mini|Erner Hübsch um 1920

ErnerHübschs Pseudonym wird gelegentlich falsch als Werner wiedergegeben, so bei Fraenkel auf S. 385 (zu Engelein) und noch 2015 im Wochenprogramm des Kinos Lichtspiel in Bamberg. Hübsch (eigentlich Adolf Ernst Hermann Hübsch; * 30. September 1858 in Elbing, Ostpreußen; † 17. Februar 1925 in Berlin-Schöneberg) war ein deutscher Stummfilmschauspieler.

Leben und Wirken Hübsch, ein Sohn des Buchdruckers Friedrich Hübsch und seiner Frau Amalie, geb. Levin, ging bereits in frühen Jahren nach Berlin, wo er zunächst als Buchhalter arbeitete, ehe er ein BekleidungsgeschäftEs handelte sich dabei um ein „Sondergeschäft für elastische Leibbinden, Leibträger, Herrengürtel u. Gummistrümpfe“, vgl. Verzeichnis der Teilnehmer an den Fernsprechnetzen in Berlin und Umgegend. Berlin 1916, S. 464 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig). und ein Reklamebüro eröffnete. Zwischen 1913 und 1924 wurde er als Darsteller in zahlreichen Stummfilmen eingesetzt, darunter in noch heute bekannten Werken wie den Asta-Nielsen-Filmen Engelein und Das Ende vom Liede, Otto Ripperts Die Pest in Florenz und in den Fritz-Lang-Filmen Harakiri, Der müde Tod und Dr. Mabuse, der Spieler.

Sein Rollenspektrum war breit und reichte vom Teppichhändler über Mönch„Einem Chargenspieler noch möchte man ganz besonderen Dank sagen, Erner Hübsch, der ein ergebenes, verschlagen eifriges, unheimlich komisches Pfäfflein auf zwei Beine gestellt hat, das einfach unübertrefflich ist. Man wird von Hübsch sicher noch bald anderes sehen, sehr zum Besten des deutschen Films […]“ schrieb die Erste Internationale Film-Zeitung (Berlin) Bd. 13, Nr. 42 vom 25. Oktober 1919, auf S. 33. und Eunuch bis zum Gelehrten, japanischen Teehausbesitzer und amerikanischen Kohlenkönig. Er trat in Detektivserien mit Stuart Webbs, Harry Hill und Mac Wood,In der MacWood-Serie des Regisseurs Gernot Bock-Stieber spielte Alexander von Antalffy 1920/21 mehrmals den „smarten, abenteuerlustigen Tausendsassa“ MacWood. ja sogar in Filmopern und Film-Singspielen auf. Hauptrollen scheint er jedoch nie bekommen zu haben.

Mehrfach erschien er in Filmen des Regisseurs Gernot Bock-Stieber und dessen Gattin, der Drehbuchautorin Ada van Roon.1920: Der Spuk des Lebens, Der unsichtbare Dieb, Die Strahlen des Todes; 1921: Der Mann im Schrank; 1924: Ein Traum ein Leben (Remake von 1920: Der Spuk des Lebens?) In beiden Filmen spielte Hübsch den „Dr. Claudi“, v. Antalffy den „Marcus von Lutovice“.

Hübsch war von 1884 bis zu ihrem Tod 1902 mit Marianne, geb. Rührmund, verheiratetLandesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin II, Nr. 462/1884 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). und von 1904 bis zu seinem Tod mit Emma, geb. Siewert.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin IV a, Nr. 333/1904 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). Er starb am 17. Februar 1925 im Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin-Schöneberg.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Berlin-Friedenau, Nr. 168/1925 (online auf Ancestry, kostenpflichtig).

Filmografie

Literatur Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main: Walter Reimann. Maler und Filmarchitekt. (= Schriftenreihe des Deutschen Filmmuseums Frankfurt). Deutsches Filmmuseum, 1997, ISBN 3-88799-055-2, S. 205. Heinrich Fraenkel: Unsterblicher Film. Die grosse Chronik. Von der Laterna Magica bis zum Tonfilm. Bildteil von Wilhelm Winckel. Kindler, München 1956. Frieda Grafe: Fritz Lang. (= Reihe Film, Bd. 7). Verlag Hanser, 1987, ISBN 3-446-14542-7, S. 150, 152, 169. Dieter Krusche: Engelein. In: Lexikon der Kinofilme. Vom Stummfilm bis heute. 3. Auflage. Europäische Bildungsgemeinschaft u. a., Stuttgart u. a. 1977, S. 54. Klaus Lippert: Engelein. In: Günther Dahlke, Günter Karl (Hrsg.): Deutsche Spielfilme von den Anfängen bis 1933. Ein Filmführer. 2. Aufl. Henschel-Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-89487-009-5, S. 24 f. Victor Neuenberg (Hrsg.): Film-Magazin. Reinhold Kühn, Berlin 1920, , S. 84 f. Ann C. Paietta: Saints, Clergy and Other Religious Figures on Film and Television, 1895–2003. Verlag McFarland, 2005, ISBN 0-7864-2186-X, S. 119, Nr. 646 (englisch). Heide Schlüpmann: Unheimlichkeit des Blicks. Das Drama des frühen deutschen Kinos. Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main. Verlag Stroemfeld/Roter Stern, 1990, ISBN 3-87877-373-0, S. 338. Georges Sturm: Die Circe, der Pfau und das Halbblut: die Filme von Fritz Lang, 1916–1921. (= Filmgeschichte International: Schriftenreihe der Cinémathèque Municipale de Luxembourg. Band 8). Wissenschaftlicher Verlag, Verlag 2001, ISBN 3-88476-434-9, S. 228. Michael Töteberg: Fritz Lang, mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. (= Rowohlts Monographien, Bd. 339). Verlag Rowohlt, 1985, ISBN 3-499-50339-5, S. 145. Dieter Helmuth Warstat: Frühes Kino der Kleinstadt. (= Hochschul-Skripten / Medien, Bd. 25). Verlag Volker Spiess, 1982, ISBN 3-88435-076-5, S. 428. Michael Wedel: Der deutsche Musikfilm. Archäologie eines Genres. Edition Text + Kritik, München 2007, ISBN 978-3-88377-835-8.

Weblinks

Einzelnachweise

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