 271 9 3 258 1 1941 273 2 10 253 8 1966 - - - - -

Literatur Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber und Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben. Band 5. Städte und Dörfer, Mediengruppe Universal Grafische Betriebe München GmbH, München, 2011, 670 Seiten, ISBN 3-922979-63-7. Hilde Bücher: Aufstieg und Niedergang einer kleinen Gruppe von Deutschen im Banat. Heimatbuch, Heimatortsgemeinschaft Ketfel-Kleinsiedel M. Inger, Pforzheim 2005.

Weblinks banaterra.eu, Ketfel/Kleinsiedel (Gelu) banatergottesheuser.ro, Heinz Vogel: Banater Gotteshäuser dvhh.org, Ketfel

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Banat (Rumänien) Kategorie:Variaș Kategorie:Ersterwähnung im 15. Jahrhundert