mini|hochkant|Andreas Babler (2026) Andreas „Andi“ Babler (geboren am 25. Februar 1973 in Mödling) ist ein linkspopulistischer österreichischer Politiker der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ). Seit 3. März 2025 ist er Vizekanzler der Republik Österreich und Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport in der Bundesregierung Stocker. Seit 6. Juni 2023 ist er Bundesparteivorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Österreichs und war von 24. Oktober 2024 bis 3. März 2025 Abgeordneter zum Nationalrat, wo er als Klubobmann des SPÖ-Parlamentsklubs fungierte. Von 2014 bis 2024 war er Bürgermeister der Stadtgemeinde Traiskirchen und von März 2023 bis Oktober 2024 Mitglied des Bundesrats.

Leben Babler wuchs in einer Semperit-Arbeiterfamilie im Traiskirchner Stadtteil Möllersdorf auf. Sein Vater ist Werner Babler (* 1947), der Bundesfeuerwehrrat und für Betriebsfeuerwehren zuständig war. Er besuchte die Höhere Technische Lehranstalt in Mödling (ohne Maturaabschluss) und arbeitete dann im Maschinenbau und als Lagerarbeiter.Andreas Babler, MSc. Lebenslauf, Sozialdemokratische Partei Österreichs (PDF).SPÖ-Chef Andreas Babler in „Frühstück bei mir“ (11. Juni 2023), Interview mit Claudia Stöckl im Radiosender Ö3, Sozialdemokratische Partei Österreichs, Landesorganisation Kärnten, Ortsorganisation St. Margareten im Rosental, 16:47-17:31 min. Nach dem Präsenzdienst und einem Jahr als Zeitsoldat (1993–1994) wurde Babler Landessekretär der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ) in Niederösterreich und stieg 1996 zum SJ-Bundessekretär auf. Danach arbeitete Babler ab 2001 als Schichtarbeiter und Schichtführer in einer Mineralwasserproduktion.SPÖ-Chef Andreas Babler in „Frühstück bei mir“ (11. Juni 2023), Interview mit Claudia Stöckl im Radiosender Ö3, Sozialdemokratische Partei Österreichs, Landesorganisation Kärnten, Ortsorganisation St. Margareten im Rosental, 17:38-17:46 min. Später war er Gemeindebediensteter der Stadt Traiskirchen und wurde 2014 dort zum Bürgermeister gewählt.Andi Babler, Verein Machen wir was – Verein zur Förderung politischer Beteiligung, Wien. Im Rahmen einer Weiterbildung schloss er den berufsbegleitenden Lehrgang Politische Kommunikation an der Universität für Weiterbildung Krems nach vier Semestern ab. Seine Abschlussarbeit verfasste er zu Medien, Strategien und Kommunikation in Arbeitskämpfen am Beispiel der Semperit Traiskirchen.Andreas Babler: Medien, Strategien und Kommunikation in Arbeitskämpfen am Beispiel der Semperit Traiskirchen. Master-Thesis in Politische Kommunikation an der Universität für Weiterbildung Krems, Krems (Bibliographischer Nachweis in der Universitätsbibliothek Krems, abgerufen am 29. März 2023).

1997 lernte er seine spätere Frau Karin Blum kennen. Die gebürtige Vorarlbergerin wurde 2005 zur ersten sozialistischen Vorsitzenden in der Geschichte der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) in Innsbruck gewählt. Sie ist Stadtparteivorsitzende der SPÖ Traiskirchen und seit 2020 dort auch Gemeinderätin. Sie heirateten 2009 und haben eine Tochter.

Politische Karriere

Zeit in der SJ Babler trat 1989 der SJÖ bei, wurde bald Landessekretär der SJ Niederösterreich, dann Bundessekretär und in weiterer Folge Vizepräsident der Internationalen Union der Sozialistischen Jugend (IUSY). Er galt als Vertreter des linken marxistisch-leninistisch Flügels der Sozialistischen Jugend und unterstützte das Konzept des Staatsmonopolistischen Kapitalismus (Stamokap). Die SJ unter Bablers Einfluss war große Unterstützerin des sozialistischen Jugoslawiens und empfand dessen Zerfall als „Katastrophe“. So wurde am 17. April 1999 am Wiener Heldenplatz eine Großdemonstration gegen die NATO und den Westen organisiert. Im selben Jahr inszenierte Babler ein eigenes „Wiener Tribunal“ in Opposition zum Haager UN-Kriegsverbrechertribunal. Den Vertrag von Rambouillet, dem der jugoslawische Politiker Slobodan Milošević als einziger nicht zustimmte, bezeichnete Babler als „unzumutbar“.

Gemeinderat und Bürgermeister von Traiskirchen Ab 1995 war er Mitglied des Gemeinderats von Traiskirchen. In dieser Funktion kritisierte er 1996 in einem polemischen Artikel die Römisch-katholische Kirche heftig und rief unter anderem mit folgenden Sätzen zum Entfernen von Schulkreuzen auf: „Wenn’s euch stört, nehmt es ab! Handschuhe verwenden – Ansteckungsgefahr. Nicht im Klassenzimmer verbrennen – schlechte Luft, eventuell giftige Gase.“ Auf diesen Artikel angesprochen, bezeichnete Babler diesen im Jahr 2023 als Satire.https://apa.at/faktencheck/babler-und-die-diskussion-um-brennende-kreuze/ Im Jahr 2007 wurde er schließlich Stadtrat und im April 2014 Bürgermeister von Traiskirchen. Bei seiner ersten Wahl holte er bei einer Wahlbeteiligung von 59,77 Prozent das beste Wahlergebnis für die SPÖ in Traiskirchen seit 1945: 73,1 Prozent. In: UZ – Unsere Zeitung. 25. Jänner 2015, abgerufen am 29. März 2023.

Überregional erlangte er im Zuge der Flüchtlingskrise in Europa 2015/2016 Bekanntheit. Als Bürgermeister von Traiskirchen kritisierte er die Asylpolitik der damaligen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Im August 2014 berichtete die Neue Zürcher Zeitung über die Missstände im Asyl-Erstaufnahmezentrum Traiskirchen und zitierte Babler indirekt: Meret Baumann: Zwischen Asylnotstand und Sommertheater. In: NZZ. 20. August 2014, abgerufen am 29. März 2023. Am 30. Mai 2015 erließ er einen feuerpolizeilichen Bescheid, dass innerhalb von vier Tagen die Flüchtlingszahl im Flüchtlingslager Traiskirchen auf 1400 verringert werden muss.Anita Kiefer: Erstaufnahmezentrum Traiskirchen: Nach Brand: Babler will Belagzahl senken. In: NÖN.at. 31. Mai 2015, abgerufen am 29. März 2023.Traiskirchen: Innenministerium legt sich mit Bürgermeister an. In: Die Presse. 31. Mai 2015, abgerufen am 29. März 2023. Am 9. Juni 2015 organisierte er unter dem Motto „Flüchtlinge menschlich unterbringen – Massenlager abschaffen“ eine Protestkundgebung der Traiskirchner Bevölkerung gegen die Asylpolitik Mikl-Leitners vor dem Innenministerium in Wien.Asyl: Traiskirchner Demo vor Innenministerium. In: ORF.at. 9. Juni 2015, abgerufen am 29. März 2023. Er kritisierte die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung auch noch danach.. Sendereihe Klartext – Mit Martin Thür. In: ATV. 16. November 2015.

Im Juni 2015 gründete er unter anderem mit Vertretern der Volkshilfe, des Bundes Sozialistischer Freiheitskämpfer und der Sozialistischen Jugend die parteiinterne Initiative Kompass, die der Organisierung des linken Flügels innerhalb der SPÖ dienen sollte.. In: Website initiativekompass.at.

Im April 2018 wurde Babler zu einem der Vizepräsidenten des Verbandes sozialdemokratischer Gemeindevertreter in Niederösterreich gewählt.

Am 29. Jänner 2023, bei der Landtagswahl in Niederösterreich 2023, führte Babler vom letzten Landeslistenplatz aus einen Vorzugsstimmenwahlkampf. Dabei erreichte er mit 21.000 Vorzugsstimmen die zweitmeisten auf der SPÖ-Landesliste hinter dem SPÖ-Spitzenkandidaten und Landesparteichef Franz Schnabl und die viertmeisten insgesamt. Außerdem gewann die SPÖ entgegen dem Landestrend in Traiskirchen 3,81 Prozentpunkte hinzu. Nach der Wahl zog er am 14. April 2023 in den Bundesrat ein, und es wurde angekündigt, dass er Vorsitzender einer Reformkommission innerhalb der SPÖ Niederösterreich werde. Im Wahlkampf kündigte er an, dass er seine Bezüge als Bundesrat vollständig an soziale Einrichtungen spenden werde.

Wahl zum SPÖ-Vorsitzenden

Am 23. März 2023 verkündete Babler, bei der SPÖ-Mitgliederbefragung vom 24. April bis zum 10. Mai 2023 teilzunehmen und für den SPÖ-Bundesparteivorsitz zu kandidieren. Babler meinte, die Mitgliederbefragung sei „in Hinterzimmern vergurkt“ worden und es würde eine unbelastete Alternative zu den beiden Streitparteien in der SPÖ brauchen. Er war neben der amtierenden Bundesparteivorsitzenden Pamela Rendi-Wagner und dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil einer von drei Kandidaten. Am 22. Mai 2023 wurde das offizielle Ergebnis verkündet: Hans Peter Doskozil (33,68 Prozent), Andreas Babler (31,51 Prozent) und Pamela Rendi-Wagner (31,35 Prozent) – womit der Bürgermeister von Traiskirchen den zweiten Platz hinter dem burgenländischen Landeshauptmann und vor der amtierenden Bundesvorsitzenden erreichte. Bereits diese Entscheidung wurde von Spekulationen rund um ungültig erklärte Stimmen für Pamela Rendi-Wagner begleitet, die sie auf Platz zwei gebracht hätten.Neues Zahlenrätsel rund um SPÖ-Chef-Wahl. In: orf.at, 30. Juni 2023, abgerufen am 3. Jänner 2024. Seine Kampagne zeichnete sich durch eine breite Online-Unterstützung und die der Parteijugend aus. Eine Analyse des Kommunikationsexperten Roland Puck zeigt, dass Babler mit seinen Social-Media-Kanälen zwischenzeitlich mehr Personen erreichte als der Bundespräsident und der Bundeskanzler zusammen.Rennen um SPÖ-Vorsitz: Parteigremien beraten über Vorgehen. Beitrag im Ö1-Morgenjournal am 27. März 2026 (abrufbar für 7 Tage ab Ausstrahlung).

Nach dem knappen Ergebnis der drei Kandidaturen bei der Mitgliederbefragung und hitzigen Gremiensitzungen entschied sich die Führung der SPÖ, beim ursprünglichen Plan zu bleiben und über den Vorsitz nur die 609 Delegierten des Parteitages am 3. Juni in Linz entscheiden zu lassen. Bablers Vorschlag nach einer entscheidenden Stichwahl durch alle 148.000 SPÖ-Mitglieder wurde vom roten Parteivorstand knapp mit 22:25 abgelehnt.

Am 3. Juni, beim außerordentlichen Parteitag in Linz, wurde als Abstimmungsergebnis der Wahl zum Bundesparteivorsitz zunächst bekanntgegeben, dass Hans Peter Doskozil 316 und Andreas Babler 279 Stimmen erzielt hätten. Am 5. Juni 2023 wurde jedoch bekannt, dass die Stimmen am Parteitag durch einen Eingabefehler in eine Excel-Tabelle irrtümlich vertauscht worden waren und stattdessen Andreas Babler die Abstimmung mit 317 Stimmen (52,66 Prozent) zu 280 Stimmen (46,51 Prozent) gegen Hans Peter Doskozil gewonnen hatte, bei fünf Enthaltungen (0,83 Prozent). Dieses Ergebnis wurde am 6. Juni 2023, nach erneuter Auszählung durch die Wahlkommission und einen Notar, von der nun neu gewählten Wahlkommissionssprecherin via Pressekonferenz bestätigt. Andreas Babler nahm in einer darauffolgenden Pressekonferenz die Wahl an und wurde damit offiziell als neuer SPÖ-Bundesparteivorsitzender gewählt und bestätigt. Er ist der 13. Bundesparteivorsitzende in der Geschichte der SPÖ. Am 11. November 2023 wurde er am SPÖ-Parteitag mit 88,76 Prozent der Delegiertenstimmen als SPÖ-Vorsitzender bestätigt. Ebenso wurde er beim 47. Ordentlichen SPÖ-Bundesparteitag in Wien am 7. März 2026 mit 81,51 Prozent der Delegiertenstimmen als Bundesparteivorsitzender der SPÖ wiedergewählt.

Vor Beginn der XXVIII. Gesetzgebungsperiode des Nationalrats wurde er am 23. Oktober 2024 mit rund 86 Prozent der Stimmen zum Klubobmann des SPÖ-Parlamentsklubs gewählt. Mit dem Wechsel vom Bundesrat in den Nationalrat am 24. Oktober 2024 trat er als Traiskirchens Bürgermeister zurück. Als Bürgermeisterin folgte ihm Sabrina Divoky nach. Sein Sitz im Bundesrat ging an Martin Peterl.

Vizekanzler Nach langen Regierungsverhandlungen führte er als Parteiobmann die SPÖ, die eine Koalition mit ÖVP und NEOS bildete, zum ersten Mal seit 2017 zurück in die Bundesregierung. Am 3. März 2025 wurde er von Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum Vizekanzler der Republik Österreich als Teil der Bundesregierung Stocker angelobt. Er wird in dieser Gesetzgebungsperiode überdies als Bundesminister die Verantwortung für die Agenden Sport, Wohnen, Kunst und Kultur übernehmen. Mit Bablers Ernennung zum Vizekanzler wurde zum ersten Mal seit 1983 wieder ein SPÖ-Politiker zum Vizekanzler.