Heinz Flohe – Der mit dem Ball tanzte ist ein Dokumentarfilm von Frank Steffan aus dem Jahr 2015. Der Film behandelt das Leben und die Karriere des Profifußballers Heinz Flohe, der als erstes Mitglied des deutschen Weltmeister-Kaders des Jahres 1974 unter tragischen Umständen im Jahr 2013 verstarb.

Hintergrund und Handlung Allgemeines zum Film Ab Januar 2014 drehte Frank Steffan eine Dokumentation über den 2013 verstorbenen Fußballprofi Heinz Flohe, welche die Bundesliga- und Nationalmannschaftskarriere Flohes, die von 1966 bis 1979 dauerte, intensiv schildert. Es sind zahlreiche Originalfilmaufnahmen zu sehen, darunter viele bis dato unveröffentlichte. Flohe gewann mit dem 1. FC Köln einmal den deutschen Meistertitel sowie dreimal den DFB-Pokal. Mit der deutschen Fußballnationalmannschaft wurde Heinz Flohe 1974 Weltmeister und 1976 Vize-Europameister.

Die Handlung des Films richtet sich nach dem Lebens- und Karriereweg des von vielen als „Flocke“ gerufenen Fußballers. Dabei wird insbesondere der Fußball der 70er Jahre wieder in den Fokus gerückt, der mehr Raum für große Techniker bot und in der Gegenwart durch seine nicht kommerzielle Ausrichtung das Gefühl der Fußball-Romantik hervorruft.

Am 15. März 2015 fand die Premiere des Films unter großer Medienbeachtung im Kölner Residenz Kino statt.

Wertigkeit für den Fußball Der Film beleuchtet einerseits die vielschichtige Persönlichkeit des Fußballers, andererseits wollen die Filmemacher die als zu gering eingestufte Wertigkeit Flohes und somit seinen fußballerischen Stellenwert für den deutschen Fußball neu definieren. Aus diesem Grund äußern sich 33 Zeitzeugen, darunter viele ehemalige Nationalspieler, zur Thematik.Kinofilm huldigt Weltmeister Heinz Flohe. Bei: DFB.de. Jupp Heynckes bezeichnet Flohe in der Dokumentation etwa als „Artisten“. Günter Netzer betont, dass es keinen in Deutschland gegeben habe, der Flohes technische Fähigkeiten erreichte: „Er ist so unglaublich gut gewesen, hat Dinge gemacht, die keiner von uns konnte, auch die ganz großen Spieler Deutschlands nicht.“ Eine Aussage, die von Jupp Kapellmann, Weltmeister 1974 und dreifacher Champions-League-Sieger mit Bayern München, gestützt wird: „Heinz Flohe würde heute die 100-Millionen-Grenze oder generell jede Transfer-Rekordsumme sprengen.“ Dies stehe für ihn außerhalb jeder Diskussion. Franz Beckenbauer bezeichnet Flohe in der Dokumentation als „einen der besten Techniker der Welt“ zu seiner Zeit.„Heinz Flohe tanzte mit dem Ball.“ Özil, Götze oder Reus gäbe es ohne diesen Spieler nicht. Aussagen von Zeitzeugen. Bei: Focus.de. 25. März 2015, abgerufen am 26. März 2015.

Wegbereiter der modernen Fußball-Technik Im Film wird sein technisches Vermögen durch viele herausragende Spielszenen gesondert herausgestellt. Für viele Experten war Flohe ein Wegbereiter der modernen Fußball-Technik und Vorreiter für Spieler wie beispielsweise Mario Götze oder Mesut Özil. Der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach tätigt in der Dokumentation die Aussage, dass „der Spieler, der ihm am nächsten kommt, Mesut Özil sei, der auch diese Leichtigkeit im Spiel hat sowie die Nähe zwischen Genie und Wahnsinn.“

Die zentrale Aussage des Films, dass Flohe den Fußball mit seiner außerordentlichen Technik revolutionierte, wird durch die vielen Zeitzeugen also indirekt bestätigt. Für viele gilt er als einer der ersten, die das Tempodribbling forcierten und den so genannten Übersteiger im deutschen Fußball einführte.

Medienscheu und Nationalmannschaft Ein großes Thema in der Dokumentation ist die von vielen Interviewpartnern angesprochene, extreme Medienscheu des Heinz Flohe. Weil dieser während seiner Fußball-Karriere fast alle Interviewanfragen der relevanten Medien ablehnte, fehlte ihm eine wichtige Lobby. Viele Zeitzeugen begründen u. a. damit seine, im Verhältnis zu seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten, viel zu niedrige Anzahl (39) von Länderspieleinsätzen. Seine Nationalmannschaftskonkurrenten im Mittelfeld, Günter Netzer und sein Kölner Vereinskamerad Wolfgang Overath, agierten auf diesem Gebiet deutlich sicherer. Zudem wurde das Verhältnis Flohes zu Bundestrainer Helmut Schön als distanziert beschrieben.

Tragischer Lebensweg Weiterhin wird die persönliche Tragik Flohes thematisiert, musste dieser doch seine Karriere bei 1860 München nach einem groben Foul des Gegenspielers Paul Steiner abrupt beenden. Die Spätfolgen der schweren Verletzung schränkten Flohes Gesundheit auch nach seiner Profikarriere erheblich ein. Weggefährten wie u. a. Carl-Heinz Rühl sowie sein Berater Rüdiger Schmitz stellen einen Zusammenhang her zwischen Morphium und Cortison und späteren, ständigen Herzproblemen. Am 11. Mai 2010 brach er nach der Feier zur Einweihung des neuen Box-Gyms des damaligen Box-Weltmeisters Felix Sturm auf offener Straße zusammen. Nach seinem Auffinden und erfolgreichen Wiederbelebungsmaßnahmen wurde er in ein künstliches Koma versetzt, aus dem er jedoch nicht mehr erwachte. Heinz Flohe starb nach über drei Jahren im Wachkoma am 15. Juni 2013.

Auszeichnungen Beim Fußballfilmfestival 11mm im Jahr 2015 erreichte die Produktion den zweiten Platz beim Publikumspreis und wurde somit bester deutscher Film in dieser Kategorie.Ein wunderbarer Abschluss des Fußballfilmfestivals. Bekanntgabe der Gewinner. Bei: 11-mm.de. 24. März 2015.

Kritiken

Weblinks Heinz Flohe – Der mit dem Ball tanzte Filmwebsite

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2015 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Fußballfilm