mini|Lage von Skourgon nach Ptolemaios Skourgon (; ) ist ein Ortsname, der von Ptolemaios in seinem um das Jahr 150 erstellten Koordinatenwerk Geographia (Ptolemaios 2, 11, 12) als einer der im nördlichen Germanien, in der Nähe der Meeresküste liegenden Orte (πόλεις) mit 43° 00′ Länge (ptolemäische Längengrade) und 55° 00′ nördliche Breite angegeben wird. Skourgon liegt damit nach Ptolemaios landeinwärts zwischen Rougion und Askaulis.Vgl. (kostenpflichtig abgerufen über GAO, De Gruyter Online)

Lokalisation Theodor StecheTheodor Steche: Altgermanien im Erdkundebuch des Claudius Ptolemäus. Leipzig 1937, S. 148 schlägt vor, Skourgon an einem Übergang über die Brda (Brahe) bei Chojnice (Konitz) in Pommern zu lokalisieren. Die Brda – die bei Bydgoszcz in die untere Weichsel mündet – verbindet auf dem Wasserweg Skourgon mit Askaulis, dem nächsten ptolemäischen Ort, der sicher bei Bydgoszcz (Osielsko) lokalisiert wird. Ein interdisziplinäres Forscherteam um Andreas Kleineberg, das die ptolemäischen Koordinaten von 2006 bis 2009 neu untersuchte und interpretierte, transformierte die antiken Koordinaten zu Skourgon und lokalisiert, Steche folgend, den antiken Ort ebenfalls auf dem Gebiet bei Chojnice. Skourgon lag demnach vermutlich – so Kleineberg und sein Team – am Hellweg, einer wichtigen West-Ost-Route in der Germania magna.Vgl.

Nach Emanuel ŠimekVgl. Emanuel Šimek: Velká Germanie Klaudia Ptolemaia. (= Spisy Filosofické Fakulty Masarykovy University v Brne 38, 40, 47 und 49). Band 3. Brno 1930–1953, S. 99 ff. war Skourgon eine Station auf einer Route von Carnuntum über Brigetio und Kalamantia bis zur Weichselmündung in die Ostsee. Hingegen sucht Günther Christian HansenVgl. Günther Christian Hansen: Ptolemaios. In: Joachim Herrmann (Hrsg.): Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrtausends unserer Zeit. Band 3. Berlin 1991, S. 553–589. Skourgon bei Skórcz (Skurz) in der Woiwodschaft Pommern im Norden Polens. Der Vorschlag von Jan Nepomuk SadowskiJan Nepomuk Sadowski: Die Handelsstrassen der Griechen und Römer durch das Flussgebiet der Oder, Weichsel, des Dniepr und Niemen an die Gestade des Baltischen Meeres. Jena 1877, S. 57. aber lautet, Skourgon bei Czersk in Westpreußen zu lokalisieren.Corinna Scheungraber, Friedrich E. Grünzweig: Die altgermanischen Toponyme sowie ungermanische Toponyme Germaniens. Ein Handbuch zu ihrer Etymologie unter Benutzung einer Bibliographie von Robert Nedoma. Herausgegeben von Hermann Reichert (= Philologica Germanica 34). Fassbaender, Wien 2014, ISBN 978-3-902575-62-3, S. 303.

Anmerkungen

Literatur (kostenpflichtig über GAO, De Gruyter Online) (kostenpflichtig über GAO, De Gruyter Online)

Corinna Scheungraber, Friedrich E. Grünzweig: Die altgermanischen Toponyme sowie ungermanische Toponyme Germaniens. Ein Handbuch zu ihrer Etymologie unter Benutzung einer Bibliographie von Robert Nedoma. Herausgegeben von Hermann Reichert (= Philologica Germanica 34). Fassbaender, Wien 2014, ISBN 978-3-902575-62-3, S. 303–304.

Weblinks Edition der Geographike Hyphegesis mit Übersetzung und Karte der Germania magna, abgerufen am 17. Juni 2015 Google Earth in der Antike. In: Der Spiegel. 39/2010, abgerufen am 17. Juni 2015

Kategorie:Siedlungsname (Germania magna) Kategorie:Ort am Westfälischen Hellweg