Wila (im Ortsdialekt Wiile []) ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Zürich. Sie gehört zum Bezirk Pfäffikon. mini|Wila, historisches Luftbild von 1920, aufgenommen von Walter Mittelholzer

Wappen Blasonierung: In Rot drei silberne Ringe (2, 1)

Das Wappen wurde 1926 vom Schild der Herren von Breiten-Landenberg übernommen.

mini|Familienwappen aus Manzenhub

Geographie Wila liegt im Tösstal zwischen den Gemeinden Turbenthal und Bauma. Im Osten grenzt die Gemeinde an den Kanton Thurgau und im Westen an die Gemeinde Wildberg. Weiler in der näheren Umgebung von Wila sind: Schalchen (SW), Tablat (SO), Aegetswil (O), Au (S) und Sitzberg (NO). Die fünf Weiler repräsentieren typische Siedlungsstandorte im Tössbergland. Wie Wilas Zentrum sind Tablat und Au Talsiedlungen, Aegetswil und Sitzberg Terrassensiedlungen auf der Hörnlikette, wobei Sitzberg (mit eigener Kirche und berühmter Orgel von Georg Friedrich Schmahl) zur Nachbargemeinde Turbenthal gehört. Dieser rechts der Töss verlaufenden Bergkette sind auch das Steinental mit der Talsiedlung Steinen zuzurechnen und die Höhensiedlungen Schuepis, Manzenhueb und Ottenhueb auf der Hörnlikette. An die Allmenkette links der Töss lehnt sich das Dorfzentrum mit Ghöngg-, Eggeler-, Eichhalden-Quartier und Rosenberg. Schalchen wiederum ist ein Weiler auf der Allmenkette, aber zur Nachbargemeinde Wildberg gehörend. Der Landwirtschaft dienen 36,8 % der Gemeindefläche, 49,3 % sind Wald, 7,7 % Siedlungsfläche, und 3,0 % dient dem Verkehr. 1,2 % sind Gewässer und 2,0 % unproduktive Fläche (Stand 2018).Gemeindeporträts. Wila. Flächen. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2018.

Geschichte Bei archäologischen Grabungen anlässlich der Kirchenrenovation von 1978–1980 stiess man auf Spuren einer Holzkirche aus dem 7. bis 8. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einem Steuerrodel des Bistums Konstanz aus dem Jahr 1275. Zudem ist eine abgegangene Burgstelle Auli erwähnt.

Die Herren von Breitenlandenberg besassen lange Zeit die Kollatur sowie bis 1796 auch die Niedere Gerichtsbarkeit. Hugo von Hohenlandenberg (1460–1532) wurde 1496 Bischof von Konstanz.

Sehenswürdigkeiten und Tourismus

Ortsmuseum Das Ortsmuseum Wila wurde 2010 eingerichtet.

Windenmacherei Brüngger Historisches Handwerk, mit Vorführungen.

Jakob-Stutz-Wanderweg Beschildeter Wanderweg Pfäffikon ZH – Sternenberg, mit Informationstafel Stationen.

Von Pfäffikon ZH – Mühle Balchensthal – Isikon (Hittnau) und dem Ravensbühl her kommend, erreicht der thematische Wanderweg die Gemeinde Wila auf der Tössegg. In Wila ist das Pfarrhaus eine wichtige Station im Leben des Volksdichters Jakob Stutz bei seinem Förderer, Pfarrer Schweizer. Der Weg führt weiter nach Ägetswil, wo Stutz mit der pietistisch-religiösen Familie Kägi befreundet war. Wieder unten an der Töss, in der Tablet, war er Hauslehrer im Arzthaus für die beiden schwerhörigen Kinder der Arztfamilie Rebsamen. Der Weg führt der Töss entlang talaufwärts und verlässt die Gemeinde Wila zu der Stutz-Lebensstation Blitterswil, dann auf die Höhe von Matt, zur Jakobszelle und endet bei der Kirche Sternenberg.

Wasserlehrpfad Tösstal 15 km Wanderweg mit informativen Schautafeln entlang der Töss bis Sennhof oder Bauma.

Gübel, Giessen und Höhlen Chämmerlitobel (Juckern-Blitterswil) am Chämmerlibach:

I 8 m Fallhöhe, Koord. 708484/249234

II 25 m Fallhöhe, Koord. 708436/249262

Schuepistobel (unter Manzenhueb) am Ars(ch)bach:

I 10 m, Koord. 707894/251515

II 15 m, Koord. 707862/251519

Schreizen-Giessen (unterhalb Oberschreizen an der Sitzbergstrasse):

30 m Fallhöhe, Koord. 710105/253758

Büelgiessen (im Büeltobel unterhalb Bühl an der Sitzbergstrasse):

I 10 m Fallhöhe, Koord. 709488/253395

II 10 m Fallhöhe, Koord. 704493/253440

Toni-Höhle, über dem 1. Brücklein des Guyer-Zeller-Wanderwegs Tablet-Ruine Hohenlandenberg, Höhe 630 m, Koord. 707485/251370

Wirtschaft Landesweit bekannt war die Schwarz Sprengtechnik AG. Sie war untrennbar verbunden mit dem Namen des Gründers und Inhabers Günter Schwarz und ging im Jahr 2005 Konkurs. Die Nachfolgerin nennt sich Schwarz Spreng- und Felsenbau AG.

Öffentlicher Verkehr Folgende S-Bahnen der S-Bahn Zürich bedienen den Bahnhof Wila: (nur Hauptverkehrszeiten)

Nahverkehr Folgende Postautolinien bedienen den Bahnhof Wila und verbinden sie mit den Nebendörfer:

Turbenthal, Bahnhof – Wila, Bahnhof – Schmidrüti – Sitzberg Wila, Bahnhof – Schalchen – Pfäffikon ZH, Bahnhof

Bevölkerung + Bevölkerungs­entwicklung1850–1960: Eidgenössische Volkszählungen, danach: Gemeindeporträts. Wila. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 1962–2022. Jahr Einwohner 1634 313 1836 1161 1850 1131 1900 887 1950 913 2000 1818 2005 1844 2010 1933 2015 1926 2020 1996 2022 2044

Politik Gemeindepräsident ist seit 2022 Simon Mösch (Die Mitte).Gemeinderat. Website der Gemeinde Wila.

Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Wila: SVP 50,14 % (+0,70), SP 10,75 % (−0,73), glp 8,07 % (−1,70), Mitte 6,77 % (+0,15), Grüne 6,51 % (−4,06), FDP 5,37 % (−0,25), EDU 3,73 (+0,60), EVP 3,48 % (+1,14).

Persönlichkeiten Kaspar Gottfried Schweizer (1816–1873), Astronom Matthias Eduard Schweizer (1818–1860), Chemiker, Erfinder des Schweizer Reagens Reinhold Rüegg (1842–1923), Pädagoge, Journalist und Mitglied des Zürcher Verfassungsrats Barbara Egli (1918–2005), Schriftstellerin (Mundart und Standarddeutsch) Elisabeth Eidenbenz (1913–2011), Lehrerin, wurde als Gerechte unter den Völkern geehrt.

Literatur Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band III: Die Bezirke Pfäffikon und Uster. Wila (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 66). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1978, ISBN 3-7643-0991-1, S. 310–330 (Digitalisat).

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Wila Statistische Daten der Gemeinde Wila Auslegeordnung von bedeutsamem Kulturerbe der Gemeinde Wila

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Schweizer Gemeinde

Kategorie:Ersterwähnung 1275