La Pommeraye () ist eine Ortschaft und ehemalige französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Maine-et-Loire in der Region Pays de la Loire. Sie gehörte zum Arrondissement Cholet. Die Einwohner werden Pommeréens und Pommeréennes genannt.

Der Erlass des Präfekten vom 5. Oktober 2015 legte mit Wirkung zum 15. Dezember 2015 die Eingliederung von La Pommeraye als Commune déléguée zusammen mit den früheren Gemeinden Beausse, Botz-en-Mauges, Bourgneuf-en-Mauges, La Chapelle-Saint-Florent, Le Marillais, Le Mesnil-en-Vallée, Montjean-sur-Loire, Saint-Florent-le-Vieil, Saint-Laurent-de-la-Plaine sowie Saint-Laurent-du-Mottay zur Commune nouvelle Mauges-sur-Loire fest.

Geografie

La Pommeraye liegt etwa 27 Kilometer südwestlich von Angers, etwa 33 Kilometer nördlich von Cholet und etwa 55 Kilometer ostnordöstlich von Nantes in der Région naturelle der Mauges, Teil der historischen Provinz des Anjou.

Das Ortsgebiet liegt im Einzugsgebiet der Loire und wird entwässert vom Ruisseau du Moulin, der es im Westen begrenzt, vom Ruisseau de la Giraudière, vom Ruisseau de la Forêt, vom Ruisseau du Moulin Benoist, vom Ruisseau de la Houssaie, vom zeitweise trockenfallenden Flüsschen Merdereau, vom Flüsschen Les Moulins, vom zeitweise trockenfallenden Ruisseau de la Brissionnère, vom Ruisseau de Saint-Denis, der es abschnittsweise im Osten begrenzt, sowie von kleineren Fließgewässern. Es erstreckt sich auf einer von Südwest nach Norden und Nordosten zum Loire-Tal abfallenden Hochebene, die von zahlreichen tiefen Flusstälern zerschnitten wird.

Aus geologischer Sicht befindet sich das Ortsareal vollständig auf Gesteinsschichten aus dem unteren Silur.

Das Bodenrelief ist leicht hügelig mit Höhen nach Südwesten hin meist über . Das Ortszentrum liegt auf etwa Höhe. Der höchste Punkt wird mit im äußersten Südwesten gemessen.

Umgeben wird La Pommeraye von zwei Nachbargemeinden und fünf Communes déléguées von Mauges-sur-Loire:

Geschichte Frühere Formen des Ortsnamens waren: Ecclesia de Pomereia (1062), Pomeraria (1293), La Ville de la Pommeraye (1441), La P. en Mauge (1445).

Der Ort ist sehr reich an Fundstücken aus der Prähistorie. Vor allem auf den Anhöhen im Südwesten sind Artefakte aus dem Mittelpaläolithikum, vor allem aus dem Moustérien, gefunden worden. Zeugen der Besiedelung durch Menschen sind auch die typischen Stichel aus dem Jungpaläolithikum. Am tiefer gelegenen Weiler Chenambault fanden sich mindestens 60 polierte Beile und eines durchlöchert als Amulett, ferner zwei Armbänder und ein Flachbeil aus Bronze.

Der Überlieferung nach widmete sich Martin von Vertou als Erster der Christianisierung der Bevölkerung. Die Kirche, die 1062 erstmals erwähnt wurde, gehörte zu einem verheirateten Kleriker aus Montjean namens Juniot und wurde an den Prior von Montjean verkauft. Der Prior, Gründer der Pfarrgemeinde, musste seine Rechte an seinen Lehnsherren, den Baron von Montjean, abtreten. Die Pfarrgemeinde gehörte zum Bistum Angers, zum Dekanat der Mauges und zur Sénéchaussée, Subdelegation und Élection von Angers sowie zum Einzugsgebiet der Gabelle von Ingrandes.

La Pommeraye war auch Schauplatz des Aufstands der Vendée, dem Kampf der royalistisch-katholisch gesinnten Landbevölkerung gegen Repräsentanten und Truppen der Ersten Französischen Republik. Mehrere Aufständische wurden erschossen, die Bevölkerung nahm ab. Die Kirche ist vollständig abgebrannt wie auch ein Teil des Ortszentrums.

Am 17. März 1865 wurden 4649 Hektar des Ortsgebiets von La Pommeraye zur Gründung von Bourgneuf-en-Mauges abgetrennt.Célestin Port, Seiten 243–247

In La Pommeraye gründete Marie-Joseph Moreau (1788–1864) 1825 die Kongregation der Vorsehungsschwestern (Sœurs de la Providence), zur Unterscheidung von anderen Kongregationen gleichen Namens oft auch Sœurs de la Providence de la Pommeraye genannt.Congrégation des soeurs de la Providence de la Pommeraye, Maine et Loire. Dunloc, Lille 1931.

Bevölkerungsentwicklung

Der starke Bevölkerungsrückgang zum Jahre 1800 zeigt die negative Auswirkung des Aufstands der Vendée.

Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Martin-de-Vertou, zwischen 1848 und 1868 neu errichtet, 50 Meter vom Platz der Vorgängerkirche mit Ursprüngen aus dem 10. Jahrhundert entfernt, die 1863 abgerissen wurde Kapelle Saint-Denis aus dem 15. und 16. Jahrhundert Herrenhaus, genannt Schloss Putille, aus dem 17. Jahrhundert Herrenhaus im Weiler La Hubaudière, vermutlich aus dem 15. Jahrhundert Wassermühle im Weiler Bêne aus dem 18. Jahrhundert Wassermühle im Weiler Le Vieux-Moulin aus dem 17. Jahrhundert

Literatur Aude Guiheneuc (Hrsg.): Le Patrimoine des Communes de Maine-et-Loire. Flohic Editions, Paris 2001, Band 2, ISBN 2-84234-117-1, S. 1060–1063.

Weblinks

Einzelnachweise

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