Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der schottischen Fußballnationalmannschaft bei Europameisterschaften. Schottland qualifizierte sich erstmals für die EM 1992 und dann nochmals vier Jahre später. Danach scheiterte Schottland bis 2020 immer wieder in der Qualifikation. Im November 2020 konnten sie sich dann über die Playoffs als letzte Mannschaft für die 2021 stattgefundene Endrunde qualifizieren.
Übersicht Schottland erreichte bisher viermal die Endrunde, davon einmal bei acht, einmal bei 16 und zweimal bei 24 Teilnehmern.
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisTrainer Bemerkungen und Besonderheiten 1960 Frankreich nicht teilgenommen 1964 Spanien nicht teilgenommen 1968 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation, die gleichzeitig als British Home Championship ausgetragen wurde, am späteren Dritten England gescheitert. 1972 Belgien nicht qualifiziert Im Qualifikation am späteren Dritten Belgien gescheitert. 1976 Jugoslawien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien gescheitert, das aber die Endrunde auch nicht erreichte. 1980 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation erneut am späteren Vizeeuropameister Belgien gescheitert. 1984 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation wieder an Vizeeuropameister Belgien gescheitert. 1988 BR Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Irland gescheitert. 1992 Schweden Vorrunde Deutschland, GUS, Niederlande 5. Andy Roxburgh Nach Niederlagen gegen Titelverteidiger Niederlande und Weltmeister Deutschland sowie einem Sieg gegen die GUS als Gruppendritter ausgeschieden. 1996 England Vorrunde England, Niederlande, Schweiz 12. Craig Brown Nach einem Sieg gegen die Schweiz, einem Remis gegen die Niederlande und einer Niederlage gegen Gastgeber England als Gruppendritter ausgeschieden 2000 Niederlande und Belgien nicht qualifiziert In den Relegationsspielen an England gescheitert. 2004 Portugal nicht qualifiziert In den Relegationsspielen an den Niederlanden gescheitert. 2008 Österreich und Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Finalisten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 Frankreich und Italien gescheitert. 2012 Polen und Ukraine nicht qualifiziert In der Qualifikation an Titelverteidiger und Weltmeister Spanien sowie Tschechien gescheitert. 2016Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation traf Schottland auf Deutschland, Irland, Polen, Georgien und Gibraltar. Durch ein 2:2 am vorletzten Spieltag gegen Polen verpasste Schottland die Qualifikation, da Irland gleichzeitig gegen Deutschland gewann. 2021Europa Vorrunde Tschechien, England, Kroatien 22.Steve Clarke Schottland stellte mit dem Hampden Park eine Spielstätte für drei Gruppenspiele und ein Achtel- oder Viertelfinalspiel, musste sich aber wie alle anderen UEFA-Mitglieder für die EM qualifizieren. Dies gelang über die Play-offs durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen Serbien. 2024 DeutschlandVorrundeDeutschland, Schweiz, Ungarn 24. Steve Clarke Gegner in der Qualifikation waren Zypern, Spanien, Norwegen und Georgien.
Endrunden mit vier Teilnehmern EM 1960 und 1964 Für die Fußball-Europameisterschaften 1960 und 1964, die noch als „Europapokal der Nationen“ ausgetragen wurde, hatte die SFA ihre Nationalmannschaft nicht gemeldet.
EM 1968 1968 wollte dann auch Schottland erstmals teilnehmen und musste sich in der British Home Championship, die gleichzeitig als EM-Qualifikation diente, mit den drei anderen britischen Mannschaften auseinandersetzen. Das Spiel gegen Wales am 22. Oktober 1966 in Cardiff war dann gleichzeitig das erste EM-Qualifikationsspiel der von Malky MacDonald trainierten Schotten, für die Denis Law das erste EM-Qualifikationstor erzielte.WALES v SCOTLAND 1:1 Mit dem Remis hatten die Schotten schon quasi die Qualifikation verpasst, denn am Ende hatten sie einen Punkt weniger als Weltmeister England, der dann auch die Endrunde erreichte und dort Dritter wurde.
EM 1972 In der Qualifikation für die EM-Endrunde 1972 musste Schottland, das nun von Bobby Brown trainiert wurde, dann gegen Belgien, Portugal und Dänemark antreten. Die Schotten konnten nur ihre Heimspiele gewinnen, verloren aber alle Auswärtsspiele und wurden dann am Ende nur Dritter. Brown legte danach das Amt des Nationaltrainers ab und zog sich aus dem Fußballgeschäft zurück. Sein Nachfolger wurde Willie Ormond, dem es gelang, Schottland zwei Jahre später zur WM zu führen. Gruppensieger Belgien schaltete im Halbfinale Vizeweltmeister Italien aus und durfte die EM-Endrunde ausrichten, wurde dort aber nur Dritter.
EM 1976 1976 wurde die Endrunde letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen. Schottland, das bei der WM 1974 ungeschlagen in der Gruppenphase ausgeschieden war, belegte in der Qualifikationsgruppe 4 hinter Spanien und den punktgleichen Rumänen vor Dänemark wieder nur Platz 3. Ormond blieb danach zunächst im Amt, wurde aber in der laufenden Qualifikation für die WM 1978 von Ally MacLeod abgelöst, der aber nach dem Aus in der WM-Vorrunde bei der folgenden EM-Qualifikation nicht mehr im Amt war. Gruppensieger Spanien scheiterte dann im Viertelfinale an Titelverteidiger und Weltmeister Deutschland, der bei der Endrunde erneut das Finale erreichte, aber im Elfmeterschießen gegen die Tschechoslowakei verlor.
Endrunden mit acht Teilnehmern EM 1980 Für die Europameisterschaft in Italien, die erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen wurde, mussten die Schotten, die nun von Jock Stein trainiert wurden, in der Qualifikation gegen Belgien, Österreich, Portugal und Norwegen antreten. Schottland belegte mit fünf Punkten Rückstand auf Gruppensieger Belgien nur den vierten Platz. Die Belgier wurden dann bei der Endrunde Vize-Europameister. Jock Stein blieb im Amt und führte die Schotten zur WM 1982.
EM 1984 In der Qualifikation für die Europameisterschaft in Frankreich war wieder Belgien der Hauptgegner sowie die Schweiz und die DDR. Schottland konnte nur das Heimspiel gegen die DDR gewinnen und wurde Gruppenletzter. Gruppensieger wurden erneut die Belgier, die aber in Frankreich bereits in der Gruppenphase scheiterten. Jock Stein blieb weiter im Amt, verstarb aber beim letzten Spiel der Qualifikation zur WM 1986, bei dem sich Schottland für die WM qualifizierte, durch einen Herzinfarkt auf der Trainerbank.
EM 1988 Auch in der Qualifikation für die Europameisterschaft in Deutschland trafen die seit 1986 von Andy Roxburgh trainierten Schotten wieder auf Belgien sowie auf Irland, Bulgarien und Luxemburg. In einer sehr ausgeglichenen Gruppe, in der nur Luxemburg kein Spiel gewann, starteten die Schotten mit zwei torlosen Remis gegen Bulgarien und Irland. Sie gewannen dann zwar gegen Luxemburg, aber nach einer Heimniederlage gegen Irland und einer Niederlage in Belgien waren sie aus dem Rennen. Am Ende konnten sie dann aber noch mit einem Heimsieg gegen Belgien und einem Sieg in Bulgarien dazu beitragen, dass Irland zum ersten Mal die EM-Endrunde erreichte, da die Iren dadurch mit einem Punkt vor Bulgarien Gruppensieger wurden. Bei der Endrunde scheiterte Irland trotz eines Sieges gegen England aber in der Gruppenphase am späteren Europameister Niederlande. Roxburgh blieb im Amt und führte Schottland zur WM 1990.
EM 1992 Die Qualifikation für die EM 1992 brachte dann endlich den ersehnten Erfolg. Gegen Bulgarien, die Schweiz, Rumänien und San Marino, das erstmals teilnahm, setzten sich die Schotten als Gruppensieger durch. Dabei verloren sie in dieser ausgeglichenen Gruppe nur in Rumänien. Bei der Endrunde trafen sie in ihrem ersten EM-Endrundenspiel auf Titelverteidiger Niederlande und verloren mit 0:1. Auch das zweite Spiel gegen Weltmeister Deutschland wurde verloren, diesmal mit 0:2. Damit hatten sie schon keine Chance mehr, das Halbfinale zu erreichen. Im letzten Spiel gegen die GUS gelang dann aber noch ein 3:0-Sieg, wodurch Deutschland, das im Parallelspiel gegen die Niederlande verloren hatte, ins Halbfinale einziehen konnte. Roxburgh blieb zunächst im Amt, nach dem Scheitern in der Qualifikation für die WM 1994 folgte ihm aber Craig Brown.
Endrunden mit 16 Teilnehmern EM 1996 mini|Szene aus dem Spiel gegen die Niederlande
Für die EM 1996, die erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen wurde, mussten sich die Schotten in einer Gruppe mit Russland, Griechenland, Finnland, den Färöer und San Marino qualifizieren. Schottland verlor nur in Griechenland, erreichte aber gegen Russland zwei Remis und wurde hinter den Russen Gruppenzweiter. Als viertbester Gruppenzweiter waren sie damit aber direkt für die Endrunde qualifiziert.
Bei der Endrunde wurden die Schotten in eine Gruppe mit Gastgeber England, Ex-Europameister Niederlande und EM-Neuling Schweiz gelost. Wieder trafen sie im ersten Gruppenspiel auf die Niederlande, erkämpften diesmal aber ein torloses Remis. Im zweiten Spiel verloren sie dann aber das Prestigeduell gegen England mit 0:2. Und wieder gewannen sie das letzte Spiel, diesmal gegen die Schweiz mit 1:0. Damit waren sie punkt- und tordifferenzgleich mit den Niederländern, da sie aber weniger Tore geschossen hatten, schieden sie als Gruppendritter aus und verabschiedeten sich für mindestens 20 Jahre von der EM-Bühne.
EM 2000
Für die EM 2000 musste sich Schottland gegen Vize-Europameister Tschechien, Bosnien und Herzegowina, Litauen, Estland und die Färöer qualifizieren. Schottland belegte mit 12 Punkten Rückstand hinter den Tschechen den zweiten Platz und musste in die Playoffs der Gruppenzweiten. Hier wurde ihnen England zugelost und nach einem 0:2 im Heimspiel reichte das 1:0 in London nicht, um die Endrunde zu erreichen. Craig Brown blieb zunächst weiter Nationaltrainer, nachdem aber auch die Qualifikation für die WM 2002 misslang, wurde er entlassen.
EM 2004 In der Qualifikation für die EM 2004 traf Schottland, das seit dem 1. März 2002 vom Deutschen Berti Vogts und damit erstmals von einem Ausländer trainiert wurde, auf Vize-Weltmeister Deutschland, Island, Litauen und wieder die Färöer. Schottland begann mit einem 2:2 auf den Färöer, konnte dann beide Spiele gegen Island gewinnen, verlor aber das nächste Spiel in Litauen. Im Heimspiel gegen Deutschland reichte es dann nur zu einem 1:1 und in Deutschland wurde letztlich das entscheidende Spiel um den Gruppensieg mit 1:2 verloren. Als Gruppenzweiter mussten sie dann in die Play-offs gegen die Niederlande. Nach einem 1:0 im Heimspiel verloren sie das Rückspiel aber mit 0:6. Vogts blieb zunächst im Amt, nach schlechtem Start in die Qualifikation für die WM 2006 trat er aber am 1. November 2004 zurück.
EM 2008 Für die Europameisterschaft 2008 hatte sich auch Schottland zusammen mit Irland als Ausrichter beworben, verlor aber gegen die Gemeinschaftsbewerbung von Österreich und der Schweiz. Schottland, das nun wieder von einem Schotten – Walter Smith – trainiert wurde, musste sich daher sportlich qualifizieren, was erneut nicht gelang. Smith gab auch noch während der laufenden Qualifikation seinen Posten als Nationaltrainer auf und wurde Trainer der Glasgow Rangers. Sein Nachfolger wurde Anfang 2007 Alex McLeish. In einer Qualifikationsgruppe mit den Finalisten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 Frankreich und Italien belegten sie hinter diesen nur den dritten Platz vor der Ukraine, Litauen, Georgien und den Färöer. Sie konnten dabei zwar beide Spiele gegen Frankreich gewinnen, verloren aber beide Spiele gegen Weltmeister Italien. Entscheidend war dabei das letzte Heimspiel gegen Italien, denn durch einen Sieg wären die Schotten für die EM qualifiziert gewesen. McLeish wechselte nach der verpassten Qualifikation zum englischen Premier-League-Club Birmingham City, sein Nachfolger wurde George Burley, dem es aber nicht gelang, Schottland zur WM 2010 zu führen, was zu seiner Entlassung führte.
EM 2012