Google Ads (vormals AdWords; Abkürzung Englisch „adverts“, Anzeigen, Werbungen) ist ein Werbesystem des US-amerikanischen Unternehmens Google LLC. Werbetreibende können damit Anzeigen schalten, die sich vor allem an den Suchergebnissen bei Nutzung der unternehmenseigenen Dienste orientieren. Der Dienst wurde am 24. Juli 2018 in Google Ads umbenannt und erhielt ein neues Logo.

Geschichte Zwei Jahre nach der Gründung von Google Inc. kündigte das Unternehmen am 23. Oktober 2000 an, den Dienst Google AdWords zu starten. Für die Beta-Version von AdWords meldeten sich 350 Werbetreibende an. Der Dienst ersetzte das Google Premium Sponsorship Program, das im August 2000 veröffentlicht wurde.

Nach der Einführung sah sich Google massiver Kritik ausgesetzt. So verklagte Louis Vuitton Google auf Schadensersatz, da Sponsored Links neben Suchergebnissen Markenrechte des Konzerns verletzt hätten. Google änderte die Richtlinien von AdWords nur im Einzelfall, beispielsweise durch ein Verbot von Werbung für Dialer-Seiten im November 2003. Nachdem Google AdWords in Englisch gestartet war, wurden weitere Sprachen hinzugefügt – darunter Deutsch, Französisch und Spanisch. Im Februar 2004 folgte die Unterstützung für Chinesisch.

2006 änderte Google die Richtlinien für die Programmierschnittstelle (AdWords-API). Während man zuvor kostenfrei die API in eigene Anwendungen integrieren konnte, wurde dies nun kostenpflichtig. Die Zahlungskonditionen wurden als kompliziert kritisiert, doch setzte sich Google durch. Google informierte Werbetreibende regelmäßig in einem eigens dafür eingerichteten Blog unter dem Titel Inside AdWords über Neuerungen. Seit Ende 2006 wurden Anzeigen auf bestimmte Geräte beschränkt. Zunächst konnten das HTC Dream und iPhone ausgewählt werden.

Nachdem Werbung von Beginn an versteigert und Pay-per-Click abgerechnet wurde, bezog Google ab Mitte 2008 weitere Kriterien in AdWords ein. So wurden neben dem Kaufpreis die Qualität der Anzeige und die Ladezeit ausschlaggebend für die Position einer Anzeige. Im April 2012 kündigte Google an, AdWords auf YouTube auszudehnen. Dies ermöglichte, außer mit Texten auch durch audiovisuelle Inhalte zu werben. Google positionierte AdWords for Video als Alternative zu lokaler TV-Anzeigen. Unter der Bezeichnung YouTube Advertiser Playbook wurde eine umfangreiche Anleitung veröffentlicht, die in Aspekte rund um das neue Angebot einführte. In Google Maps kann über die Funktion AdWords Express Werbung gebucht werden – auf den Standort des Nutzers bezogen.

Im Frühjahr 2013 erhielt Google AdWords ein neues Targeting zur medien- und geräteübergreifenden Planung von Kampagnen mit Smartphones und Tablets. Dazu passt Google die Anzeigen-Darstellung an Endgeräte an, etwa durch automatischen Zeilenumbruch. 2013 veranstaltete Google die Google Online Marketing Challenge. Hierbei versuchen Teams von Studierenden einer Universität oder Fachhochschule mit einem fest definierten Budget möglichst große Reichweite und hohe Umsätze zu erzielen. Die Teilnahme erforderte die Beteiligung eines Professors.

Google zertifiziert Lehrgänge zum „Google AdWords Experten“, wodurch Agenturen die Qualität ihrer Mitarbeiter nachweisen können.

Im Jahre 2018 wurde der Dienst in Google Ads umbenannt, da Worte nur einen Teilbereich der Werbung betreffen. Hierbei wurden die Produkte „DoubleClick Advertiser Products“ und „Analytics 360 Suite“ Teil der „Google Marketing Platform“.

Im Jahr 2021 wurde der neue Kampagnentyp PerformanceMax verfügbar.Performance Max: Timo Seewald von Google erklärt das neue Kampagnenformat t3n am 21. Dezember 2021 In diesem Kampagnentyp entscheidet ein Algorithmus über die Ausspielung in den verschiedensten Werbekanälen (Textsuche, Displaynetzwerk, Youtube-Netzwerk, Shopping oder Discover), um die maximale Leistungen der Kampagnen zu erzielen. In den ersten Monaten wurde PMax oft wegen eines Mangels an statistischen Daten oder der mangelnden Kontrollfunktionen kritisiert.

Funktionen Der wichtigste Bestandteil von Google Ads sind Schlüsselwörter (): Damit kann ein Werbungtreibender vorab festlegen, dass eine Anzeige nur in den Ergebnissen für eine Suche nach jenen Begriffen oder zu thematisch passenden Seiten erscheinen soll. Dies soll eine Ausrichtung an den Interessen der Besucher ermöglichen und Streuverluste minimal halten. Außerdem lassen sich auch negative Schlüsselworte definieren, bei denen die Anzeige nicht erscheint.

Google Ads erhebt keine Gebühren für die Darstellung von Anzeigen, sondern erst bei Nutzer-Aktionen – in der Regel dem Klick auf die Anzeige und dem folgenden Besuch auf einer verlinkten Webseite. Häufig werden dazu auf die jeweilige Anzeige passende Landingpages verwendet. Plätze für Anzeigen werden laut Google versteigert. Dafür stehen bis zu vier Anzeigenplätze oberhalb und bis zu drei Anzeigenplätze unter den Suchergebnissen zur Verfügung. Ein Werbetreibender kann für jede Anzeige einen Höchstpreis festlegen, der für die Interaktion einer Zielperson bezahlt werden soll. Dies wird als maximaler CPC (Cost-per-Click) bezeichnet. Ads kombiniert alle bestehenden Interessenten an einem Schlüsselwort oder der Kombination mehrerer Begriffe. Zusätzlich fließt ein Quality Score in die Platzierung der Anzeige ein: Damit versucht Google einzuschätzen, wie interessant eine Anzeige für Besucher thematisch ähnlicher Seiten sein mag und beispielsweise auch an welchem Wochentag diese gut ankommt. Ein Werbetreibender erhält von Google keine Garantie, dass seine Anzeige eingeblendet wird, auch wenn es für die festgelegten Suchbegriffe keine konkurrierenden Anzeigen gibt.

Google baute den Werbedienst stetig aus, sodass Werbung auch auf Regionen oder Geräte oder die Kombination beider beschränkt werden kann. Zusätzlich wurde mit Google Ads Express eine Variante der Werbeplattform mit reduziertem Funktionsumfang für Kleinunternehmen mit regionalen Zielgruppen geschaffen. Sie können ein vereinfachtes Formular zur Gestaltung der Anzeige verwenden und müssen keine Schlüsselwörter, sondern passende Kategorien festlegen.

Verfügbare Formate Die meistgenutzte Form ist die Textanzeige. Sie beinhaltete bis 2017 eine Überschrift (maximal 25 Zeichen), eine Beschreibung (zwei Zeilen zu jeweils maximal 35 Zeichen) sowie einen Verweis auf die Zielseite. In letzterem Fall kann die angezeigte Adresse von der eigentlich verwendeten URL abweichen. Außerdem können Textanzeigen durch Produkt- und Preisangaben modifiziert und beispielsweise auch um eine Rufnummer ergänzt werden, wodurch Google diese als relevanter einstuft. Mit sogenannten Sitelink-Erweiterungen können den Anzeigen zusätzliche Links hinzugefügt werden, um Nutzer auf bestimmte Seiten der Website weiterzuleiten, zum Beispiel auf die Seite mit den Öffnungszeiten oder auf spezielle Produktseiten. Es werden stets zusätzliche Erweiterungen getestet, wie derzeit (September 2019) Affiliate Standorterweiterungen. Mobile WAP-Anzeigen stellen eine Variante der Textanzeigen dar, die nur auf speziell für mobile Geräte optimierten Websites dargestellt werden. 2016 wurde das Anzeigenformat geändert, seitdem haben die Anzeigen zwei Titelzeilen mit jeweils 30 Zeichen und eine Beschreibung mit 80 Zeichen. Mit Stand 2019 stehen 3 Anzeigentitel mit je 30 Zeichen und zwei Textzeilen mit je 90 Zeichen zur Verfügung.

Google Ads unterstützt ferner Display-Anzeigen mit statischen oder animierten Grafiken, welche Informationen visuell präsentieren. Die hierfür nutzbaren Formate reichen vom Leaderboard (728 × 90 Pixel) über den klassischen Banner bis zum Small Square (200 × 200 Pixel). Als Videoanzeige werden vollständige Videos verstanden, als auch in Videos eingeblendete Anzeigen textueller oder audiovisueller Art. Ausgespielt werden sie unter anderem in Googles AdSense-Werbenetzwerk.

2011 wurden von Google unter der Bezeichnung Product Listing Ads – später umbenannt in Shopping-Ads – Produktanzeigen eingeführt, die nur von Betreibern von Online-Shops genutzt werden können. Die entsprechenden Produktinformationen (Produktbild, Preis, Bezeichnung und weitere Angaben) müssen vom Werbetreibenden in Daten-Feeds bei Google hinterlegt werden. Anders als bei den Textanzeigen wird die Anzeigenschaltung in diesem Fall nicht durch Keywords bestimmt, sondern Google ordnet anhand der Produktdaten aus dem Feed der Suchanfrage eines Nutzers relevante Produkte und Shopping-Anzeigen zu.

Seit Mai 2012 gibt es außerdem die Möglichkeit, sogenannte Download-Anzeigen zu schalten. Dabei fungiert eine klassische Textanzeige als Verweis auf ein Programm für Android oder andere Betriebssysteme, das ohne Umweg aus dem entsprechenden App Store heruntergeladen werden kann.

Kampagnentypen Wie oben beschrieben bietet Google Ads verschiedene Kampagnentypen an. Diese legen fest, wo Anzeigen erscheinen und welches Werbeziel sie unterstützen. Zu den wichtigsten Kampagnentypen gehören Such-, Display-, Shopping-, Video-, App-, Demand-Gen- und Performance-Max-Kampagnen. KampagnentypHauptplatzierungenTypische NutzungSucheGoogle-SuchergebnisseTextanzeigen für Nutzer, die nach bestimmten Keywords suchenDisplayWebsites, Apps und Platzierungen im Google Display NetworkVisuelle Anzeigen für Reichweite, Bekanntheit und RemarketingShoppingGoogle-Suche und Shopping-FlächenProduktanzeigen mit Bildern, Preisen und HändlerangabenVideoYouTube und Videopartner-PlatzierungenVideoanzeigen für Bekanntheit, Interesse oder ConversionsAppGoogle-Suche, Google Play, YouTube und DisplayBewerbung von App-Installationen und In-App-AktionenDemand GenYouTube, Shorts, Discover, Gmail, Maps und Display NetworkVisuelle Kampagnen zur Nachfrage- und InteressensgenerierungPerformance MaxSuche, YouTube, Display, Discover, Gmail, Maps und weiteres Google-InventarZielbasierte automatisierte Kampagnen mit Google AI und Smart Bidding über mehrere Kanäle

Ads Editor Der Ads Editor ist ein kostenloses Programm für Windows und macOS zur Bearbeitung und Planung von Kampagnen außerhalb des Browsers. Zweck ist die Bearbeitung von Kampagnen, Anzeigengruppen, Keywords und Sitelinks. Kontoinformationen- und Einstellungen sind hierüber nicht einseh- bzw. veränderbar. Elemente können einzeln als auch im Bulkverfahren hinzugefügt oder geändert werden. Der Editor ermöglicht den CSV-Export um Kampagnen-Backups zu erstellen. Aber auch CSV-Importe sind möglich, um viele Änderungen einem Ads-Konto hinzuzufügen.

Die Software dient dem Erstellen und Optimieren der Kampagnen. Gespeicherte Backups können über die Importfunktionen geladen werden. Die Baumnavigation am linken Bildrand stellt Kampagnen und Anzeigengruppen dar. Der obere Bereich der rechten Seite stellt ausgewählte Elemente, deren Attribute und Statistiken dar. Darunter befindet sich das Bearbeitungsfeld. Je nachdem, welches Element oben ausgewählt wurde, ändern sich die Möglichkeiten zur Bearbeitung. Filter ermöglichen es, unkompliziert eine Auswahl zu treffen. Die angezeigten Elemente können anschließend einzeln oder gemeinsam bearbeitet werden. Alle Elemente können einzeln oder im Bulkverfahren verändert oder hinzugefügt werden. Die horizontale Navigation bietet entsprechende Buttons, welche den gewünschten Prozess einleiten.

Der Editor dient auch als Kontrollinstanz. Im Ads-Webinterface getätigte Änderungen sind endgültig. Im Ads Editor hingegen, gibt es selbst nach dem Bestätigen einer Änderung oder Hinzufügung Möglichkeiten, ungewollte Aktionen wieder rückgängig zu machen. Die Änderung ist erst online, wenn diese hochgeladen wurde.

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