Andrea Künzig (* 1963 in Aschaffenburg) ist eine deutsche Fotografin.

Leben und Werk Andrea Künzig schloss 1991 ihr Diplomstudium an der Freien Universität Berlin im Fach Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Naher Osten und internationale Politik ab. 1994 bis 1996 lebte und arbeitete sie als freiberufliche Fotografin in Jerusalem und dokumentierte die Friedensbemühungen im israelisch-palästinensischen Konflikt.

1998/99 arbeitete sie über ein halbes Jahr in Kenia und begann im Auftrag der Zeitschrift Geo das bis 2019 andauernde Langzeitprojekt „Basic Needs. Menschenkinder“ (Wie lebt ein Kind in Afrika?) zu dokumentieren.Geo Perspektive 2019, Sonderheft „Die Jugend der Welt – Was sie will, wie sie fühlt“ - Darin: Langzeitstudie: Geboren 1998 - was wurde aus den GEO-Menschenkindern?, abgerufen am 19. Dezember 2019.Geo Perspektive 2019, Sonderheft „Die Jugend der Welt – Was sie will, wie sie fühlt“ Kopie des Beitrages "Langzeitstudie: Geboren 1998 - was wurde aus den GEO-Menschenkindern?", abgerufen am 5. Februar 2021. In diesem Zeitraum über zwei Jahrzehnte fotografierte sie in regelmäßigen Abständen vor Ort in Kenia die Lebensgeschichte des Jungen Francis Mutia.Johanna Wieland: "Drei Länder, drei Schicksale" - Vor fünf Jahren porträtierten GEO-Reporter drei Kinder. Eins aus Kenya, eins aus Vietnam, eins aus Deutschland. Jetzt haben sie sie noch einmal besucht, Geolino, 2003, abgerufen am 19. Dezember 2019. Die Fotografin hat den Fokus des Projektes erweitert und den Alltag, die Lebensumstände und die Entwicklung der Bewohner des kenianischen Dorfes Musalala mit eingeschlossen.

2001 bis 2004 besuchte Andrea Künzig die Meisterklasse „Fotografie am Schiffbauerdamm“ bei Arno Fischer. Daneben folgen bis 2004 weitere Auftragsreisen für Hilfsorganisationen, Magazine und Zeitungen in den Nahen Osten und nach Ostafrika. 2009 bis 2014 lebte und arbeitete sie in Istanbul. Seit 2014 ist ihre Basis in Berlin.

Sie erhielt Lehraufträge und veranstaltete Foto-Workshops u. a. 2004 für Inwent in der Mongolei, 2007 für das Goethe-Institut in Mumbai, Goethe-Institut Mumbai, 2007, abgerufen am 10. August 2017. und 2014 in Istanbul. 2012 bis 2014 war Andrea Künzig als Fotoexpertin Jurymitglied des „Grenzgänger“-Programms der Robert-Bosch-Stiftung.

Andrea Künzig erarbeitet weltweit vor allem Reportagen und Langzeitprojekte zu sozialpolitischen und humanitären Themen. Aufträge und eigene Projekte führten sie u. a. nach Indien, Sri Lanka, in die Mongolei, nach Mikronesien, Ägypten, Jordanien, in den Libanon, nach Syrien, Israel und die Palästinensischen Gebiete, Bahrain, Äthiopien, Kenia, Tansania, Uganda, Südafrika und Swasiland. Häufig steht das Lebensumfeld von Frauen und Kindern im Mittelpunkt der fotografischen Arbeiten. In ihren sozialdokumentarischen Fotoreportagen hat Andrea Künzig u. a. die Themen HIV, Fistula,Stiftung Weltbevölkerung: , abgerufen am 16. Februar 2021. Kinderarbeit, Schuldknechtschaft, Wanderarbeit, medizinische Versorgung oder FGM (Female genital mutilation) dokumentiert. Ein weiterer Schwerpunkt der Fotografin ist die Dokumentation von Gesellschaften oder Volksgruppen zwischen Tradition und Moderne.

Nach ihrem langjährigen Aufenthalt im Nahen Osten entstand 2004 der Fotoband „Visions: Palestine“Edith Krebs: Über den Fotoband „Visions: Palestine“, In: Die Wochenzeitung Nr. 01/2006. Abgerufen am 13. Juli 2015. und während der Zeit in Istanbul erschien 2010 der Bildband „Istanbulum“ (Mein Istanbul).Carina Risse: Über den Bildband „Istanbulum“, abgerufen am 13. Juli 2015.

Seit 2017 liegt der Schwerpunkt auf freien Projekten im künstlerischen Bereich, u. a. begann Andrea Künzig ein Langzeitprojekt zum Thema „Natur und Klimawandel“ in unterschiedlichen Regionen Deutschlands. Sie fotografiert hierfür in Wäldern, Biosphärenreservaten und Nationalparks und erforscht mit der Kamera Ursprünglichkeit und Wandel der Wälder, auch im Kontext der Klimakrise. Die Ergebnisse wurden in einer Serie von Ausstellungen unter dem Titel „NATURE_up side down“ präsentiert.Homepage Andrea Künzig , abgerufen am 14. März 2024., Rezension von Sonja Alphonso, 21. April 2018, abgerufen am 14. März 2024. Zur Vertiefung ihres Wissens über die Natur in der Photographie hat die Fotografin eine Ausbildung zur Waldführerin bei dem Förster und Autor Peter Wohlleben in der Waldakademie in Wershofen, Deutschland, absolviert., Wohllebens Waldakademie, abgerufen am 14. März 2024.

Andrea Künzig wird durch die Agentur „laif – Photos & Reportagen“ vertreten. Seit 2022 ist die Agentur in eine Genossenschaft umgewandelt worden und Andrea Künzig ist ebenfalls Mitglied der „laif foundation for independent photojournalism“., laif, genossenschaft der fotograf:innen, abgerufen am 14. März 2024. Sie fotografiert freiberuflich u. a. für National Geographic Traveller, GEO, The Guardian, Der Spiegel, DIE ZEIT, Brigitte und Deutsche Welle. Außerdem ist sie für internationale Organisationen als Fotografin tätig: u. a. für Deutsche Stiftung WeltbevölkerungFotos für eine Kampagne der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung zum 8. „International Dialogue on Population and Sustainable Development“ 2010 , abgerufen am 16. Februar 2021., SOS-Kinderdorf, Terre des Femmes und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP).

Ihre Fotos werden international ausgestellt und 2023 wurde Andrea Künzig als Mitglied in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) „aufgrund besonderer Verdienste um die Fotografie und deren Förderung“ berufen., Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) e.V. in Köln, abgerufen am 14. März 2024.

Auszeichnungen/Förderungen Andrea Künzig erhielt mehrere Auszeichnungen für ihre fotografische Arbeit. Sie wurde u. a. 2001 von UNICEF als eine der herausragenden Kinderfotografinnen nominiert und erhielt zuletzt 2013 den Medienpreis der Kindernothilfe für eine Fotoreportage über „Die tapferen Kinder aus Kampala“., Weite Welt November 2013, abgerufen am 17. Juli 2015. Bereits dreimal (2004, 2008 und 2021) erhielt sie ein Stipendium der VG Bild Kunst. 2021: Stipendium im Rahmen von „Neustart Kultur“ und von der VG Bild-Kunst in Bonn abgerufen am 14. März 2024. 2013: Medienpreis der Kindernothilfe mit dem Thema: „Die tapferen Kinder aus Kampala“, (Kindernothilfe)Angelika Gardiner: , Weltweit 10. September 2012, abgerufen am 17. Juli 2015. 2010: Preis für den Essay „Afrikanischer Fußball: Fokus auf den Hintergrund“, Dokfünf, Hamburg: [Dokfünf Fotowettbewerb 2010: "Schlagwort Fußball: Fokus auf den Hintergrund"], abgerufen am 20. September 2017. 2010: “European Journalist Award of Excellence in Journalism”, Fotoessay über das Fistula Hospital in Äthiopien mit Angelika Gardiner, World Population Foundation, Amsterdam (eng), abgerufen am 17. Juli 2015. 2009: „Deutscher Journalistenpreis“ zum Thema Entwicklung mit Angelika Gardiner, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Berlinjournalistenpreise.de: , abgerufen am 17. Juli 2015.www.bmz.de: , abgerufen am 20. September 2017.www.weltbevoelkerung.de: , 17. März 2010, abgerufen am 17. Juli 2015. 2008: Stipendium VG Bild-Kunst, BonnStipendium VG Bild-Kunst, Bonn 2008 , abgerufen am 19. Dezember 2019. 2005: „Fotografin des Monats“, mit Portfolio „Visions: Palestine“, GEO 2004: Stipendium VG Bild-Kunst, BonnStipendium VG Bild-Kunst, Bonn , abgerufen am 19. Dezember 2019. 2001: Nominiert von UNICEF als „Kinderfotografin des Jahres“www.unicef.de: Homepage Unicef, abgerufen am 20. September 2017. 2000: 1. Preis „Bild der Wissenschaft“ für den Fotoband „Menschenkinder“, GEO, Gruner und Jahr VerlagUlrike Baureithel / Anna Bergmann: Die Bücher des Jahres 2000, bild der wissenschaft, 1. Dezember 2000, abgerufen am 17. Juli 2015.

Bücher (Auswahl) Istanbulum – Mein Istanbul, Kehrer Verlag, Heidelberg 2010, ISBN 3-86828-183-5. Visions : Palestine, Kehrer Verlag, Heidelberg 2004, ISBN 3-936636-07-9. Das Universum des Menschen, GEO, Fotos aus den vergangenen 25 Jahren, 2002, ISBN 3-570-19313-6. Menschenkinder, GEO, Gruner und Jahr Verlag, 2000, ISBN 978-3-570-19241-2. Der längste Weg heißt Frieden, Die ersten Frauen im palästinensischen Parlament, mit Angela Grünert, dtv-Verlag, 1998, ISBN 3-423-24145-4.

Ausstellungen 2024: „NATURE_up side down“, Foyer Gallery; Das andere Hotel, Berlin-Charlottenburgwww.andreakuenzig.de: , abgerufen am 18. Juni 2025. 2023: „100 Jahre Türkische Republik“, Gruppenausstellung, Galerie a/e, Potsdam Galerie a/e, Potsdam, abgerufen am 14. März 2024. Artikel von Alicia Rust vom 25.202023 in "Der Tagesspiegel", abgerufen am 14. März 2024. 2020: „Dirty Laundry“, Gruppenausstellung im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie (EMOP) 2020, Fotogalerie Friedrichshain, Berlin, 2020 Website des EMOP Berlin 2020 abgerufen am 2. Januar 2021. 2020: „NATURE_up side down“, Waldhalle, Ökowerk Berlin, 2020 Interview im Naturmagazin 3/2020 abgerufen am 2. Januar 2021. Photography in Berlin abgerufen am 2. Januar 2021. 2019: „NATURE_up side down“, Werderpark, Werder, Brandenburg 2019Onlineportal "Wir sind Werder" abgerufen am 19. Dezember 2019. 2018: „NATURE_up side down“, Art Moorburg, Hamburgwww.moorburger-art.de: , abgerufen am 7. Februar 2019. 2016: „Angekommen!? Fotografien zu Flucht und Ankunft in Deutschland“, FREELENS Gemeinschaftsprojekt, Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Berlin (23. September bis 7. Oktober 2016)www.freelens.de: , abgerufen am 10. August 2017. 2016: „Weggehen. Ankommen. Flucht + Aufbruch in Europa“, Atelier + Kantine Dömitz, Hamburg (9. April bis 29. Mai 2016)www.atelierundkantine.de: , abgerufen am 10. August 2017. 2015: „DAY BY DAY – In Kambaland“, Listros Galerie BerlinRuth Eichhorn: "DAY BY DAY" IN KAMBALAND, listros.de, abgerufen am 17. Juli 2015.Veranstaltungshinweis „Andrea Künzig: Day by Day in Kambaland“ - Galerie Listros 2015 , abgerufen am 19. Juli 2019. 2012–2013 „Menschen und ihre Geschichten“, Wanderausstellung der Kulturabteilung Auswärtiges Amt, Türkei 2011 „Istanbulum“, ARTHOUSE Arnavutkoy und Goethe-Institut, Istanbul, Türkeiwww.goethe.de: ANDREA KÜNZIG – ISTANBULUM (MEIN ISTANBUL), abgerufen am 17. Juli 2015. 2010 „Afrikanischer Fußball: Fokus auf den Hintergrund“, Dokfünf, Kunstleben, Hamburg, Deutschland abgerufen am 14. März 2024. 2009 „One World I“, Fotografien aus Afrika, Prinzessin, Berlinwww.photography-now.com: Andrea Künzig, abgerufen am 17. Juli 2015. 2009 „Grenzland“, Kunst Landing, Aschaffenburg 2009 „Grenzland“, Römer 9, Frankfurt am MainKatharina Deschka-Hoeck: Vom fernen Leben jenseits des Flusses, faz, 21. Oktober 2009, abgerufen am 17. Juli 2015. 2009 „Kein Schnitt ins Leben“, Wanderausstellung gegen weibliche Genitalverstümmelung in Afrika, Terres des Femmes, Schweiz 2009 „Die Deutschen und ihre Nationalsymbole“, Haus der Geschichte, Bonnwww.hdg.de: Flagge zeigen? Die Deutschen und ihre Nationalsymbole, abgerufen am 20. September 2017.Horst Köhler: Ansprache von Bundespräsident Horst Köhler anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Flagge zeigen? Die Deutschen und ihre Nationalsymbole", Der Bundespräsident, 4. Dezember 2008, abgerufen am 17. Juli 2015. 2008 „Kein Schnitt ins Leben“, Wanderausstellung gegen weibliche Genitalverstümmelung in Afrika, Terres des Femmes, in Deutschland: „Sie versprachen mir ein herrliches Fest…“, abgerufen am 10. August 2017. 2007 „Promised Land“, Art Landing, Aschaffenburg, Deutschland 2007 “Il corpo imprigionato, African Images”, Cross-Cultural Center, Turin, Italien 2006 “Visions: Palestine”, Al Riwaq Gallery, Bahrainwww.alriwaqartspace.com, abgerufen am 17. Juli 2015. 2005 “Millennium Development Goals 2015”, BICC (Bonn International Center for Conversion)Photo exhibition “Millennium Development Goals 2015 – Acting Global for Poverty Reduction, Development and Peace” (en), Bonn International Center for Conversion, abgerufen am 17. Juli 2015. 2004 „Visions: Palestine“, Universität Hamburg 2004 „Promised Land“, Robert Morat Galerie, Hamburg, abgerufen am 19. Dezember 2019.