Telischa gedola ֠  () ist eine Trope in der jüdischen Liturgie und zählt zu den biblischen Satz-, Betonungs- und Kantillationszeichen Teamim, die im Tanach erscheinen.: „Cantillation proceeds according to the special graphic signs–tropes or accents–attached to every word in the Bible.“

Begriffe

In der aschkenasischen Tradition wird das Betonungszeichen Telischa gedola genannt, das heißt große Telischa. Die sephardische Tradition nennt es Tirtzah (תִּ֠רְצָה), während die italienische Tradition es als Talsha (תַּ֠לְשָׁא) bezeichnet. In der jemenitischen Tradition wird es auch Tilsho Jomin (תִּלְשָׁא יָמִין) genannt. Die jemenitische Tradition weist mit dem hebräischen Wort Jamin (יָמִין, dt.: rechts) auf das Symbol hin, das sich auf dem Wortanfang rechts befindet und nach rechts zeigt.

Symbol Das Symbol von Telischa gedola besteht aus einem kleinen Kreis, mit einem kleinen Strich nach unten links. Der Akzent wird vorangestellt und erscheint ganz rechts oben am Anfang des Worts.«Telishah gedolah is placed over the right edge of the first letter of the word […] Telishah gedolah is a (minor) disjunctive, indicating a slight separation from the following word.»Jacobson (2005), S. 222. Das Symbol ist dem Aussehen nach spiegelverkehrt zum Symbol von Telischa qetanna.

Grammatik Telischa Gedola ist ein schwacher disjunktiver Akzent der vierten Ebene, der eingesetzt wird, um Segmente von Rewia, Paschta, Tewir oder Zarqa weiter zu unterteilen. Manchmal unterteilt er auch ein Geresch-Segment. Oft erscheint es auch anstelle von Telischa qetanna.Jacobson (2005), S. 73 und S. 236:«A level-four disjunctive accent.»

Kombinationen Telischa gedola und Gerschajim auf einem Wort Es gibt Fälle, bei denen Telischa gedola ֠ und Gerschajim ֞ () auf einem Wort zusammenfallen.Jacobson (2005), S. 73. Jacobson illustriert dies u. a. an den Beispielen (זֶ֞֠ה), (קִ֠רְב֞וּ).

Telischa gedola und Munach Wenn sich zwei Worte in einem Telischa-Gedola-Segment befinden, dann ist die vorhergehende Konjunktion Munach.

Jacobson bringt die Beispiele Ex 12,27 אֲשֶׁ֣ר פָּ֠סַח, Gen 27,15 וַתִּקַּ֣ח רִ֠בְקָה, Gen 50,17 שָׂ֣א נָ֠א, Gen 18,2 ס֣וּרוּ נָ֠א, Gen 41,27 וְשֶׁ֣בַע הַ֠פָּרֹות.Jacobson (2005), S. 74.

Telischa gedola und Munach und Munach Wenn sich drei Worte in einem Telischa-Gedolah-Segment befinden, dann sind die vorhergehenden konjunktiven Akzente des Telischa Gedola die Konjunktionen Munach und Munach.

Jacobson illustriert dies u. a. an den Beispielen (וַיֵּצֵ֣א סִיחֹ֣ן מֶֽלֶךְ־חֶ֠שְׁבֹּון), (וְרָאָ֣ה הַכֹּהֵ֣ן אֶת־הַנֶּ֣גַע בְּעֹֽור־הַ֠בָּשָׂר).

Vorkommen Teil des Tanach Telischa gedolaTora266Nevi’im693Ketuvim335Gesamt1194 Als eigenständige Trope kommt Telischa gedola nur im Prosa-System der Teamim vor. Die Tabelle zeigt das Vorkommen von Telischa gedola in den 21 Büchern.James D. Price: Concordance of the Hebrew accents in the Hebrew Bible: Concordance …. 1. Band, S. 5.

Literatur William Wickes: A treatise on the accentuation of the three so-called poetical books on the Old Testament, Psalms, Proverbs, and Job. 1881 (). William Wickes: A treatise on the accentuation of the twenty-one so-called prose books of the Old Testament. 1887 (). Arthur Davis: The Hebrew accents of the twenty-one Books of the Bible (K"A Sefarim) with a new introduction. 1900 ().

Weblinks Telischa auf YouTube.com

Einzelnachweise

Kategorie:Teamim