Paschtajim () ist eine TropeJascha Nemtsov: Die neue Jüdische Schule in der Musik. Band 2, Otto Harrassowitz-Verlag, Wiesbaden 2004, S. 72: „Der wichtigste Bestandteil dieser Musiktradition waren die Bibelkantillationen bzw. Tropen, kurze Motive, mit denen die Heilige Schrift auf rezitativische Weise vorgetragen wird“.Jascha Nemtsov: Jüdische Kunstmusik im 20. Jhdt. Band 3, Otto Harrassowitz-Verlag, Wiesbaden 2006, S. 203:„wenn man die Kirchentonarten hört, merkt man … alten synagogalen Motiven (Tropen)“.Jascha Nemtsov: Jüdische Musik. Band 8. Enzyklopädisches Findbuch zum Archiv der „Neuen Jüdischen Schule“, Otto Harrassowitz-Verlag, Wiesbaden 2008, S. 138:„synagogale Bibelrezitationen auch Kantillation genannt... ihre kurzen Motive (in ostjüdischer Tradition als Tropen bezeichnet) ...Die Tropen bildeten nicht nur die formale Substanz dieser Werke, sie prägten sie gleichzeitig spirituell im Geist der Synagogenmusik“ (von griechisch ; , dt.: Betonung, Melodie, Ton, Gesang und Transliteration von ) in der jüdischen Liturgie und zählt zu den biblischen BetonungszeichenLangenscheidt, S. 206: „טַעַם Betonung“ „טְעָמִים Betonungszeichen“ „טַעֲמֵי הַמִּקְרָא Betonungszeichen der Bibel“. Teamim (), die in der Tora und anderen Büchern erscheinen.Price, S. 6. Der Begriff Trope wird in diesem Kontext gerne mit den entsprechenden Akzenten gleichgesetzt, da sie u. a. musikalische Motive repräsentieren.

Beschreibung mini|תּרֵ֨י קַדְמִין֙ (sephardisch)

In der aschkenasischen Tradition wird das Betonungszeichen Paschtajim (; en.:double pashta)Jacobson (2005), S. 53 und S. 221. genannt. In der sephardischen Tradition wird es Tere kadmin (aramäisch: תּרֵ֨י קַדְמִין֙Dalman, S. 449 :תְּרֵי - zwei) genannt. In der italienischen Tradition wird es auch Schene paschtin () genannt. In der jemenitischen Tradition wird es auch Teren Fischtin (aramäisch:תְּרֵ֨ין פִשְׁטִין֙Dalman, S. 449 :תְּרֵין - zwei) genannt.נוסח תימן Jemenit. Tradition auf YouTube.com

Symbol Paschtajim besteht aus den verdoppelten Symbolen des Paschta. Die sephardische Tradition bevorzugt jedoch die Bezeichnung Doppeltes Kadma (Tere kadmin; aramäisch: תּרֵ֨י קַדְמִין֙).Jacobson (2005), S. 221: «Kadmah is never doubled.»

Jacobson lehnt jedoch das doppelte Kadma und somit die sephardische Tradition ab.Jacobson (2005), S. 221: «Kadmah is never doubled.» Gegen Jacobson und für die sephardische Tradition des doppelten Kadma spricht, dass Kadma dasselbe Symbol wie Paschta hat. Beide werden allein durch die Position des Symbols unterschieden. Bei der Trope Kadma befindet sich das Betonungszeichen immer über der ersten Silbe des Wortes. Bei der Trope Paschta jedoch erscheint das Betonungszeichen über der letzten Silbe des Wortes.Jacobson (2002), S. 221. In diesem Fall ist dasselbe Symbol sowohl auf der ersten Silbe des Wortes als auch auf der letzten Silbe des Wortes zu finden.

Gegen die sephardische Tradition des doppelten Kadma führt Jacobson an, dass Kadma ausschließlich ein konjunktiver Akzent sei, der die Verbindung mit dem nachfolgenden Wort anzeige.Jacobson (2005), S. 221: «Kadmah is a conjunctive, indicating … a Connection with the following word.»Jacobson (2005), S. 221: «Kadmah placed over the center of the first letter of the stressed syllable.»

Einsatz Paschtajim kommt zum Einsatz, wenn die Betonung nicht auf der letzten Silbe, obwohl sich dort ein Paschta befindet, erfolgt. Dann wird ein zweites Paschta über die ersten Buchstaben der betonten Silbe am Wortanfang gesetzt.Jacobson (2005), S. 53: «If the stress is not on the last syllable, a second pashta may be placed over the first letter of the stressed syllable.»Jacobson (2005), S. 221: «If the pashta word isn't accented on the last syllable, a second pashta is placed over the first letter of the stressed syllable.»

Jacobson illustriert dies an den Beispielen (פֶּ֨סֶל֙), (אֹתָ֨נוּ֙), (אֶת־הַדֶּ֨רֶךְ֙), (בְּכָל־הַדֶּ֨רֶךְ֙), (בַּדֶּ֨רֶךְ֙), (הָאֹ֨הֱלָה֙).Jacobson (2005), S. 54.

Kombinationen Sakef katonMunachPaschtajimMahpachoder Mercha֔ ֣ ֤֙֨ ֥

Wenn sich das vorhergehende Wort auf das mit Paschtajim gekennzeichnete Wort bezieht, wird es mit einem konjunktiven Akzent betont: Es kann sich dabei um die Akzente Mahpach oder Mercha handeln. Wenn die Akzente zwei oder mehr Silben auseinander liegen, dann wird Mahpach als Verbinder zu Paschtajim verwendet.Jacobson (2005), S. 55. Wenn die Akzente zusammenliegen, wird der konjunktive Akzent Mercha als Verbinder zu Paschtajim verwendet.Jacobson (2005), S. 55. Munach und Sakef katon () können auch Nachfolger von Paschtajim sein.Jacobson (2005), S. 55. Jacobson illustriert dies für die Kombination bestehend aus Paschtajim, Munach und Sakef katon am Beispiel (וַיֹּ֨אמֶר֙ אֶל־שָׂרַ֣י אִשְׁתֹּ֔ו).Jacobson (2005), S. 55. Für die Kombination bestehend aus Mahpach, Paschtajim, Munach und Sakef katon illustriert Jacobson dies am Beispiel (לָמָ֤ה אָמַ֨רְתָּ֙ אֲחֹ֣תִי הִ֔וא).Jacobson (2005), S. 55.

Literatur William Wickes: A treatise on the accentuation of the three so-called poetical books on the Old Testament, Psalms, Proverbs, and Job. 1881 (). William Wickes: A treatise on the accentuation of the twenty-one so-called prose books of the Old Testament. 1887 (). Arthur Davis: The Hebrew accents of the twenty-one Books of the Bible (K"A Sefarim) with a new introduction. 1900 ().

Einzelnachweise

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