Der Verein Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. (ATME) ist eine gemeinnützige Interessenorganisation, die sich nach Eigenbeschreibung für den Schutz und die Menschenrechte transsexueller Menschen in Deutschland einsetzt. ATME kämpft demnach auch für ein Ende der Diskriminierung auf Grund der geschlechtlichen Identität und finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

Geschichte und Beschreibung Im Jahr 2007 wurde die Initiative Transsexualität und Menschenrecht von transsexuellen Aktivistinnen gegründet. Mit Gründungsdatum 1. April 2008 ist daraus der Verein Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. hervorgegangen, gegründet von Christina „Tina“ SchieferdeckerVgl. auch das Impressum auf der Website von Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V., c/o Christina Schieferdecker, ohne Datum, abgerufen am 8. August 2019. und Kim Schicklang. Die ATME entstand demnach, nachdem das Deutsche Institut für Menschenrechte die Transgruppen dazu aufrief, und sei gewesen, die sich sowohl 2007 als auch 2009 daran beteiligt und angeschrieben habe, wobei , ohne Datum, ursprünglich abgerufen am 19. Juni 2015: .

Als Leitbild wird angeführt, dass die Transsexualität eine körperlich-biologische Veranlagung unabhängig von der Geschlechtsidentität sei.Vgl. Martin Dannecker: Geschlechtsidentität und Geschlechtsidentitätsstörungen. In: Zeitschrift für Sexualforschung. 23 (1), 2010, S. 53–62. ATME gilt in Folge dieses inversen Ansatzes als prominentes Beispiel der Transsexuellenbewegung.Vgl. Adrian de Silva: Grundzüge struktureller und konzeptueller Entwicklungen der Trans*Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland seit Ende der 1990er Jahre. In: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Hrsg.): Forschung im Queerformat. Aktuelle Beiträge der LSBTI*-, Queer- und Geschlechterforschung. Bielefeld 2014, S. 160 ff. Aus bewegungssoziologischer Perspektive wird ATME e.V. einer zweiten, nicht-queertheortisch beeinflussten Strömung zugerechnet. Stattdessen basiere das ATME-Konzept „auf Annahmen des neurobiologischen Geschlechterdiskurses“; die Begriffsverwendung unterscheide sich auch von der Begriffsverwendung der der Sexualwissenschaft.

Neben politischen Kampagnen und Initiativen veröffentlicht der Verein den Alternativen Menschenrechtsbericht zur Lage transsexueller Menschen in Deutschland.. Eintrag in taz bewegung, ohne Datum, zuletzt abgerufen am 19. Juni 2015:

Einer Beschreibung der Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation aus dem Jahr 2015 entsprechend sei ATME eine Organisation, die sich

Kampagnen und Initiativen ATME gegen „Die Orsons“ Im September 2012 hatte ATME gemeinsam mit der betroffenen transsexuellen Frau Monika Strub rechtliche Schritte gegen die Hip-Hop-Band Die Orsons eingeleitet. Nach damaliger Meinung von ATME würde der Song Horst und Monika, mit dem die Orsons gemeinsam mit dem Rapper Cro beim Bundesvision Song Contest 2012 als Beitrag für das Saarland angetreten waren, transphobe Textstellen enthalten und würde somit Transsexuelle herabwürdigen. Nach einer persönlichen Aussprache zwischen den Beteiligten veröffentlichte die Gruppe auf ihrem Facebook-Profil einen Eintrag, in dem sie sich und sich darin entschuldigen, sowie den Hintergrund ihres Textes erklären:Hallo liebe Aktion Transsexualität und Menschenrecht, Die Orsons, Post auf Facebook, 27. September 2012. Abgerufen am 11. Oktober 2015.

Ich bin nicht krank… Mit dem Weckruf: „Transsexualität ist keine psychische Krankheit! Ich bin nicht krank, ich bin großartig“I am #notsick. Video auf YouTube, abgerufen am 19. Juni 2015. hat ATME gemeinsam mit der spanischen LGBT-Organisation FELGTB eine Kampagne gegen die Diskriminierung transsexueller Menschen durch die Weltgesundheitsorganisation initiiert. Ziel ist, dass Transsexualität von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen wird.

Stuttgarter Erklärung Die Stuttgarter Erklärung von 2015 ist eine ATME-Initiative, gefördert und unterstützt unter anderem von der Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation und gibt alternative Behandlungsempfehlungen für den Umgang des Gesundheitssystems mit transsexuellen und intersexuellen Menschen. Prominente Unterstützer waren unter anderem Heiner Bielefeldt, Karl-Heinz Brunner, Andrej Hunko, Ulla Jelpke, Stefan Kaufmann, Renate Kirchhoff, Brigitte Lösch, Harald Petzold, Susann Rüthrich und Ute Vogt.Stuttgarter Erklärung. Website Geschlecht. Selbst. Bestimmt. Menschenrechtskonforme Behandlung Trans-/Intersexualität. Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. (Hrsg.), Ludwigsburg, Januar 2015, abgerufen am 8. August 2019.

Publikation Transsexuelle Menschen in Deutschland. Ein Menschenrechtsbericht zum Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland, Ludwigsburg 2008 ff.

Veranstaltung Jens S. Achtert: werde was du bist oder die lange geschichte des „trans“ - ein filmischer versuch einer dokumentation. Podiumsdiskussion im Stuttgarter Theaterhaus am 30. Juli 2010 neben den beiden ATME-Vertreterinnen Christina „Tina“ Schieferdecker und Kim Schicklang mit Balian Buschbaum, Ute Vogt (SPD), Stefan Kaufmann (CDU), Ingrid Hönlinger (Die Grünen) und Flu Bäuerle (Amnesty International).Eigenpräsentation (PDF) der Eigenpräsentation von Jens Achert (PDF) auf der Website von mut23.de, abgerufen am 8. August 2019. Aus dem Präsentationstext: (Veranstaltungsvideo auf YouTube, abgerufen am 19. Juni 2015.)

Literatur Deutschland vor dem UN-Frauenrechtsausschuss. Ein Gespräch von Michael Krennerich mit den Frauenrechtlerinnen Marion Böker, Katja Rodi, Kim Schicklang und Lucie Veith. In: Zeitschrift für Menschenrechte, Jg. 3/2009, Nr. 1, S. 162–180. Adrian de Silva: Grundzüge struktureller und konzeptueller Entwicklungen der Trans*Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland seit Ende der 1990er Jahre. In: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Hrsg.): Forschung im Queerformat. Aktuelle Beiträge der LSBTI*-, Queer- und Geschlechterforschung. Bielefeld 2014, S. 151–170.

Weblinks Aktion Transsexualität und Menschenrecht e. V. – offizielle Website

Einzelnachweise

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