mini|Pfarrkirche Kirchberg an der Raab Die römisch-katholische Pfarrkirche Kirchberg an der Raab steht auf der höchsten Stelle des Ortes Kirchberg an der Raab in der Großgemeinde Kirchberg an der Raab in der Steiermark. Die Pfarrkirche hl. Florian gehört zum Seelsorgeraum Feldbach in der Diözese Graz-Seckau. Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz ().

Geschichte mini|Ziffernblatt der Turmuhr mit "XIII" anstatt "XII" mini|Ansicht vom "Kirchpark" aus Die Kirche wurde 1265 urkundlich genannt und 1381 zur Pfarrkirche erhoben. Der nach einer ehemaligen Gewölbeinschrift von 1510 bis 1526 errichtete spätgotische Kirchenbau wurde später barock erweitert. 1972 und 2009 war eine Innenrestaurierung sowie 2018 eine Außenrenovierung.

Architektur Das vierjochige Langhaus wurde in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts mit Kreuzgratgewölben und Gurten und mit vom 3. Joch ausgehenden Kapellenanbauten versehen. Die dreiachsige Orgelempore hat eine vorschwingende Brüstung. Der einjochige Chor mit Fünfachtelschluss hat außen zweifach abgetreppte Strebepfeiler und innen ein kräftiges und zum Teil nicht sichtbares Netzrippengewölbe. Nördlich vom Chor ist eine Sakristei mit einer Empore, welche bis an das Kirchenschiff reicht. Südseitig ist ein mit einem Rundbogen geöffnetes Oratorium mit einer darüber liegenden Empore mit einer barocken Brüstung. Im Chor ist eine kleine Sakramentsnische. In der Sakristei ist ein spätgotischer Schalenstein. Der spätgotische Westturm mit Dreieckgiebel und einer gegliederten Zwiebelhaube wurde in die barocke Fassadengestaltung mit einbezogen. Die Ziffernblätter der Turmuhr zeigen "XIII" anstatt "XII".

Es gibt ein ovales Epitaph zum Grafen Sigbert Heister († 1718).

Ausstattung mini|Der Altarraum Die Einrichtung ist aus dem 3. Viertel des 18. Jahrhunderts. Der Hochaltar zeigt das Altarbild hl. Florian gemalt vom Maler Wonsidler (1850). Die Seitenaltäre sind den Heiligen Ulrich und Leonhard geweiht. Die Kanzel schuf der Bildhauer Johann C. Schultz. Der rechte Kapellenaltar aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts zeigt ein Marienbild in der Art des Malers Hans Adam Weissenkircher. Es gibt das Bild Letztes Abendmahl und eine Figur Maria mit Kind auf Wolken, beide aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Orgel Bereits 1595 wird in der Pfarrkirche Kirchberg eine Orgel genannt. Das heute noch bestehende Gehäuse stammt von der Orgel, welche 1806 von Ludwig Greß, Graz (14/II) erbaut wurde. 1875 ersetzte Michael Rupnik das Werk durch eine einmanualige Orgel mit zwölf Registern, woraufhin das Rückpositiv als Attrappe leer blieb. 1923 erbauten die Gebrüder Mauracher aus Linz eine neue Orgel mit ebenfalls zwölf Registern, jedoch auf zwei Manualen und Pedal. Schließlich wurde 1964 von Reinisch-Pirchner aus Stainach am Brenner die heutige Orgel im Sinne des Neobarock mit mechanischen Trakturen und einem freistehenden Spieltisch zwischen den beiden Gehäuseteilen erbaut. Sie verfügt über 15 Register auf zwei Manualen und Pedal.

Disposition (Quelle: Eigene Sichtung, Dezember 2025)

I. Hauptwerk C-g³II. Rückpositiv C-g³Pedal C-f¹Rohrflöte8′Gedeckt8′Subbass16′Weidenpfeife8′Holzflöte4′Octavbass8′Prinzipal4′Prinzipal2′Nachthorn4′Spitzflöte4′Quint′Nasard′Cimbel III1′Schwiegl2′Mixtur IV′ Koppeln als Tritte: II/I, I/P, II/P. mini|Orgel

Glocken Das Geläute besteht aus sechs Glocken, gegossen von drei verschiedenen Gießern. Es erklingt im Salve-Regina-Motiv mit Oberoktave, die kleinste Glocke in der Turmlaterne dient als Sterbeglocke und erklingt nur solistisch.

Die älteste und bedeutendste Glocke des Ensembles wurde 1457 von Hans Mitter in Judenburg gegossen und zählt zu den ältesten Glocken der Steiermark. Mit Ausnahme dieser, welche zwar abgeliefert werden musste, jedoch nicht eingeschmolzen wurde und wieder "zurückkehrte", fielen sämtliche Glocken den Glockenablieferungen im Ersten und Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Als Ersatz wurden drei Glocken in zinnarmer Legierung der Glockengießerei Pfundner in Wien gegossen. 1970 musste die große Glocke umgegossen werden, im Zuge dessen wurden auch die Sterbeglocke und die Glocke der Aufbahrungshalle am Friedhof (d") von Grassmayr in Innsbruck gegossen. 2013 wurde die Geläuteanlage saniert (neue Joche, Klöppel und Antriebe) und die Georgsglocke als Geschenk an Pfarrer Georg Stoff ergänzt.Eigene Sichtung, Jänner 2021. +Daten der GlockenNr.NameBildSchlagtonGewicht (kg)Durchmesser (mm)GießerGussjahr1St. Florian100pxe′11841240Glockengießerei Grassmayr, Innsbruck1970 als Umguss von 19502St. Josef100pxgis′518950Glockengießerei Pfundner, Wien19503St. Anna100pxh′286795Glockengießerei Pfundner, Wien19504St. Petrus und Paulus100pxcis″300760Hans Mitter, Judenburg14575St. Georg100pxe″ca. 130ca. 600Glockengießerei Grassmayr, Innsbruck20136Sterbeglockeeis″ca. 100ca. 550Glockengießerei Grassmayr, Innsbruck1970

Weblinks

Literatur Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Steiermark (ohne Graz) 1982. Kirchberg an der Raab, Pfarrkirche hl. Florian, S. 221.

Einzelnachweise

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