Drisht () ist ein Ort in der Bashkia Shkodra in Nordalbanien. Er besteht aus zwei Teilen: dem heutigen Dorf Drisht am südlichen Flussufer des Kir und dem Burghügel Kalaja östlich davon. Kalaja ( für „Burg“, „Festung“) beherbergt den alten Ortskern sowie darüber die Ruinen der Stadt Drivasto (im Mittelalter auch Drivastum genannt). Es handelt sich um eine perfekte Höhenbefestigung, da der steile Burghügel auch vom Fluss und im Süden von einem Bach umgeben ist.

Drisht liegt etwa zwölf Kilometer östlich von Shkodra am Eingang zum Bergland Dukagjin. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlief durch den Ort dem Kir entlang die Handelsroute Shkodra–Kosovo.

Geschichte Die frühesten Spuren der Befestigungen gehen in die Jungsteinzeit zurück. Auch Römer siedelten dort.

Im 10. Jahrhundert war die Burg Teil der Befestigungsanlagen des Königreichs Diokletien in der Diözese Bar. Die Ruinen einer Dreikonchenkirche werden ins 11. oder 12. Jahrhundert datiert. 1184 wurde die Stadt von Stefan Nemanja erobert.

Die Festungsanlagen wurden im 10. Jahrhundert während der Byzantinischen Herrschaft gebaut und wohl im 13. und 14. Jahrhundert verstärkt. Die Stadtmauer hatte zwei Tore und mehrere Türme. An der höchsten Stelle befand sich eine Burg. Im 14. Jahrhundert, nach dem Zerfall des Zarenreichs der Nemanjić, wurde Drivastum von Shkodra unabhängig, als die Stadt in ihrer Blüte stand.

Drivasto war ein kulturelles Zentrum mit zahlreichen Kirchen und einer Lateinschule, wo viele katholische Priester ausgebildet wurden. Die Geistlichen hatten in der Stadt großen Einfluss und besetzten wichtige Posten. Gebildete Bürger und Priester waren in katholischen Städten Dalmatiens und im serbischen Reich unterwegs und verdienten dort ihr Geld. Patrizierhäuser und der Palast des venezianischen Statthalters zeugten von Wohlstand.

1396 übergaben die Balšić die Stadt der Republik Venedig, die sie aber nicht dauerhaft halten konnten. Die erhaltenen Mauern und Türme datieren auf die Jahre 1396 bis 1478 während der venezianischen Ära. 1442 haben venezianische Einheiten die Burg dem serbischen Despoten Đurađ Branković entrissen. Bald übernahm Skanderbeg die Herrschaft. Schließlich fiel Drivasto an die Osmanen während der heftigen Schlacht von Shkodra im Jahre 1478.

Die Osmanen haben die Festung geschleift. Sie war in der Folge bedeutungslos, Drivasto zu einem kleinen Dorf verkommen.

Bevölkerung Aktuell stehen noch elf Häuser innerhalb der Burgmauern. Der Ort wird Kala (Burg) genannt. Es gibt eine über 400 Jahre alte Moschee aus osmanischer Zeit. Es werden Gebete abgehalten, allerdings fehlt der Moschee ein Imam. Sämtliche Häuser des Ortes sind von ethnischen Türken muslimischen Glaubens bevölkert, allerdings sprechen die Jüngeren im Gegensatz zu den Älteren kein Türkisch mehr.

Religion Nach Drisht ist das Titularbistum Drivastum benannt. Der Vatikan arbeitet gemeinsam mit der katholischen Kirche in Albanien an Plänen, die historische osmanische Moschee durch eine Kirche zu ersetzen. Als Begründung wird angegeben, dass die Moschee vor 600 Jahren auf Fundamenten einer früheren Kirche errichtet worden sei, allerdings liegen dafür keine Beweise vor.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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