Erich Weiher (* 23. Juli 1893 in Berlin; † 7. MärzAuskunft des Informationszentrums des Friedhofs Ohlsdorf vom 12. Juni 2015 1972 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher.
Leben Nach Unterricht bei Gustav Höppner gab Erich Weiher 1912 im Sommertheater Moabit in Berlin sein schauspielerisches Debüt. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren Theater in Beuthen, Essen, Graudenz, Nordhausen und Saarbrücken, ehe er 1931 nach Hamburg kam. Hier arbeitete er zunächst als Rundfunksprecher bei der damaligen NORAG. Als König Ludwig XIV. stand Weiher in der Operette Liselott von Eduard Künneke zum ersten Mal in Hamburg auf der Bühne. Anlass hierzu war ein Gastspiel Gustaf Gründgens’ im Operettenhaus. Anschließend hatte er Engagements am Kleinen Lustspielhaus an den Großen Bleichen, dem späteren Sitz des Ohnsorg-Theaters, sowie im Vorläufer des Altonaer Theaters, dem Altonaer Stadttheater. 1937 kam Erich Weiher an das Thalia Theater, dem er bis zu seinem Tod über 35 Jahre lang angehörte. Einige seiner Rollen waren hier der Julius Wolff in Gerhart Hauptmanns Biberpelz, Napoleon in Madame Sans-Gêne von Victorien Sardou, der Kammerdiener in Kabale und Liebe von Friedrich Schiller oder der Geist in Shakespeares Hamlet. Weiter sah man Weiher in Stücken wie Der gute Mensch von Sezuan von Bertolt Brecht, in Südfrüchte von Marcel Pagnol oder Kolportage von Georg Kaiser.Alter Theaterhase: Erich Weiher wurde 65, Hamburger Abendblatt vom 23. Juli 1958, abgerufen am 11. Juni 2015Hans-Joachim Neumann: Die Parabel vom Mädchen ShenTe, Hamburger Abendblatt vom 28. August 1963, abgerufen am 11. Juni 2015Alter Jünger Thaliens, Hamburger Abendblatt vom 23. Juli 1968, abgerufen am 11. Juni 2015Abschied von Erich Weiher, Hamburger Abendblatt vom 9. März 1972, abgerufen am 11. Juni 2015
mini|hochkant=0.65|Grabstein „Weiher“ auf dem Friedhof Ohlsdorf
Gelegentlich übernahm Erich Weiher auch Aufgaben vor der Kamera. So war er 1947 erstmals in dem Episodenfilm In jenen Tagen unter der Regie von Helmut Käutner zu sehen. Sowohl 1954/55 als auch in einer weiteren Verfilmung im Jahr 1959 spielte er die Rolle des Monsieur Hochepot in dem Dreiteiler Im sechsten Stock nach dem gleichnamigen Bühnenstück des Schweizer Schauspielers Alfred Gehri. Weiter hatte Weiher kleinere Rollen in Der Hauptmann von Köpenick und der Edgar-Wallace-Verfilmung Die toten Augen von London. Ferner wirkte er in zwei Episoden der Serie Hafenpolizei und in der ersten Folge der Unverbesserlichen mit.
Ungleich umfangreicher war dagegen Erich Weihers Tätigkeit als Hörspielsprecher. Zwischen 1945 und 1972 wirkte er in über 150 Produktionen überwiegend des NWDR und später des NDR mit, so u. a. in Hörfunkfassungen von Carl Zuckmayers Der Hauptmann von Köpenick, Der Biberpelz, Bezauberndes Fräulein von Ralph Benatzky, Galileo Galilei von Bertolt Brecht oder Der Geizige von Molière.
Erich Weiher starb 78-jährig an Herzversagen, nachdem er einige Tage zuvor noch in Ibsens Ein Volksfeind auf der Bühne des Thalia Theaters gestanden hatte. Er ruht auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf bei Kapelle 12 (Grablage BH 58 – 1097).
Filmografie (Auswahl) 1947: In jenen Tagen 1950: Export in Blond 1950: Der Schatten des Herrn Monitor 1954: Im sechsten Stock 1954: Neues aus dem sechsten Stock 1955: Ende des sechsten Stocks 1955: Hin und Her 1955: Prozeß in Dur 1956: Der Hauptmann von Köpenick 1957: Tolle Nacht 1957: Die Herberge 1958: Das Geld, das auf der Straße liegt 1959: Die Ratten 1959: Im sechsten Stock 1959: Neues aus dem sechsten Stock 1959: Ende des sechsten Stocks 1961: Die toten Augen von London 1964: Hafenpolizei – Krumme Touren 1964: Hotel zur Erinnerung 1965: Die Unverbesserlichen (1 Folge) 1966: Briefe nach Luzern 1966: Hafenpolizei – Die neue Spur 1971: Theatergarderobe – Das Naturereignis
Hörspielproduktionen (Auswahl) 1945: Der Hauptmann von Köpenick – Regie: Helmut Käutner 1945: Der Biberpelz – Regie: Ludwig Cremer 1946: Bezauberndes Fräulein – Regie: Karl-Heinz Reichel 1947: Galileo Galilei – Regie: Ludwig Cremer 1948: Luftbrücke Berlin – Regie: Gustav Burmester 1949: Wem die Stunde schlägt – Regie: Karlheinz Schilling 1949: Schmutzige Hände – Regie: Otto Kurth 1950: Kapitän Brassbounds Bekehrung – Regie: Otto Kurth 1950: Erstklassige Existenz zu verkaufen – Autor und Regie: Kurt Meister 1951: Der Geizige – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand – Regie: Hans Lietzau 1952: Karussell zu verkaufen – Regie: Helmut Käutner 1952: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Das geheimnisvolle Wertpaket) – Regie: Gerd Fricke 1952: Stranitzky und der Nationalheld – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Gestatten, mein Name ist Cox (1. Staffel; Folge: Nachts ging das Telefon) – Regie: Hans Gertberg 1953: Zum goldenen Anker (1.–3. Teil) – Regie: Gustav Burmester 1953: Das Schiff Esperanza – Regie: Otto Kurth 1954: Die Sterne lügen nie – Regie: Gottfried Lange 1954: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Vorbestraft) – Regie: Gerd Fricke 1956: Unterm Birnbaum – Regie: Gert Westphal 1956: Das Verhör des Lukullus – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1957: Mr. Thriplow verschenkt sein Geld – Regie: Günter Siebert 1957: Die Versuchung – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1957: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Spitzbuben) – Regie: S. O. Wagner 1958: Der Prozeß um des Esels Schatten – Regie: Ludwig Cremer 1958: Anne Frank – Spur eines Kindes – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1959: Spionage (in 4 Folgen) – Regie: S. O. Wagner 1959: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Die Tresore der Firma Livingstone) – Regie: S. O. Wagner 1960: Wasser und Wind – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1960: Ein Fall für Herrn Schmidt – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1961: Totentanz – Regie: Martin Walser 1962: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Die Nacht in Badmers Hamlet) – Regie: S. O. Wagner 1963: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Der Tod reist mit dem Zirkus) – Regie: S. O. Wagner 1964: Ein Wintermärchen – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1965: Rahmeck schlägt Alarm – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1965: Die Wasserminna (Vierteiler) – Regie: Otto Düben 1966: Die Enttäuschung – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1969: Ja, operieren, nein – Regie: Günter Bommert 1971: Fremde Tote – Regie: Hans Rosenhauer 1972: Im Mittelpunkt steht der Mensch – Regie: Heinz Hostnig
Weblinks
Erich Weiher in der ARD-Hörspieldatenbank Im sechsten Stock bei steffi-line.de
Einzelnachweise
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