Charlotte Schellenberg (* 16. Oktober 1910 in Dresden; † 14. Dezember 1989 in HamburgJoachim Kronsbein: 60 Jahre am selben Theater, Hamburger Abendblatt vom 16. Dezember 1989, abgerufen am 9. Juni 2015) war eine deutsche Schauspielerin und Hörspielsprecherin.

Leben Charlotte Schellenberg kam 1928 an das Hamburger Thalia Theater und debütierte dort als Hansel in einem Weihnachtsmärchen. Anschließend spielte sie am Deutschen Schauspielhaus in Shaws Die heilige Johanna, ihrem einzigen Gastspiel an einer anderen Bühne. Danach kehrte sie ans Thalia Theater zurück und gehörte dem Haus 60 Jahre bis zu ihrem Tod an.

Das Ehrenmitglied des Thalia spielte dort über 300 Rollen, darunter in sämtlichen Stücken von Curt Goetz, als Mutter von Anne Frank im Tagebuch der Anne Frank oder als Martha in Arsen und Spitzenhäubchen. Ihre letzte Rolle war die der Amme Katja in Jürgen Flimms Inszenierung von Platonow von Anton Tschechow.Fünfzig Jahre im Thalia Theater, Hamburger Abendblatt vom 28. August 1986, abgerufen am 9. Juni 2015

Als Mutter in Schneeweißchen und Rosenrot gab Charlotte Schellenberg 1953 ihr Debüt vor der Kamera und war von da an bis in die 1980er Jahre hinein immer wieder Gast im Fernsehen. Sie verkörperte Episodenrollen in Serien wie Hafenpolizei, Das Kriminalgericht oder Sonderdezernat K1, spielte aber auch in Literaturverfilmungen wie Biedermann und die Brandstifter oder Tod eines Handlungsreisenden.

Daneben arbeitete Charlotte Schellenberg auch umfangreich für den Hörfunk und sprach ab 1945 zahlreiche Rollen in Hörspielproduktionen des NWDR Hamburg und späteren NDR.

Charlotte Schellenberg starb nach längerer Krankheit kurz vor Weihnachten 1989. Ihre Tochter Gaby Blum ist ebenfalls als Schauspielerin tätig.

Trivia Der Dichter Wilhelm Hammond schrieb über die junge Charlotte Schellenberg: Appetitlich, zart und niedlich steht sie da im Rampenlicht. Schlank und zierlich, stets natürlich zeigt sie uns ihr Kinds-Gesicht.

Filmografie (Auswahl) 1953: Schneeweißchen und Rosenrot 1954: Klavier zu verkaufen 1955: Der kleine Napoleon 1958: Biedermann und die Brandstifter 1962: Ein Buch mit Kapiteln 1963: Hafenpolizei – 100.000 Mark 1963: Der Trauschein 1963: Der Tod des Handlungsreisenden 1964: Das Kriminalgericht – Der Fall Nebe 1965: Willkommen in Altamont 1966: Der Mitbürger 1966: Hafenpolizei – Der Eisbär 1967: Die Gefährtin 1968: Wie ein Hirschberger Dänisch lernte 1969: So war Mama 1970: Nachbarn 1973: Ein besserer Herr 1974: Eine geschiedene Frau 1975: Lehmanns letzter Lenz 1975: Der letzte Schrei 1975: Zwei Finger einer Hand 1975: Hoftheater (div. Folgen) 1976: Gesucht wird … – Hans Wacker 1977: Sonderdezernat K1 – Der Stumme 1977: Notsignale – Das Stellwerk 1977: In freier Landschaft 1982: Die Aufgabe des Dr. med. Graefe 1983: Der Paragraphenwirt

Hörspielproduktionen (Auswahl) 1945: Im weißen Rössl – Regie: Otto Kurth 1946: Hokus-Pokus – Regie: Karl-Heinz Reichel 1947: Das Jahr 1948 findet nicht statt – Regie: Erik Ode 1948: Die Geistersonate – Regie: Hans Quest 1954: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Ein klarer Fall) – Regie: Gerd Fricke 1954: Unter dem Milchwald – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1954: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Der Ehrenmann und die Diebin) – Regie: Gerd Fricke 1955: Die gestohlene Muse – Regie: Gerda von Uslar 1956: Ahasver – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1957: Die Iden des März – Regie: Gert Westphal 1958: Anne Frank – Spur eines Kindes – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1959: Ein Ruderboot in St. Tropez (aus der Reihe: Die Jagd nach dem Täter) – Regie: S. O. Wagner 1959: Das Alibi (aus der Reihe: Die Jagd nach dem Täter) – Regie: S. O. Wagner 1960: Blick auf Venedig – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1962: Besuch im Pfarrhaus – Regie: Kraft-Alexander zu Hohenlohe-Oehringen 1964: Sarah und die Pferde – Regie: Günter Bommert 1966: Konzert an vier Telefonen – Regie: Günter Bommert 1967: Die Geschworenen – Regie: Hans Rosenhauer 1968: Neun Monate – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1971: Hermann und Alice oder Mühle spielen – Regie: Günter Bommert 1972: Was die Brüder Grimm von den Kindern erzählten, die Schlachtens gespielt haben – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1973: ...vom Esel im Galopp verloren. Aufzeichnungen eines Adoptivkindes – Regie: Hans Rosenhauer 1974: Das Haus in Oneida – Regie: Horst Loebe 1978: Das Ticken der Uhr im luftleeren Raum – Regie: Günter Bommert 1980: Die Stunde des Huflattichs – Regie: Hans Rosenhauer 1981: Fragmente einer Reise nach Stettin – Regie: Hans Rosenhauer 1982: Die Tore Jerusalems – Regie: Richard Farber 1983: Kommen Sie mir nicht an meine Hose! – Regie: Hans Rosenhauer 1985: Jenny Treibel (1. Teil) – Regie: Hans Rosenhauer

Weblinks

Charlotte Schellenberg in der ARD-Hörspieldatenbank

Einzelnachweise

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