Christa de Carouge (eigentlich Christa Furrer; * 6. August 1936 in Basel; † 17. Januar 2018 in Zürich)Bettina Weber: Die Frau in Schwarz. In: Tages-Anzeiger.ch vom 17. Januar 2018, abgerufen am 18. Januar 2018. war eine Schweizer Kostümdesignerin und international renommierte Modeschöpferin.

Leben und Werk Christa de Carouge wuchs zusammen mit ihren Eltern und vier Geschwistern in Zürich auf. Ihre Mutter war Schneiderin, ihr Vater Chef der kalten Küche im Zürcher 5-Sterne Hotel «Baur au Lac». Sie besuchte den Vorkurs der Kunstgewerbeschule Zürich (die heutige Zürcher Hochschule der Künste ZHdK) und arbeitete nach Zwischenstationen in mehreren Grafikateliers bei der Werbeagentur Gisler & Gisler. 1963 heiratete sie Rudi Hegetschweiler. Ab 1965 war sie im Modedesign tätig. In Genf führten die beiden die «Boutique pour Monsieur» und «La Garçonne».

1971 liess sich Christa de Carouge scheiden. Von ihrem zweiten Mann, einem St. Galler Textilfachmann, trennte sie sich nach neun Monaten. 1978 eröffnet sie ein eigenes Atelier im Genfer Vorort Carouge. Christa Furrer, wie sie mit bürgerlichem Namen hiess, entschied sich, nach Rücksprache mit dem damaligen Bürgermeister, den Künstlernamen Christa de Carouge anzunehmen.

1983 präsentierte sie ihre erste Kollektion ganz in Schwarz. Den Atelierladen in der Mühle Tiefenbrunnen in Zürich eröffnete sie fünf Jahre später. Ab 2004 lebte und arbeitete sie nur noch in der Limmatstadt. Ihre Modeschauen waren eigentlich Performances.Nadia Steinmann: Musemsreif. In: Hochparterre. Zeitschrift für Architektur und Design. Heft 11, 1995. Mit ausgestreutem weissem Salz, lebenden Schafen, einem Bett aus hundert grünen Salatköpfen überraschte sie das Publikum.

Ihre umfassende Kleiderkollektion ist in Schwarz gehalten, die Kleidungsstücke können in Schichten übereinander getragen werden. Grossen Wert legte sie auf die Langlebigkeit der von ihr entworfenen Textilien. Claudia Senn, Jozo Palkovits: Zu Gast bei der Modedesignerin Christa de Carouge. In: Annabelle. 27. August 2013, abgerufen am 28. Januar 2021. Die praktische schwarze Bekleidung war ihr Markenzeichen.Peter Wächter: Ein «schwarzes Schaf» mit Erfolg. In: Textil-Revue. 2003. Carouge dazu: «Schwarz ist die Konzentration auf das Wesentliche». Die verwendeten Materialien wie Seide, Woll- und Baumwollstoffe stammten meist aus der Schweiz, gelegentlich aus Peking oder Marrakesch. Gelegentlich setzte sie auch tibetanisches Rot oder gedecktes Weiss ein.Bettina Flitner: Frauen mit Visionen – 48 Europäerinnen. Mit Texten von Alice Schwarzer. Knesebeck, München 2004, ISBN 3-89660-211-X, S. 56.

Ende 2013 schloss sie ihr Geschäft in der Mühle Tiefenbrunnen. Mit 77 Jahren überantwortete sie 2013 ihr Lebenswerk ihrer Freundin Deniz Ayfer (geb. in Istanbul, aufgewachsen in der Schweiz). Melanie Kollbrunner, Saalblatt zur Ausstellung über Christa de Carouge, Kunsthaus Zug, 18. November 2017-18. Februar 2018.

Christa de Carouge gestaltete auch im Tanz- und Theaterbereich, gab Workshops und machte Ausstellungen. Im November 2017 eröffnete im Kunsthaus Zug eine von ihr kuratierte Ausstellung, welche als Gesamtschau ihres Schaffens im Bereich des Textildesigns konzipiert war.

Im Januar 2018 verstarb Christa de Carouge im Alter von 81 Jahren an einer Krebserkrankung in Zürich.

Präsentationen/Performances/Modeschauen 1983: Présentation en noir, erste Kollektion, Palladium, Genf 1984: Hommage au Japon, Grand Casino, Genf 1987: Modeschau des Syndicate Avantgarde Fashion Trends, Zürich 1988: Cortège, Umzug durch die Strassen von Carouge 1991: Performance en blanc – contre la guerre du golf, Carouge 1993: la route de la soie, Museum von Carouge 1993: Le mouton noir, Mühle Tiefenbrunnen 1994: Tibet, Musée d’art moderne et contemporain (Genf), Miller’s Studio Zürich 1996: Packeis, Mühle Tiefenbrunnen, Zürich 1997: Homeless, Miller’s Studio Zürich 2000: La sacre du printemps, Carouge 2002: Swiss Fashion Show, Toni-Areal, Zürich 2003: Oper, Mühle Tiefenbrunnen, Zürich 2004: Zug-Berlin retour, Zug 2004: Zündstoff, Tanzperformance, Miller’s Studio Zürich 2005: Brotteilätä, Mühle Tiefenbrunnen, Zürich 2006: Kimono – Japan, Zürich 2007: Metamorphose, Mühle Tiefenbrunnen 2008: Collections permanentes, Mühle Tiefenbrunnen, Zürich 2008: Steiniger Tiefgang, Felsenfest, Bivio 2008: Jubiläums-Show, Mühle Tiefenbrunnen, Zürich 2009: Stilleben, Mühle Tiefenbrunnen, Zürich 2009: Baustelle, Mühle Tiefenbrunnen, Zürich 2010: Rote Symphonie, Mühle Tiefenbrunnen, Zürich 2011: Über den Wolken, Mühle Tiefenbrunnen, Zürich 2011: Stil leben, Mühle Tiefenbrunnen, Zürich 2013: Die letzte schwarze Kollektion, Miller’s Studio, ZürichGeorg Weber: Präsentationen, von denen man sprach. In: ders., Christa de Carouge – Schwarz auf Weiss. Zürich 2013, S. 246–249.

Ausstellungen 1995: La réserve de la Patronne, Centre d’Arts Appliqués in Genf (Wanderausstellung) 2017/2018: Christa de Carouge, Gesamtschau, Kunsthaus Zug

Auszeichnungen 1995: Prix de l’artisanat de Genève 2010: Glory Award, Glory in der Kategorie «Style» 2013: nominiert für den SwissAward, Kultur

Literatur Werner Blaser, Lars Müller (Hrsg.): Habit – Habitat, Christa de Carouge. Lars Müller Verlag, Baden 2000, ISBN 3-907078-16-0. Bettina Flitner: Frauen mit Visionen – 48 Europäerinnen. Mit Texten von Alice Schwarzer. Knesebeck, München 2004, ISBN 3-89660-211-X, S. 54–57. Georg Weber: Christa de Carouge – Schwarz auf Weiss. Römerhof Verlag, Zürich 2013, ISBN 978-3-905894-21-9.

Weblinks Christa de Carouge in Swisscovery, dem schweizerischen Suchportal der wissenschaftlichen Bibliotheken Morven McLean: Christa de Carouge: Keine Mode, sondern Stil. In: SWI Swissinfo.ch. 2004. Claudia Senn: Zu Gast bei der Modedesignerin Christa de Carouge. In: Annabelle Karriere. 2013. Jürg Zbinden: Modeschöpferin Christa de Carouge, Schwarzer Solitär. In: Neue Zürcher Zeitung, «Zürcher Kultur». 2013. Anne Rueffer: Christa De Carouge, Schwarz auf Weiss. In ART-TV. 2013. Heiner Hug: Christa de Carouge ist tot. In: Journal21. 2013. Jeroen van Roijen: Die Frau in Schwarz. In: Die Weltwoche. 2014. (Archivversion) Zoran Bozanic: Christa de Carouge: «In den 60ern war ich kein Hippie, kein Flowerpower-Girl. Meine Welt war der Punk und Underground. Und natürlich alles in Schwarz.» In: Zürich Kreis 8, Menschen. 2015. Jürg Zbinden: Ewiges Schwarz – Nachruf auf Christa de Carouge. In: Neue Zürcher Zeitung Online vom 17. Januar 2018. Christine Schmidt: Christa de Carouge. In: FemBio 2018. Plakate Plakate von und mit Christa de Carouge im eMuseum des Museums für Gestaltung Zürich. Einzelnachweise

Kategorie:Grafiker (Schweiz) Kategorie:Modedesigner (20. Jahrhundert) Kategorie:Modedesigner (21. Jahrhundert) Kategorie:Kostümbildner (Schweiz) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1936 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Frau