Walter Klam (* 11. Januar 1904 in Berlin; † 9. August 1983 in Bad Bevensen) war ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher.

Leben

Walter Klam studierte zunächst in seiner Geburtsstadt Jura, wandte sich dann aber der Schauspielerei zu, nachdem er bereits als Abiturient den Faust gespielt hatte. Er nahm Unterricht bei Ferdinand Gregori und debütierte 1924 im Rose-Theater als Chorführer in Die Braut von Messina von Friedrich Schiller. Weitere Stationen seiner Bühnenlaufbahn waren Hagen, Breslau und Darmstadt, daneben absolvierte Klam in späteren Jahren Gastspiele in Wien und der Schweiz.Willi Paetsch: Theaternotizen, Hamburger Abendblatt vom 10. Januar 1964, abgerufen am 8. Juni 2015Brigitte Ehrich: Ein Bonvivant aus alter Schule, Hamburger Abendblatt vom 11. Januar 1974, abgerufen am 8. Juni 2015

1937 kam Walter Klam nach Hamburg, spielte dort zunächst am Altonaer Stadttheater, war von 1942 bis 1954 am Deutschen Schauspielhaus engagiert und ging danach an das Thalia Theater, dessen Ensemble er bis zu seinem Tod angehörte. Dort sah man ihn in Komödien von Curt Goetz, als Erzbischof in Der widerspenstige Heilige von Paul Vincent Carroll, als von Wehrhahn in Hauptmanns Der Biberpelz, als Polizeidirektor in Der Hauptmann von Köpenick von Carl Zuckmayer oder als Herr van Daan in Das Tagebuch der Anne Frank. 1974 feierte er in Der Wald von Alexander Nikolajewitsch Ostrowski sowohl sein 50-jähriges Bühnenjubiläum als auch seine 20-jährige Zugehörigkeit zum Thalia Theater. Klam war darüber hinaus Ensemblesprecher und Aufsichtsratsmitglied des Hauses am Alstertor.Eberhard von Wiese: "Das liebe Publikum - da weiß man nie, woran man ist.", Hamburger Abendblatt vom 6. April 1977, abgerufen am 8. Juni 2015Zum Tode von Walter Klam, Hamburger Abendblatt vom 12. August 1983, abgerufen am 8. Juni 2015

In dem Film Geheimnis eines alten Hauses stand Walter Klam 1936 zum ersten Mal vor der Kamera. In den folgenden Jahrzehnten wirkte er immer wieder in meist kleineren Rollen in verschiedenen Filmen wie Gasparone, Der Hauptmann von Köpenick oder Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull mit. Im Fernsehen sah man Klam u. a. in der Folge Der Fall Calmette aus der Reihe Das Kriminalgericht und in Episodenrollen der Serien Miss Molly Mill und Die schöne Marianne.

Daneben war Walter Klam zwischen 1945 und 1975 umfangreich als Sprecher in Hörspielen für den NWDR und den späteren NDR tätig, u. a. in der Hörspielbearbeitung von Der Hauptmann von Köpenick unter der Regie von Helmut Käutner, in Bezauberndes Fräulein von Ralph Benatzky, in mehreren Folgen der Reihe Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück oder Das Verhör des Lukullus von Bertolt Brecht.

Darüber hinaus arbeitete Walter Klam auch als Synchronsprecher und lieh bekannten Kollegen wie Bernard Blier (Das Spiel war sein Fluch), Walter Gotell (55 Tage in Peking) oder Christopher Lee (Sturm über dem Nil) seine Stimme.

Walter Klam verstarb während eines Kuraufenthaltes im niedersächsischen Bad Bevensen. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf in der Nähe von Kapelle 2 in der Grablage U15-324.Auskunft des Informationszentrums des Hamburger Friedhofs Ohlsdorf vom 9. Juni 2015

Trivia Hinsichtlich dessen Sohn Henning sagte Walter Klam seinem Schauspielkollegen Carl Voscherau einmal voraus: „Pass auf, der Junge wird noch Bürgermeister von Hamburg!“Dirk C. Fleck: Von unverwechselbarer Schönheit, Der Hamburger, abgerufen am 8. Juni 2015

Filmografie (Auswahl)

Hörspiele (Auswahl)

1945: Der Hauptmann von Köpenick – Regie: Helmut Käutner 1945: Im weißen Rössl – Regie: Otto Kurth 1946: Die Affäre Dreyfus – Regie: Kurt Reiss 1946: Bezauberndes Fräulein – Regie: Karl-Heinz Reichel 1947: Was wäre, wenn... – Regie: Ludwig Cremer 1948: Stalingrad – Regie: Ludwig Cremer 1948: Der Geisterexpreß – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1949: Die Puppe – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1949: Mitternachtsalibi – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1950: Michael Kramer – Regie: Otto Kurth 1950: Ein Tag wie morgen – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Geronimo und die Räuber – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Der Teufel (Teil 1-3) – Regie: Heinrich Koch 1951: Der Geizige – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Verwehte Spuren – Regie: Gerd Fricke 1952: Das kommt nicht wieder – Regie: Hans Freundt 1952: Der König von Albanien – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1953: Vergangenheit hat keine Türen – Regie: Gustav Burmester 1954: Sabeth – Regie: Gustav Burmester 1954: Der Sonderzug – Regie: Kurt Reiss 1954: Meisterdetektiv Kalle Blomquist (Teil 2 und 4) – Regie: Kurt Reiss 1954: Die Caine war ihr Schicksal – Regie: Julius Gellner 1955: Maria Stuart – Regie: Gustav Burmester 1956: Akte 414: Wilhelm Voigt – Regie: Kurt Reiss 1956: Das Verhör des Lukullus – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1957: Zwei grüne Limousinen (aus der Reihe: Die Jagd nach dem Täter) – Regie: S. O. Wagner 1957: Die Iden des März – Regie: Gert Westphal 1958: Das Jugendgericht – Regie: Gerlach Fiedler 1959 Spionage (4 Folgen) – Regie: S. O. Wagner 1959: Eine gefährliche Fahrt – Regie: Kurt Reiss 1959: Störche und Teerjacken – Regie: Gustav Burmester 1960: 20 Jahre von 2000 – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1960: Der Traum vom Mond – Regie: Wolfgang Schwade 1961: Frisco 27 980 – Regie: Friedhelm Ortmann 1962: In letzter Minute – Regie: Günter Siebert 1964: Schalterdeenst – Regie: Curt Timm 1965: Zwischenfall in Vichy – Regie: Willi Schmidt 1966: Die Straßen vom Pompeji – Regie: Harro Torneck 1967: De Düppler Sturmmarsch – Regie: Hans Tügel 1968: Ferien in Florida – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1968: Bericht über die Pest in London, erstattet von Bürgern der Stadt, die im Jahre 1665, zwischen Mai und November, daran zugrunde gingen – Regie: Heinz von Cramer 1970: Spuk – Regie: Hans-Bernd Müller 1972: Ausgeschlossen – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1975: Der Bonze – Regie: Gerlach Fiedler

Weblinks

Walter Klam in der Hörspieldatenbank der ARD

Einzelnachweise

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