mini|hochkant|Enrique Irazoqui (1964) Enrique Irazoqui (* 5. Juli 1944 in Barcelona; † 16. September 2020 ebenda) war ein spanischer Filmschauspieler und Schachenthusiast.

Leben Irazoqui wurde als Sohn eines baskischen Psychiaters und einer italienischen Unternehmerin in Barcelona geboren. Er war 19 Jahre alt, als er bei einer Italienreise im Auftrag der illegalen katalanischen Studentengewerkschaft 1964 Pier Paolo Pasolini kennenlernte, der ihn für die Rolle des Jesus von Nazaret in seinem Filmdrama Das 1. Evangelium – Matthäus engagierte. Nach seiner Rückkehr von den Dreharbeiten wurde er in Spanien zu 18 Monaten Zwangsarbeit verurteilt, weil man seine Darstellung des Erlösers als Blasphemie ansah.Joanne Pearson, Steve Moyise: Jesus in Film. In: Gwilym Beckerlegge (Hrsg.): Religion Today: Tradition, Modernity and Change. From Sacred Text to Internet (= The Open University. Band 1). Routledge Revivals, New York 2018 (Nachdruck der Erstausgabe Religion in the Modern World. Ashgate, Farnham 2001), ISBN 978-1-138-70358-2, S. 35–56, hier: S. 42 f. 1966 und 1967 spielte er jeweils eine Hauptrolle in den international wenig beachteten, aber für die Schule von Barcelona richtungsweisenden Filmen Noche de vino tinto von José María Nunes und Dante no es únicamente severo von Jacinto Esteva und Joaquim Jordà, ehe er sich ins Privatleben zurückzog.

Irazoqui beendete sein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Barcelona. Später lebte er in den Vereinigten Staaten, wo er Spanische Literatur studierte und hispanistischer Literaturwissenschaftler wurde.

Nach 25 Jahren Pause übernahm er 1992 in dem während der Katalonienoffensive in Barcelona spielenden Bürgerkriegsdrama El largo invierno von Jaime Camino eine Nebenrolle an der Seite von Vittorio Gassman und Elizabeth Hurley. Wieder vergingen 16 Jahre, bis er 2008 in A la soledat erneut in einem Film von José María Nunes vor der Kamera stand.

Irazoqui war Organisator und Schiedsrichter vieler Schachturniere und gab eine jährlich erscheinende Schachzeitschrift heraus. 2002 war er Schiedsrichter beim legendären Schachduell Brains in Bahrain. bei der Akademie Solitude, Eintrag zu den Jahren 2011–2013.

Zuletzt lebte Irazoqui in dem katalanischen Fischerort Cadaqués im Alt Empordà, wo er das Computerschachturnier Cadaqués Computer Tournament aufbaute.

2011 erhielt er die Ehrenbürgerschaft der Stadt Matera in Italien, wo 1964 Das 1. Evangelium – Matthäus gedreht worden war.

Filmografie 1964: Das 1. Evangelium – Matthäus (Il Vangelo secondo Matteo) 1966: Noche de vino tinto 1967: Dante no es únicamente severo 1992: El largo invierno 2008: A la soledat 2009: El aullido (Kurzfilm) 2020: Das Neue Evangelium

Einzelnachweise

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