Michael Brück (* 2. Januar 1990 in Bergisch Gladbach) ist ein deutscher Neonazi. Er ist ehemaliger stellvertretender NRW-Landesvorsitzender der Kleinpartei Die Rechte, für die er von April 2015 bis August 2020 als Nachfolger von Dennis Giemsch dem Stadtrat von Dortmund angehörte. Seit Ende 2020 ist er in Chemnitz bei der dort ansässigen rechtsextremistischen Partei Freie Sachsen aktiv, die dem Querdenker-Milieu entstammt. Dort arbeitet er zudem für den rechtsextremen Rechtsanwalt Martin Kohlmann.Rechtsextremist verlässt das Ruhrgebiet Michael Brück: Neonazi-Kopf aus Dortmund wird Azubi in Chemnitz, ruhr24.de 17. Dezember 2020Nazi-Hochburg Chemnitz Wie sich Rechtsextreme mit Coronakritikern verbünden, Spiegel TV 17. Juni 2021 Im Juni 2024 wurde er als Kandidat der gemeinsamen Liste von Pro Chemnitz und DSU in den Ortschaftsrat von Chemnitz-Röhrsdorf gewählt.https://reportage.wdr.de/wie-neonazis-aus-nrw-rechtsextreme-strukturen-in-ostdeutschland-ausbauen#chapter-584https://www.chemnitz.de/fileadmin/chemnitz/media/rathaus/wahlen/kommunalwahl/2024_roehrsdorf.pdf

Werdegang Brück gehörte zu den Führungsfiguren der Neonazi-Kameradschaft Nationaler Widerstand Dortmund (NWDO).Verfassungsschutzbericht 2013. Bundesministerium des Innern, S. 109 Nach dem Verbot des NWDO im Jahr 2012 gründete Brück mit anderen Rechtsextremisten wie Dennis Giemsch und Siegfried Borchardt am 15. September 2012 den NRW-Landesverband der Kleinpartei Die Rechte. Der Landesverband diente als Auffangbecken von Mitgliedern sogenannter Freier Kameradschaften und wurde von Dennis Giemsch und Michael Brück dominiert.Jörg Diehl, "Die Rechte": Behörden prüfen Verbot von Neonazi-Partei, Spiegel Online vom 23. Februar 2015. Brück kandidierte bei der Bundestagswahl 2013 für Die Rechte auf dem Listenplatz 3 der Landesliste in Nordrhein-Westfalen.. Er nahm an der Demonstration der „Hooligans gegen Salafisten“ im Oktober 2014 in Köln teil.Phillip Wittrock, Hooligan-Krawalle: Neonazis im Propaganda-Rausch, Spiegel Online vom 28. Oktober 2014.

Brück betrieb über mehrere Jahre hinweg einen Internet-Versandhandel, zunächst unter der Domain antisem.it, dann unter antisem-versand.org, der Nazidevotionalien und Zubehör für den Straßenkampf verkauft., S. 86. Der Leiter des Verfassungsschutzes in Nordrhein-Westfalen, erklärte, ein Verbot des Unternehmens werde geprüft, denn „der Tenor ist antisemitisch“.Dortmunder Stadtrat. Rechte Belastung. Deutschlandfunk, 25. November 2014 Der Vorläufer des Shops, Resistore, unter der Verantwortung von Giemsch war 2012 ebenfalls verboten worden.Neonazi-Versandhandel „antisem.it“. Hetze zu verkaufen. taz, 3. Januar 2013 Anfang 2015 erhielten mehrere Journalisten des Online-Magazins Ruhrbarone über soziale Medien Todesanzeigen mit ihren eigenen Namen. Auf den Todesanzeigen wurde auch Brücks Versandhandel antisem.it beworben.

Brück studierte seit dem Wintersemester 2013 Rechtswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum; er hat dieses Studium mangels Erfolgsaussichten mittlerweile abgebrochen, da ein Referendariat als ausgeschlossen gilt. Es kam zu einer Störung von einer von ihm besuchten Vorlesung, die Universität wurde aufgefordert, ihn zu exmatrikulieren, lehnte dies jedoch ab. Unter anderem der Fall Michael Brück warf in der Öffentlichkeit die Frage auf, ob Gegner der freiheitlich-demokratischen Grundordnung Rechtsreferendare werden sollten.Verfassungsfeind und Rechtsreferendar, Die Welt Online vom 14. März 2015.

Der Fußballverein Borussia Dortmund schloss Brück aufgrund seiner politischen Aktivitäten als Vereinsmitglied Anfang 2015 aus. 2014 hatte die Borussia Brück bereits mit einem Stadionverbot belegt. Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen haben sich dem von Borussia Dortmund ausgesprochenen Stadionverbot für Brück angeschlossen.Nazis in Fankurven: Warten auf ein Zeichen, taz vom 25. Februar 2015.

Im Mai 2017 kandidierte er für Die Rechte bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Landtagswahlkreis Dortmund I.LANDTAGSWAHL 2017 - Verzeichnis der Bewerberinnen und Bewerber in Nordrhein-Westfalen, Internetseite des Landeswahlleiters des Landes Nordrhein-Westfalen 2018 trat Brück als völlig ortsfremder Kandidat bei der Bürgermeisterwahl im baden-württembergischen Weingarten (Landkreis Karlsruhe) an und erreichte mit 2,32 % der Stimmen den dritten Platz.

Nachdem der Dortmunder Neonazi-Szene in den Jahren zuvor durch Verhaftungen wichtiger Kader und diverse Razzien bei verschiedenen Gruppierungen die politischen Aktivitäten erschwert worden waren, zog Brück Ende 2020 nach Chemnitz um. Sein bei der Kommunalwahl im September 2020 gewonnenes Mandat trat er nicht an, sondern gab es weiter an Matthias Deydahttps://www.nordstadtblogger.de/paukenschlag-neonazi-frontmann-michael-brueck-tritt-weder-sein-ratsmandat-noch-sitz-in-der-bv-huckarde-an/, der wiederum später samt dem aufgelösten "Die Rechte"-Kreisverband zur NPD wechselte (kurz darauf umbenannt in Die Heimat).https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2023-04/die-rechte-npd-neonazi-dortmund Brück indes trat im Juni 2024 an bei den Kommunalwahlen in Sachsen für die gemeinsame Liste von Pro Chemnitz und DSU. Dabei wurde er mit 13,27 % der Stimmen in den Ortschaftsrat von Chemnitz-Röhrsdorf gewählt.https://reportage.wdr.de/wie-neonazis-aus-nrw-rechtsextreme-strukturen-in-ostdeutschland-ausbauen#chapter-584https://www.chemnitz.de/fileadmin/chemnitz/media/rathaus/wahlen/kommunalwahl/2024_roehrsdorf.pdf

Brück schreibt auch für die von Jürgen Elsässer herausgegebenen rechtsextreme Publikation Compact.

Buchveröffentlichung Kampf um Dortmund. Vier Jahrzehnte Widerstand, Sturmzeichen-Verlag, Dortmund 2024, ISBN 978-3-9825932-1-0.

Einzelnachweise

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