Markhausen ist ein Ortsteil der Stadt Friesoythe im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg. Der Ort liegt im Süden des Friesoyther Stadtgebietes im Oldenburger Münsterland. Verwaltungsmäßig bildet Markhausen zusammen mit Augustendorf, Ellerbrock und Neumarkhausen die gleichnamige Ortschaft Markhausen.

Die Ortschaft Markhausen hatte zum 31. Dezember 2025 insgesamt 2.234 Einwohner. Davon entfielen 1.513 Einwohner auf den Ortsteil Markhausen, 211 auf Augustendorf, 311 auf Ellerbrock und 199 auf Neumarkhausen.

Geografie

Markhausen liegt südlich des Friesoyther Stadtkerns. Der Ort ist ländlich geprägt und befindet sich im Bereich der Niederungen der Marka, die westlich beziehungsweise südwestlich des Ortes verläuft. Südlich von Markhausen liegt das Markatal, ein naturnaher Abschnitt des Talraums der Marka. Das Gebiet ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und Teil des FFH-Gebietes „Markatal mit Bockholter Dose“.

Südwestlich von Markhausen schließt sich der Eleonorenwald an. Das Waldgebiet umfasst insgesamt rund 2.065 Hektar und liegt im Grenzbereich der Landkreise Cloppenburg und Emsland.

Durch Markhausen verläuft die Landesstraße L 831, die den Ort unter anderem mit Friesoythe und den südlich gelegenen Orten verbindet.

Ortsgliederung

Die Ortschaft Markhausen besteht aus dem Ortsteil Markhausen sowie den Ortsteilen Augustendorf, Ellerbrock und Neumarkhausen. Die vier Orte werden im örtlichen Zusammenhang gemeinsam als Dorfgemeinschaft Markhausen wahrgenommen. Das lokale Dorfportal markhausen.de bündelt Informationen, Termine, Vereinsnachrichten und Hinweise aus Markhausen und den zugehörigen Ortsteilen.

Geschichte

Die kirchliche Geschichte Markhausens reicht mindestens bis in das 15. Jahrhundert zurück. Nach Angaben des römisch-katholischen Offizialatsarchivs Vechta wurde die Kirche St. Johannes der Täufer im 15. Jahrhundert durch die Einwohner des Ortes gestiftet und von der Mutterkirche Molbergen abgepfarrt.

Markhausen war bis zur niedersächsischen Gebietsreform eine selbständige Gemeinde. Am 1. März 1974 wurde Markhausen zusammen mit weiteren Gemeinden in die Stadt Friesoythe eingegliedert.

Religion

Ein zentraler kirchlicher Bezugspunkt des Ortes ist die katholische Kirche St. Johannes der Täufer. Nach kirchlichen Angaben wurde in Markhausen im 15. Jahrhundert eine Tochterkirche von Molbergen gegründet. Ursprünglich war Maria Patronin der Kirche; später wurde Johannes der Täufer Kirchenpatron.

Die heutige Kirche wurde 1921/22 errichtet und 1937/38 erweitert. Sie besitzt eine neubarocke Innenausgestaltung und bietet Platz für etwa 500 Gläubige. Seit der Fusion der katholischen Kirchengemeinden im Jahr 2008 gehört Markhausen zur katholischen Kirchengemeinde St. Marien Friesoythe.

Wappen

Das Wappen der früheren Gemeinde Markhausen zeigt in Gold unter einem blauen Wellenbalken im Schildhaupt eine gebogene rote Hirschstange mit sechs Enden und kleeblattartigem Ansatz. Das Wappen wurde am 27. Februar 1953 genehmigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

St. Johannes der Täufer

Die katholische Kirche St. Johannes der Täufer ist eine neubarocke Saalkirche im Ortskern von Markhausen. Neubarocke Erweiterungs- und Erneuerungsarbeiten erfolgten 1921/22 und 1937/38 durch Wilhelm Sunder-Plassmann; ein Anbau vor dem Haupteingang kam 1991/92 hinzu.

Fachwerkscheune Hof Gehlenborg

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Fachwerkscheune Hof Gehlenborg. Die Gehlenborgsche Scheune ist ein Denkmal aus dem 17. Jahrhundert. Sie besitzt Lehmgefache, ein erhaltenes Innen- und Außengerüst sowie eine Reeteindeckung mit Heidewalm. Nach längerer Zeit des Verfalls wurde die Scheune Anfang der 1990er Jahre wieder aufgebaut und dient heute als Treffpunkt des Heimatvereins Markhausen sowie als kleines historisches Museum.

Markatal

Das südlich von Markhausen gelegene Markatal ist ein naturnaher Talraum der Marka. Das fast 100 Hektar große Schutzgebiet umfasst einen rund 3,5 Kilometer langen Abschnitt des Fließgewässers. Nach Angaben des Erholungsgebietes Thülsfelder Talsperre blieb dieser Abschnitt vom Gewässerausbau der 1970er Jahre weitgehend verschont und ist bis heute als mäandrierendes Fließgewässer erhalten.

Bildung und Einrichtungen

In Markhausen befindet sich die Grundschule am Markatal. Die Schule trägt diesen Namen seit 2010 und wird als einzügige Grundschule beschrieben. Außerdem gibt es in Markhausen den katholischen Kindergarten und die Krippe St. Johannes.

Die Freiwillige Feuerwehr Friesoythe ist in mehrere Ortswehren gegliedert; zu diesen gehört auch die Ortsfeuerwehr Markhausen.

Dorfentwicklung und Vereinsleben

Markhausen ist Teil der Dorfregion „Friesoythe Süd“. Zur Dorfregion gehören neben Markhausen weitere südliche Ortschaften der Stadt Friesoythe. Im Rahmen der Sozialen Dorfentwicklung werden Projekte zur Stärkung der Dorfgemeinschaft und zur Weiterentwicklung des ländlichen Raums begleitet.

Das örtliche Vereinsleben wird unter anderem durch Feuerwehr, Sportvereine, Landfrauen, Schützenbruderschaft, kirchliche Gruppen und weitere örtliche Initiativen geprägt.

Literatur

Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen/Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1992, ISBN 3-422-03022-0, S. 929. Die Bau- und Kunstdenkmäler des Herzogtums Oldenburg. III. Heft: Amt Cloppenburg und Amt Friesoythe. Neudruck der Ausgabe 1903, Osnabrück 1976.

Weblinks

Website der Stadt Friesoythe Dorfportal markhausen.de St.-Johannes-Kirche Markhausen bei St. Marien Friesoythe Markatal im Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre Fachwerkscheune Hof Gehlenborg

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Cloppenburg Kategorie:Geographie (Friesoythe) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Cloppenburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1974