Der Beverbach ist ein ca. 9 km langer, rechter Nebenzufluss der Wurm im Aachener HügellandAachener Hügelland in Nordrhein-Westfalen. Seine Quellgebiete liegen im von zahlreichen Bachläufen durchzogenen Aachener Wald links und rechts der Monschauer Straße. Er fließt dann nordwärts, bis er schließlich an der Brabantstraße/Luisenstraße unterirdisch in die Wurm mündet. Das Gesamteinzugsgebiet des Beverbachs ist über 12 km² groß. Die Pflege und Unterhaltung des Gewässers obliegt dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER).http://www.wver.de/

Geographischer Verlauf Oberlauf – Zwei Haupt-Quellbäche Eine Besonderheit des Beverbachs bilden seine zwei Haupt-Quellbäche am Augustinerweg im Aachener Wald, welche wahrscheinlich dem Bach den Namen gegeben haben. Dieser leitet sich möglich von der römischen Bezeichnung bi-werra ab, was „zwei Wasser“ bedeutet. Andere Etymologen deuten den Namen Beverbach als einen Wasserlauf, an dem Biber lebten.Vgl. Heinrich von Schwarzenberg: Zwischen Beverbach und Gillesbach. In: Gesellschaft Burtscheid für Geschichte und Gegenwart e. V. (Hrsg.): Schriften Bd.2, 1987, S. III, 72; weitere Namensdeutungen in: F. Mainz: Das alte Forst – Beiträge zu einer Geschichte des Stadtteils Aachen-Forst. Bibliothek der Gesellschaft Burtscheid für Geschichte und Gegenwart. M. Olivier, Aachen, 1985, S. 9–10. Diese beiden Haupt-Quellbäche entspringen links und rechts der Monschauer Straße. Der eine entspringt in den Gärten hinter den Häusern am Augustiner Weg, in der Nähe des Forsthauses Grüne Eiche, der andere sickert aus den Wiesen des Augustinerwalds östlich der Monschauer Straße und bildet einen schlammigen Quellteich, der zeitweise als Viehtränke dient.

mini|Vereinigung der zwei Haupt-Quellbäche des Beverbachs (Wurm) im Aachener Wald, Dornbruchweg/Büfferweg In der Nähe der Gabelung Dornbruchweg/Büfferweg vereinigen sich beide Haupt-Quellbäche, nehmen nach ca. 500 m den Vorfluter Hitfeld rechts auf, und der Beverbach mäandriert ungezähmt, naturnah durch den Aachener Wald in nördlicher Richtung. Südlich vom Forsthaus Schöntal unterquert der Bach den Kornelimünsterweg und fließt zwischen dem Nellessenpark und dem Friedhof Lintert in Richtung Eselsweg. Von seinen beiden Quellen bis zum Eselsweg gehört der Beverbach zu den gesetzlich geschützten Biotopen gemäß § 62 des Landschaftsgesetzes (LG) NRW.Information des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) Nordrhein-Westfalen.

Mittellauf Kurz vor Erreichen des Eselswegs nimmt der Beverbach den Hitfelderbach auf, der rechts einmündet. Hier wurde die Wasserkraft des Beverbachs erstmals durch eine Wassermühle genutzt, die Mühle in den Heidbenden. Jenseits des Eselswegs fließt von links der Vorfluter Waldfriedhof hinzu; dieser – zeitweise teilweise unterhalb des Gewässerbettes verlaufende – Bach, der im Waldfriedhof entspringt, wird östlich des Kasernengeländes von einer Quellrinne links gespeist, während ein weiteres namenloses Bächlein aus dem Waldgebiet südlich des Eselswegs kurz vor Erreichen des Beverbachs von rechts hinzukommt. Unmittelbar vor dem Zufluss des Vorfluters Waldfriedhof stürzt der Beverbach einen künstlichen, mehrere Meter hohen Wasserfall hinab. Dieser ist allerdings für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Die Beverau mini|Quellwiesen der „Bever-Aue“ im Landschaftsschutzgebiet Aachen-Beverau mini|links|Amtliche Bekanntmachung der Stadt Aachen, vom 15. Juni 1965 mini|links|Verordnung der Stadt Aachen zum Schutz von Landschaftsteilen

Der Stadtteil 41 des Stadtbezirkes Aachen-Mitte, Beverau, verdankt seinen Namen der Aue am Beverbach. Dieses – zu beiden Seiten des Eselswegs gelegene – Wiesengelände zwischen Adenauerallee, Lintertstraße, Nellessenpark, der Dr.-Leo-Löwenstein-Kaserne am Kornelimünsterweg und dem Wohngebiet „Auf Vogelsang“ wurde bereits 1965 als Landschaftsschutzgebiet (LSG) festgesetzt.§ 1 Satz 1 Nr. 3 („Wald-, Feld-, Wiesen- und Parkgelände am Drimborner Wäldchen, Nellessenpark und Eicher Stollen“) in Verbindung mit Anlage 3 der Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen im Stadtkreis Aachen vom 21. Januar 1965, abgedruckt in den amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Aachen vom 15. Juni 1965, Nr. 16, Seite 83 ff.

Eine erneute Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes Aachen-Beverau erfolgte in den 1980er Jahren, und zwar zur Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und der Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, zum ökologischen Ausgleich in einem Siedlungszentrum sowie wegen der Vielfalt, Eigenart oder Schönheit des Landschaftsbildes und wegen der besonderen Bedeutung für die Erholung insbesondere zur Sicherung von Freiflächen im Stadtgebiet.§ 1 Abs. 2 in Verbindung mit Anlage 1, 3. Spiegelstrich („Gemarkung Burtscheid: die Fluren 4, 5 teilweise“) der Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Landschaftsschutzgebiete im Bereich der Stadt Aachen vom 22. Juli 1986, abgedruckt im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Köln vom 4. August 1986, Nr. 31, Seite 253 ff. Im neuen Landschaftsplan soll das Beverbachtal sogar ein Naturschutzgebiet (höchste Schutzform) werden.Aachener Zeitung vom 11. Juni 2015, Seite 17 „Aachens Grün kommt unter die Lupe“ Die Fläche nördlich des Eselswegs ist – mit Ausnahme eines Bereiches im Nellessenpark in der Nähe des Vorfluters Waldfriedhof – in das Biotopkataster aufgenommen worden.Information des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) NRW Es handelt sich um die Biotopkatasterfläche „Beverbachtal bei Beverau“.Umweltprüfung zum Flächennutzungsplan-Vorentwurf, S. 132

Das Feuchtgebiet Bever-Aue zählt zu den Einzugsgebieten des Beverbaches, wobei es sich um Schichtquellen handelt: die Quellwässer laufen aus den Wiesen heraus. Topographisch ist die Grünlandfläche durch eine senkrecht zum Eselsweg verlaufende feuchte Senke mit vermutlich periodischer Wasserführung geprägt; in diesem Beverbachzufluss befinden sich südlich des Eselswegs Altablagerungen aus der Nachkriegszeit, die einen Altlastenverdacht begründen.Umweltprüfung zum Flächennutzungsplan-Vorentwurf, S. 132 und 133 Kurz vor der Unterquerung der Adenauerallee nimmt der Beverbach ein von links zufließendes verrohrtes Bächlein auf. Dieser unterirdische, am Eselsweg beginnende Wasserlauf wird Vorfluter Eselsweg genannt.Umweltprüfung zum Flächennutzungsplan-Vorentwurf, S. 134 unter "4 Wasser" ("Oberflächengewässer") Es handelt sich hierbei im Gegensatz etwa zum Vorfluter Waldfriedhof allerdings nicht um ein in der Gewässerstationierungskarte eingetragenes Gewässer.

Unterlauf

Unterirdische Weiterleitung mini|Obere Drimbornstraße 8–12 – Der „Untergang“ des Beverbachs – Verrohrung Bei Gut Schönthal quert der Beverbach die Adenauerallee und durchfließt das Drimborner Wäldchen, das heute den Aachener Tierpark Euregiozoo beherbergt. Auf dem Gelände des Tierparks speist der Beverbach heute ein Staubecken, das zahlreichen Wasservögeln als Aufenthaltsort dient. Hier unterhält der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) ein Hochwasserrückhaltebecken. Kurz bevor der Beverbach das Stadtgebiet am Viadukt über die Drimbornstraße erreicht, geht der Bach unter die Erde (Untergang des Beverbachs). An dem Bahndamm neben der Drimbornstraße verschwindet er im Untergrund und fließt verrohrt weiter durch die Innenstadt. Ab der Beverstraße verläuft er durch die Bismarckstraße, biegt links in die Oppenhoffallee ab, fließt durch die Kurfürstenstraße, dann durch die Oranien-, Sophien- und Luisenstraße und mündet an der Brabantstraße unterirdisch in die Wurm. Ab 1875 wurden die Aachener Bäche in Rohre verlegt, da starke Wasser-Verschmutzungen seit Beginn der Industrialisierung wiederholt zum Ausbruch von Seuchen wie Cholera oder Typhus geführt hatten. So fließen ebenfalls unterirdisch Pau, Paunelle und Johannisbach am Rehmplatz in die Wurm; sie kommen verrohrt durch Promenadenstraße und Maxstraße aus der Innenstadt.

Wiederaustritt an die Oberfläche Außerhalb des Alleenrings vereinigen sich die Wasserläufe Pau, Paunelle, Johannisbach und Beverbach in der Wurm. Am Europaplatz kommt schließlich die Wurm mit diesen aufgenommenen Gewässern, darunter der Beverbach, wieder an die Erdoberfläche.

Stadtgeschichtliche Bedeutung des Beverbachs als Grenz-Gewässer In der lateinischen Landschenkungsurkunde Heinrichs II. an die freie Reichsabtei Burtscheid vom 21. Januar 1018 wird der Beverbach als östliches Grenz-Gewässer erwähnt:

Hier der betreffende Passus aus der Schenkungsurkunde in deutscher Übersetzung:

Diese Funktion als Grenz-Gewässer zwischen der freien Reichsabtei Burtscheid und Herrschaft Schönforst besaß der Beverbach bis zur Franzosenzeit (1802) und danach bis zu den Eingemeindungen nach Aachen zwischen den Bürgermeistereien Aachen und Forst (1897/1906). Ein jenseits des Beverbaches gelegenes Landstück hat heute noch die Flurbezeichnung „Grafenhau“, was an die Rodungen der Grafen von Jülich in dem ehemals jülichschen Ländchen Schönforst erinnert.

Wirtschaftsgeschichtliche Relevanz des Beverbachs Die Stadt Aachen liegt zwar nicht an einem Fluss, ist aber dennoch eine Stadt des Wassers, eine Stadt der Bäche. Aachen verdankt geschichtlich den wirtschaftlichen Aufschwung den vielen Aachener Bächen. Sie entspringen am Rand des Aachener Talkessels, den die Bäche, Zuflüsse der Wurm, im Laufe der Erdgeschichte durch Erosion selbst geschaffen haben und erhalten. Heutzutage entwässern sie den Aachener Talkessel über die Wurm als Vorfluter zur Rur.

Wie die Geschichte der Tuchindustrie in Aachen belegt, nutzten zur Blütezeit der Tuchindustrie rund 250 Tuchfabriken, Spinnereien und Färbereien die Wasserkraft der Aachener Bäche. Zahlreiche Wassermühlen verdankten bis Anfang des 20. Jahrhunderts der Wasserkraft des Beverbachs die Energie zum Antrieb von Spinnereien, zum Walken, zum Hämmern und zum Mahlen.F. Mainz: Das alte Forst – Beiträge zu einer Geschichte des Stadtteils Aachen-Forst, Verlag M. Olivier, Aachen, 1985, Seite 81 ff., Bibliothek der Gesellschaft Burtscheid für Geschichte und Gegenwart. So erinnert zum Beispiel der Straßenname Buschmühle an den ehemaligen Standort einer Kupfermühle, die Mühle von Schönthal. Am Drimborner Wäldchen gab es die Grüntalsmühle, und unterhalb des heutigen Tierparks, am Krautmühlenweg 8, die Krautmühle. In der Nähe des Bahnhofs Rothe Erde lag die Bevermühle. Von dort floss der Beverbach den Kirberichshofer Mühleneingehend Luise Freiin von Coels von der Brügghen: Die Bäche und Mühlen im Aachener Reich und im Gebiet der Reichsabtei Burtscheid. In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins, Band 70, 1958, S. 5 (15 ff.). zu und versorgte die Tuchfabrik Aachen vormals Süskind & Sternau AG. Kurz vor der Einmündung des Beverbachs in die Wurm (Rur) wurden die Obere und Untere Papiermühle durch die Hydroenergie des Baches angetrieben (Nähe Luisenstraße 41).Christof Peter, Franz Meiers, Gabi Heidner, Gabi Hermsdorf, Hartmut Welters, Henry Beierlorzer und Rita Caesar, Spurensicherung - Spaziergänge entlang der Aachener Bäche, Februar 1983, Seite 129, Bibliothek der Gesellschaft Burtscheid für Geschichte und Gegenwart Die Untere Papiermühle, Augustastraße 78–80, war Standort der Tuchfabrik Pastor/Neuwerk.Aachen_Tuchfabrik Pastor/Neuwerk Auf der gegenüber liegenden Straßenseite befand sich die Walkmühle.

Ökologische Bedeutung mini|LSG-Adler signalisiert in NRW Landschaftsschutzgebiete Mesoklimatische Funktion des LSG Aachen-Beverau