Xu Lizhi (* 18. JuliLaut Autorenliste auf https://banianerguotoukeyihe.com/tag/xu-lizhi/ banianerguotoukeyihe.com. 1990 in einem Dorf im Kreis Dongliao (bei Jieyang), Provinz Guangdong, Volksrepublik China; † 30. September 2014 in Shenzhen, China) war ein chinesischer Wanderarbeiter, Blogger, Filmkritiker und Lyriker, dessen Schicksal in seinen Versen stellvertretend für viele Millionen Menschen steht, die sich in China als Wanderarbeiter verdingen müssen. Postum gewannen seine Verse in China an Bedeutung.

Leben und Wirken

Xu Lizhi stammte aus einer bäuerlichen Familie. In der Schule gescheitert und sich mit kleinen Jobs über Wasser haltend, entschied er mit rund zwanzig Jahren, vom Dorf in die Großstadt zu ziehen. Er ging nach Shenzhen, wo er bis zu seinem Tod als allgemeiner Arbeiter bei Foxconn Werkstattarbeit verrichtete. Er hatte wie Millionen von Wanderarbeitern ein Leben zu führen, in dem man ausgebeutet wurde. Trotz der deprimierenden Lebensbedingungen gelang es ihm, viel zu lesen und sich mit chinesischen und ausländischen Autoren wie Li Bai, Du Fu, Shakespeare, Baudelaire, Faulkner, Rabindranath Tagore, Rilke und Adonis vertraut zu machen. Es heißt, er sei schüchtern und sensibel gewesen. Als Bücherliebhaber gefiel ihm eine große Buchhandlung in Shenzhen; mehrmals versuchte er, Bibliothekar bei Foxconn zu werden. Er kündigte seinen Job und lebte einige Monate in Jiangsu, kehrte aber wieder zurück, um erneut bei Foxconn zu arbeiten. Insgesamt war er rund drei Jahre lang bei der Firma tätig.

Tod

Aus Verzweiflung über die Situation in den Fabriken beging Xu Lizhi am 30. September 2014 im Alter von 24 Jahren Selbstmord. Am Tag zuvor hatte er ein düsteres Gedicht geschrieben, das seinen Suizid vorwegnimmt. Er stieg auf das Dach eines siebzehnstöckigen Einkaufszentrums und sprang in den Tod. Die Asche seiner sterblichen Überreste wurde auf seinen Wunsch hin im Meer, das er sehr liebte, verstreut.

Werk und Nachwirkung

Die Lyrik von Lizhi ist melancholisch und düster. In seinen Versen spricht er von den Sorgen, Zweifeln, Nöten und Ängsten der Wanderarbeiter, die er als unterdrückte Klasse in China sieht. Die Verse sind von einem eigenen Stil geprägt, der bisweilen auch die Formen der industriellen Produktion in Verbindung mit dem menschlichen Körper abbildet.

Lishi unterhielt einen eigenen Blog, auf dem viele seiner Werke erschienen. Daneben wurden seine Gedichte und Filmkritiken in Foxconn-Werkzeitungen oder in Shenzhener Lokalzeitungen veröffentlicht.

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte im Juni 2015 eine große Dokumentation über Leben und Werk des Dichters. In dem Artikel erschienen erstmals auch Verse von Lizhi in deutscher Übersetzung.

Eisen, Blut und Tod sind zentrale Motive in seinen Gedichten. Der Liebe widmete er einen einzigen Vers: „Gehabt. Erlebt. Verpasst.“

„Wie gerne würde auch ich den Wind, die Blumen, den Schnee und den Mond besingen“, schrieb Lizhi. „Aber ich rede über Blut, denn ich kann nicht anders.“

Der Dichter Qin Xiaoyu wollte ihn als Gast für eine Dokumentation über Wanderarbeiter engagieren und edierte ein Buch mit den Versen des jungen Xu Lizhi.

Einzelnachweise

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