Der U-Bahnhof Deutsches Bergbau-Museum ist eine Tunnelstation der U35 CampusLinie der Stadtbahn Bochum in der kreisfreien Stadt Bochum. Die Station wurde 2026 als erstes technisches Verkehrsdenkmal seiner Art in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Lage und Aufbau Der U-Bahnhof befindet sich im nördlichen Bereich der Innenstadt Bochums im Untergrund der Herner Straße. Er besitzt zwei Ausgänge. Der südliche führt zum Nordring. Über den Südausgang werden Ziele der nördlichen Bochumer Innenstadt erschlossen. Der U-Bahnhof liegt etwa 600 m südlich des U-Bahnhofs Feldsieper Straße und rund 700 m nördlich des U-Bahnhofs Bochum Rathaus (Nord).

Der U-Bahnhof ist mit einem Mittelbahnsteig versehen. Er ist seit der Eröffnung nahezu im Originalzustand, nur die Fahrkartenautomaten wurden entfernt und die Sitzbänke und Mülleimer sind erneuert.Eintrag in die städtische Denkmalliste (A 715)

Am nördlichen Ausgang befindet sich seit 1930 das namengebende Deutsche Bergbau-Museum Bochum. Am südlichen Ausgang liegt seit 1899 die Bergschule, die seit 1989 unter dem Namen Fachhochschule Bergbau (FH Bergbau) bekannt war und die heute unter dem Namen Technische Hochschule Georg Agricola firmiert. Die Hochschule ist eine von damals vier Hochschulen, die ausschlaggebend für den Namenszusatz CampusLinie im Jahr 2011 waren.

Verkehrs- und Baugeschichte der Station Die Verbindung zwischen Herne und Bochum hatte schon früher eine besondere Bedeutung. 1847 wurde in Herne der Bahnhof eröffnet, (Digitalisat online) und war bis zur Eröffnung des Bahnhofs in Bochum der nächstliegende Bahnanschluss. 1894 wurde die erste Bochumer Straßenbahn eingerichtet, welche auch Herne verband und der Vorläufer der Linie U 35 war. Die Station liegt dem historischen Startpunkt der Straßenbahn, Am Kortland, am nächsten. Die Bedeutung der Linie im Rahmen der Stadtentwicklung ist auch Teil der Denkmalbegründung.

Mit dem Wachstum des motorisierten Individualverkehrs und den damit verbundenen Problemen wurde von mehreren Städten 1969 die Stadtbahngesellschaft Ruhr mbH gegründet. Das mit dem Drängen der Landesregierung entwickelte Ziel war es, die Städte durch ein einheitliches gemeinsames Nahverkehrskonzept miteinander kreuzungsfrei zu verbinden. Aus verschiedenen Gründen wurde das Konzept aber nicht vollständig ausgeführt, und viele Linien wurden nur bis zur Stadtgrenze ausgeführt oder verlaufen als Stadtbahnen weiterhin an der Oberfläche mit Kreuzungen des weiteren Straßenverkehrs.

Als zweite Straßenbahnlinie in Bochum wurde von 1980 bis 1988 die Verbindung zwischen Herne und Bochum unterirdisch angelegt. Dabei wurde auch die Neue Österreichische Tunnelbaumethode angewendet und weiterentwickelt. Die Arbeiten zum Rohbau wurden im Frühjahr 1980 von den Firmen Thyssen-Schachtbau und Intuba (Frankfurt) als Baulos D3 ausgeführt, und termingerecht im Sommer 1983 abgeschlossen. Dabei wurde die Station als Ingenieurbauwerk erstmalig überhaupt in bergmännischer Bauweise errichtet, in der sogenannten „Bochumer Bahnhofsbauweise“. Dabei wurden ebenfalls erstmals Gitterbögen anstatt von Vollwandprofilen im oberflächennahen Tunnelbau verwendet.

Mit den Erfahrungen aus dem Bau mit Gitterbögen wurde anschließend ein Teil einer S-Bahn in Frankfurt gebaut. Auch bei der Neubaustrecke der Deutschen Bahn von Würzburg nach Hannover wurden 75 % der Tunnel mit Gitterbögen gebaut. Seitdem werden aufgrund der herausragenden Vorteile die Gitterbögen als Elemente des Tunnelbaus verwendet.

Die Station wurde zusammen mit der U-Bahn-Linie am 2. September 1989 in Betrieb genommen. Die Linie ist die einzige Stadtbahnlinie aus dem ehemaligen gemeinsamen Nahverkehrskonzept, die zwei Städte im Ruhrgebiet unterirdisch direkt verbindet. Dieser historische Hintergrund ist ein Teil des Denkmalwertes der Station. Bei der Eröffnung 1989 wurde sie als erste Verbindung dieser Art in Deutschland bezeichnet.

Gestaltung und Denkmalschutz mini|Anbindung an das namengebende Bergbau-Museum, die kreisrunde Öffnung soll einen Bergbauschacht darstellen Der städtische Ingenieur Jochen Habeck hatte die Station entworfen, und in die Gestaltung die Geschichte des Bergbaus, auch bedingt durch die Lage zwischen Bergbau-Museum und Bergschule, einfließen lassen. Es sollte auch ein außenliegender Ausstellungsraum des Deutschen Bergbau-Museums Bochum sein.

Im Ausgangsbereich zum Bergbau-Museum sind neben der Treppenanlage, die zur Tagesoberfläche führt, Gegenstände zum Thema Bergbau zu finden. Waren hier früher auch noch unter anderem eine Grubenlok und ein Förderwagen ohne Absperrung zu finden, sind nun heute aufgrund von Vandalismus nur noch eine Seilscheibe und ein Abteufkübel hinter Gittertüren vorhanden. Die kreisrunde Öffnung in dem Ausgangsbereich soll einen Bergbauschacht darstellen. Der Ausgang zum Museum befindet sich in direkter Fluchtlinie mit dem Gebäude mit dem markanten Fördergerüst.

In den Verteilerebenen befinden sich jeweils zwei Stützen. Diese und abgehenden Auf- und Abgänge sind in ihrer Formsprache eine Anlehnung an die bergmännische Bauweise eines Querschlags, bei dem sich die Richtstrecken verzweigen. Die Stützen und Lampen sind im Jugendstildesign als postmodernes Gestaltungselement gestaltet. Die großflächige Wandgestaltung bei den Zugängen zu dem Bahnsteig erinnert in ihrer Gestaltung an die Abbaufläche in einem Kohlestreb.

Die Wände der Bahnebene sind mit schwarzen, weißen und grauen Streifen durchzogen. Sie sollen geologische Schichten mit stilisierten Flözen darstellen.

In einem gemeinsamen Erfassungsprojekt des Kunstgeschichtlichen Instituts der Ruhr-Universität Bochum mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bochum zur Architektur der 1960er-1980er Jahre in Bochum wurde die Denkmaleigenschaft von verschiedenen Verkehrsbauwerken geprüft. Aufgrund dieser Untersuchung wurde die Haltestelle im Jahr 2026 unter Denkmalschutz gestellt. In der Begründung wurde betont, dass die U35 Linie und ihre Haltestelle ein wichtiges Beispiel für die Planung der Stadtbahn in den 1960er- und 1970er-Jahren darstellen. Dabei verbindet diese Station in ihrer Architektur die unterirdische Verkehrsinfrastruktur mit der montanhistorisch beeinflussten Stadtgeschichte an der Oberfläche.

Am 13. September 2026, dem bundesweiten Tag des offenen Denkmals unter dem Motto: „NetzWERKE: Denkmal & Infrastruktur“, wurde die Denkmalplakette überreicht. Die Station ist als Denkmal A 715 in die Denkmalliste eingetragen.

Galerie

Linien Der U-Bahnhof wird durch die Linie U35 der Stadtbahn Bochum bedient.

Linie Linienverlauf Takt

Es bestehen keine Umsteigebeziehungen zum Omnibusverkehr.

Trivia

Der Bodenaushub der U‑Bahn und damit auch von der Station wurde nahe der Baustelle auf dem Tippelsberg deponiert.

Siehe auch

Liste der U-Bahnhöfe der Stadtbahn Bochum

Literatur

Weblinks

Bahnhof Deutsches Bergbau-Museum auf bochum.de

Einzelnachweise

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