mini|Pfarrkirche San Martino hochkant|mini|Wohnhaus und Museum Pagani Castello ist eine Fraktion der italienischen Gemeinde Valsolda in der Provinz Como, Lombardei.

Geographie Castello liegt am nordöstlichen Arm des Luganer Sees in den Luganer Voralpen auf zwischen Lugano und Porlezza nur wenige Kilometer von der Grenze zwischen Italien und der Schweiz entfernt. Der Ort zählte im Jahr 2022 knapp unter 60 Einwohner. Es gibt einige Ferienhäuser, der Tourismus ist das Hauptgeschäft. Castello ist von Porlezza her mit dem Auto über eine Hauptstraße in zwanzig Minuten erreichbar.Puria auf hikr.org

Die angrenzenden Fraktionen sind: Loggio, Drano, Dasio und Puria.

Geschichte Castello war lange Zeit eine unabhängige Gemeinde innerhalb der sogenannten Dodici Terre, ( oder Zwölf Ortschaften) (Albogasio, Casarico, Cima, Cressogno, Dasio, Drano, Loggio, Oria, Puria, und Bisnago, wobei letzteres auch als Roncaglia bekannt ist und auf der anderen Seite des Sees liegt), die die Dorfgemeinschaft Valsolda bildeten. Letztere unterstand seit 1240 dem Erzbischof von Mailand, der sie zusammen mit der Pieve von Porlezza von Kaiser Friedrich II. erhalten hatte. Noch im Laufe des 13. Jahrhunderts errang die Dorfgemeinschaft eine gewisse Unabhängigkeit vom Erzbischof, was sich in der Niederschrift von eigenen Statuten niederschlug, die Ende des 14. Jahrhunderts vom Reichsvikar Gian Galeazzo Visconti reformiert wurden.

Während der spanischen Herrschaft im 16. und 17. Jahrhundert hatte Castello nur begrenzte Möglichkeiten der kommunalen Selbstverwaltung. Die meisten öffentlichen Aufgaben wurden vom Consiglio generale von Valsolda übernommen.

Während des napoleonischen Königreichs Italien wurde Castello mit seinen 144 Einwohnern mit dem Dekret vom 8. Juni 1805 mit der Gemeinde Albogasio zusammengefasst. 1816, nach der Gründung des Königreichs Lombardo-Venetien, wurde Castello wieder zur selbstständigen Gemeinde. 1853 zählte sie 213, 1861 noch 204 Einwohner.Carlo Barrera: Storia della Valsolda. Pinerolo 1864.

Nach der Gründung des Königreichs Italien nahm die Gemeinde 1862 den Namen Castello Valsolda an. 1927 wurde die Gemeinde Castello Valsolda Im Zuge der faschistischen Gemeindereform aufgelöst und mit den Gemeinden Albogasio, Cressogno, Dasio, Drano und Puria zu der neuen Gemeinde Valsolda zusammengelegt.

Sehenswürdigkeiten Die Pfarrkirche San Martino, deren Ursprünge bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen, wurde zwischen 1578 und 1602 im Stil des Barock vollständig umgebaut. Die schlichte einschiffige Hallenkirche mit einem Campanile hat sechs Seitenkapellen und ein Tonnengewölbe. Innen ist die Kirche vollständig mit Wandgemälden ausgestattet. Das Gewölbe ist mit Fresken von Paolo Pagani ausgemalt.Kirche San Martino (italienisch) auf sanmartinovalsolda.it In der Apsis sind vier Ereignisse aus dem Leben des Hl. Martin, Patron der Kirche, dargestellt. Das „Museo Casa Paolo Pagani“ befindet sich in einem barocken ehemaligen Stadtpalais der Familie Pagani. Gezeigt werden Werke von Künstlern aus dem Valsolda vom 14. bis zum 19. Jahrhundert.Museo Casa Pagani (italienisch) auf sanmartinovalsolda.itMuseo Casa Pagani in via Cesare Jamucci 10 (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it

Persönlichkeiten Künstlerfamilie ParaccaKünstlerfamilie Paracca (italienisch) in sanmartinovalsolda.it (abgerufen am: 31. März 2016.) Gian Giacomo Paracca (* um 1520 in Castello; † nach 1584 ebenda ?), genannt il Valsoldo, Bildhauer in Genua zusammen mit Taddeo Carlone e Bernardino di Novo aus Lanzo d’IntelviGian Giacomo Paracca. In: magistri.partnertecnologico.it. Abgerufen am 15. Oktober 2024. Giovanni Antonio Paracca genannt il Valsoldo (* 21. November 1546 in Castello; † 29. Oktober 1599 in Rom), Sohn von Andrea, Bildhauer in Genua und Rom Antonio Ludovico Paracca (1722–nach 1765) in Polen tätiger ArchitektAntonio Ludovico Paracca (italienisch) in sanmartinovalsolda.it (abgerufen am: 31. März 2016.)Mariusz Karpowicz: Artisti ticinesi in Polonia nelle prima metà del ’700. Stato del Cantone Ticino, Bellinzona 1999, S. 177.

Künstlerfamilie PaganiKünstlerfamilie Pagani (italienisch) in sanmartinovalsolda.it (abgerufen am: 31. März 2016.) Giuseppe Carlo Antonio Pagani (1642–1695), BildhauerKünstlerfamilie Pagani (italienisch) in sanmartinovalsolda.it (abgerufen am: 31. März 2016.) Carlo Antonio Pagani (1674–1712), Sohn des Giuseppe Carlo Antonio, BildhauerKünstlerfamilie Pagani (italienisch) in sanmartinovalsolda.it (abgerufen am: 31. März 2016.) Paolo Pagani (1655–1716), Maler, Freskant Pietro Paolo Pagani (1688–1739), Bruder des Carlo Antonio, Bildhauer

Giovanni Merlini (um 1630–nach 1676), StuckateurMariusz Karpowicz: Artisti ticinesi in Polonia nel ’600. Stato del Cantone Ticino, Bellinzona 1999, S. 156. Paolo Fontana (1696–1765), Architekt Domenico Merlini (1730–1797), Architekt Cesare Jamucci (1845–1934), Bildhauer, MalerCesare Jamucci. In: galleriarecta.it/autore. Abgerufen am: 20. Oktober 2024.. Carlo Forni (1895–1986), Maler, GlasmalerCarlo Forni (italienisch) in sanmartinovalsolda.it (abgerufen am: 31. März 2016.)

Literatur Romano Amerio: Introduzione alla Valsolda. Fondazione Ticino Nostro, Lugano 1970. Federica Bianchi (Hrsg.): Paolo Pagani, 1655-1716. (Catalogo della mostra tenuta a Rancate e Campione d’Italia), Milano, 1998 Alessandro Morandotti: Paolo Pagani e i Pagani di Castello Valsolda. Fidia edizioni d’arte, Lugano, 2000. Andrea Spiriti, Giorgio Mollisi: I Pozzi di Valsolda e gli Avogadro di Tradate. Una collaborazione tra Ticino e Lombardia (con una prima catalogazione delle opere). In: Arte&Storia, 8. Jahrgang, Nummer 43, April–Juni 2009. Edizioni Ticino Management, Lugano 2009, S. 87–90.

Weblinks

Pro Loco Valsolda auf prolocovalsolda.info (Webseite des Pro Loco) (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it/luoghi

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Lombardei Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Provinz Como) Kategorie:Gemeindegründung 1816 Kategorie:Gemeindeauflösung 1927