miniatur|Peveril Castle vom Cave Dale aus, mit Lose Hill im Hintergrund Peveril Castle (auch Castleton Castle oder Peak Castle) ist eine Burgruine aus dem Mittelalter über dem Dorf Castleton in der englischen Grafschaft Derbyshire. Die Burg war der Sitz des Honour of Peverel und wurde irgendwann zwischen der normannischen Eroberung Englands 1066 und der ersten urkundlichen Erwähnung im Domesday Book von 1086 für William Peverel, der als Lehensmann des Königs Ländereien in Nottinghamshire und Derbyshire besaß, gebaut. Der nahegelegene Ort Castleton profitierte von der Burg, die als Sitz des Adels von Peak fungierte. Das Dorf wurde ein wirtschaftliches Zentrum des Gebietes. Von der heutigen Ruine aus kann man das Hope-Tal und das Cave Dale überblicken.
William Peverel der Jüngere erbte das Anwesen seines Vaters, das aber 1155 von König Heinrich II. konfisziert wurde. Während die Burg in seinem Besitz war, besuchte Heinrich sie dreimal, 1157, 1158 und 1164; im erstgenannten Jahr war dort auch König Malcolm IV. von Schottland zu Gast. Während der Revolte von 1173–1174 wurde die Garnison der Burg von einem Pförtner und zwei Wachleuten auf eine Truppe von 20 Rittern verstärkt, die sich Peveril Castle mit den Burgen in Bolsover und Nottingham teilte. Die Earls of Derby konnten durch Heirat die Anwesen der Peverels beanspruchen, und 1199 zahlte William Ferrers, der 4. Earl, 2000 Mark für die Lordship of the Peak, wenn auch die Burg unter Kontrolle der Krone blieb. Die Gelegenheit, bei der Peveril Castle einem militärischen Konflikt am nächsten kam, war 1216, als Johann Ohneland die Burg William de Ferrers zu Lehen gab, aber der Kastellan die Aufgabe der Kontrolle verweigerte. Obwohl beide den König unterstützten, gestattete dieser dem Earl, gegen den Kastellan Gewalt anzuwenden. Dieser gab in der Folge aber auf, obwohl es keinen Beweis dafür gibt, dass die Burg angegriffen wurde.
1223 fiel die Burg zurück an die Krone. Im 13. Jahrhundert gab es Bauarbeiten an der Burg, die um 1300 ihre endgültige Form erreicht hatte. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Baronie an John of Gaunt, den Duke of Lancaster, verliehen. Dieser hatte wenig Verwendung für die Burg und ordnete an, dass Teile davon abgerissen und die Baumaterialien anderweitig verwendet wurden. So begann der Verfall. Von der Zeit von John of Gaunt bis heute befinden sich das Anwesen und die Ruine im Eigentum des Herzogtums Lancaster. Auch als Verwaltungsstandort verlor Peveril Castle an Bedeutung und 1609 wurde es als „sehr ruinös und nutzlos“ bezeichnet. Im 19. Jahrhundert erwähnte Sir Walter Scott die Burg in seiner Novelle Peveril of the Peak. Heute steht das Anwesen unter der Verwaltung von English Heritage und liegt in einem Nationalpark. Peveril Castle ist als Scheduled Monument geschützt und wurde als historisches Gebäude I. Grades gelistet.
Geschichte Peveril Castle wacht auf einem Kalksteinfelsen über dem westlichen Ende des Hope-Tals, inmitten einer altertümlichen Landschaftskulisse. Auf der Nordseite liegt Mam Tor, ein Fort aus der Bronzezeit und 3 Kilometer östlich liegt bei Brough and Shatton das römische Fort Navio. Das Tal bildete einen natürlichen Verkehrsweg und war wegen wertvoller Bodenschätze in der Gegend, besonders Blei, besonders wichtig.
Ab der normannischen Eroberung Das kleine Hope Castle liegt halbwegs das Tal hinunter. Der Erbauer der Burg, William Peverel, war ein Gefolgsmann von Wilhelm dem Eroberer und wurde für seine Gefolgschaft bei der Eroberung Englands belohnt. Seine erste ausdrückliche Erwähnung in England sagt aus, dass ihm Wilhelm der Eroberer, der gerade dabei war, die Midlands und Nordengland zu unterwerfen, 1068 das neue Nottingham Castle zu Lehen gab. Eine unsubstantiierte Legende behauptet, Peveril sei Wilhelms illegitimer Sohn gewesen. Nach dem Domesday Book von 1086 war Peveril ein mächtiger Landbesitzer geworden, der Ländereien in Nottinghamshire und Derbyshire besaß. Das genaue Baujahr von Peveril Castle ist nicht bekannt, wenn der Baubeginn auch vor 1086 gelegen haben muss, da es im Domesday Book erwähnt ist, eine von 48 Burgen in der Aufstellung und die einzige in Derbyshire. Dort steht, die Burg stünde auf Pechesers was als Peak's Tail oder Peak's Arse ins Englische übersetzt werden kann. Auch wenn die frühesten normannischen Burgen üblicherweise in Holz erbaut wurden, so scheint doch Peveril Castle gleich in Stein erbaut worden zu sein.
miniatur|links|Der Donjon von Peveril Castle stammt aus dem 12. Jahrhundert William Peveril unterstanden königliche Ländereien, wie der Distrikt Hope, und, auch wenn er seine eigenen Ländereien besaß, war er doch auf das fortgesetzte Wohlwollen des Königs angewiesen, um seine Macht in dieser Weise zu erhalten. Im Jahre 1100 gab ihm der neue König, Heinrich I., „seinen Fronhof im Peak“ zu Lehen. Dies bedeutet, dass der Peak eine unabhängige Lordship unter Peverils Kontrolle und damit die Burg zu einem wichtigen Verwaltungszentrum in der Gegend wurde, was die Erhebung von Steuern ermöglichte. Das nahegelegene Castleton profitierte von der neuen Rolle der Burg und begann als das neue wirtschaftliche Herz der Lordship zu wachsen. William Peveril starb 1114 und sein Sohn, William Peveril der Jüngere, folgte ihm nach. Im Bürgerkrieg, der Anarchie genannt wurde und zwischen König Stephan und Kaiserin Matilda ausgetragen wurde, fand sich Peveril auf der Verliererseite und sein Besitz litt, nachdem er 1141 in der Schlacht von Lincoln gefangen genommen wurde. 1153 wurde Peveril beschuldigt, versucht zu haben, Ranulph de Gernon zu vergiften. Im selben Jahr klagte der künftige König Heinrich II. Peveril wegen „Plünderung und Verrat“ an, drohte, seine Ländereien zu konfiszieren und sie an den Earl of Chester zu übergeben. Zwei Jahre später setzte Heinrich, der nun König war, seine Drohung in die Tat um. Zu dieser Zeit war allerdings der Earl of Chester bereits tot und so behielt der König die Ländereien selbst. Als Peveril Castle unter königlicher Kontrolle war, wurde es zum Verwaltungszentrum des Forest of the High Peak.
William Peveril der Jüngere starb nach 1155 und sein einziger männlicher Nachkomme war schon vor ihm gestorben. So beanspruchte der Gatte von William Peverils Tochter Margaret im Namen der Familie die konfiszierten Ländereien. Margaret hatte Robert de Ferrers, 2. Earl of Derby, geheiratet. König Heinrich II. besuchte Peveril Castle dreimal während seiner Regentschaft. Bei seinem ersten Besuch 1157 beherbergte er König Malcolm IV. von Schottland, der König Heinrich die Ehre erwies, nachdem er Cumberland und Westmorland an die Engländer abtreten musste. Heinrich II. kam auch 1158 und 1164 zur Burg zurück. Als eine Gruppe von Baronen, angeführt von Heinrichs Söhnen Heinrich dem Jüngeren, Gottfried, Herzog der Bretagne, und Prinz Richard, der später Richard Löwenherz werden sollte, an der Revolte von 1173–1174 gegen die Regentschaft des Königs teilnahmen, investierte der König £ 116 in Bauarbeiten an den Burgen von Peveril und Bolsover in Derbyshire. Die Garnison wurde ebenfalls aufgestockt. Früher war Peveril Castle von zwei Wachleuten und einem Portier bewacht, aber sie wurden durch eine Truppe unter der Führung von 20 Rittern verstärkt, die sich Peveril Castle während der Revolte mit den Burgen von Bolsover und Nottingham teilen musste. Nachdem die Revolte 1174 beendet war, wurden weitere Schritte unternommen, die Befestigungen von Peveril Castle zu verbessern, und die Pipe Rolls (Aufzeichnungen über die königlichen Ausgaben) zeigen, dass zwischen 1175 und 1177 die Summe von £ 184 für den Bau eines Donjons ausgegeben wurde. Bauarbeiten in Stein waren teuer, und so geriet der Donjon von Peveril Castle klein; zeitgenössische mittelgroße Burgen aus Stein, wie Orford Castle konnten damals Tausende von Pfund kosten. Das durchschnittliche Einkommen Heinrichs II. während seiner Regentschaft wird auf £ 10.000 im Jahr geschätzt. Da nur wenige Dokumente noch erhalten sind, ist nicht klar, wann die einzelnen Teile der Burg errichtet wurden, und archäologische Untersuchungen über das Alter des Mauerwerks führten zu keinem Ergebnis. Heinrich II. starb 1189 und sein Sohn Richard Löwenherz beerbte ihn. Bald nach seiner Krönung verlieh Richard Löwenherz die Lordship of the Peak einschließlich der Burg an seinen Bruder Johann Ohneland. Während Richard auf einem Kreuzzug war, rebellierte Johann und nach seiner Rückkehr konfiszierte Richard die Lordship wieder.
Johann wurde 1199, nach Richards Tod, König. William de Ferrers, 4. Earl of Derby, erhielt den Anspruch der Earls of Derby auf das Peveril-Anwesen aufrecht. Er zahlte Johann 2000 Mark für die Lordship of the Peak aber die Krone hielt Peveril Castle und Bolsover Castle weiterhin in ihrem Besitz. Im Jahre 1216 überließ Johann Ohneland schließlich die beiden Burgen den Ferrers, um sich angesichts einer landesweiten Rebellion ihrer Unterstützung zu versichern. Aber der Kastellan Brian de Lisle weigerte sich, die Burgen zu übergeben. Obwohl Lisle und Ferrers beide König Johann unterstützten, erlaubte dieser Ferrers, Gewalt anzuwenden, um sich die Burgen zurückzuholen.
Heinrich III. Die Situation war immer noch chaotisch, als Heinrich III. nach dem Tod seines Vaters 1216 König wurde. Obwohl Bolsover Castle 1217 nach einer Belagerung in die Hände von Ferrers' Truppen fiel, gibt es keine Anzeichen dafür, dass Peveril Castle jemals angegriffen wurde, und so ist es wahrscheinlich, dass Brian de Lisle und William de Ferrers seine Aufgabe aushandelten. Ferrers hatte die Lordship nur inne, bis der junge König volljährig war. Als die Zeit kam, war er nur widerstrebend bereit, die Anwesen an den Heinrich III. zu übergeben, tat dies nach anfänglichem Zögern 1223 aber doch. Es sind zwar zeitgenössische Pipe-Roll-Aufzeichnungen erhalten, sie geben aber keine Auskunft darüber, wie das Geld verwendet wurde. Daher ist es nicht klar, wie viel für die Erhaltung und wie viel für den Neubau ausgegeben wurde. Richard Eales, der 2006 den Führer für English Heritage verfasste, meint allerdings, dass es zwei Zeiträume gab, in denen an Peveril Castle gebaut wurde, da in diesen Zeiten mehr Geld als üblich investiert wurde: £ 54 in den Jahren 1204–1207 und £ 67 in den Jahren 1210–1212. Der Mittelalter-Historiker Sidney Painter (1902–1960) vertrat die Meinung, dass es um 1200 nur sieben Magnaten in England gab, deren jährliches Einkommen £ 400 überschritt und ein Ritter konnte leicht von £ 10–20 im Jahr leben.
miniatur|Landkarte der Gegend aus The Growth of the English House von John Alfred Gotch 1909