Die Parlamentswahl in Mexiko 2015 fand am 7. Juni 2015 im gesamten Land statt. Insgesamt 83 Millionen wahlberechtigte Mexikaner waren zur Wahl des Unterhauses sowie von neun Gouverneuren und rund 900 Bürgermeistern aufgerufen. Die Regierungspartei PRI von Präsident Enrique Peña Nieto konnte ihre Mehrheit verteidigen und kam auf rund 29 Prozent der Stimmen. Die konservative Partei PAN erhielt etwa 21 Prozent der Stimmen. In den südlichen Bundesstaaten gab es Proteste gegen die Regierung und Wahl. Dort wurde vielerorts nicht gewählt.
Wahlkampf Für Präsident Peña Nieto, der bei seiner Wahl im Jahr 2012 die Wiederherstellung der Sicherheit im Land versprochen hatte, galt die Wahl als erster wichtiger Stimmungstest.
Der Wahlkampf war in den südlichen Bundesstaaten von Gewalt geprägt. Mehrere Kandidaten wurden ermordet.derstandard.at, abgerufen am 8. Juni 2015
Boykott der Wahl und Gewalt In mehreren südlichen Bundesstaaten war es während der Wahl zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. In den Bundesstaaten Guerrero, Oaxaca und Chiapas hatten aufgebrachte Lehrer und Studenten Wahllokale angegriffen.
Im Bundesstaat Oaxaca, in der die Lehrergewerkschaft CNTE sehr aktiv ist, kam es zu Boykotts von Wahllokalen. Demonstranten zündeten in etwa 20 Wahllokalen unter anderem Stimmzettel und Urnen an. Die Polizei nahm 79 Randalierer in Gewahrsam. In der Regionalhauptstadt Oaxaca de Juárez demonstrierten Tausende Menschen gegen die PRI.
Einen Tag vor der Wahl waren im Bundesstaat Guerrero mindestens zehn Menschen getötet worden, als sich in der Ortschaft Xolapa rivalisierende Bürgermilizen einen Schusswechsel lieferten. Lehrer protestierten tagelang gewaltsam gegen Peña Nietos Bildungsreform.
Die Beobachtermission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sprach lediglich von vereinzelten Zwischenfällen. Das mexikanische Innenministerium hatte Tausende Soldaten und Polizisten in die Konfliktregionen des Landes verlegt, um die Wahl zu sichern.
Ergebnis Die mit der PRI verbündeten Partido Verde Ecologista de México (PVEM) steigerten zu 2012 ihr Ergebnis und erreichten rund sieben Prozent beziehungsweise 47 Sitze. Der zweite Partner der PRI, die Partei Nueva Alianza, erreicht elf Mandate.
Die PRI verlor zwar einige ihrer bis dahin 207 Mandate, kann aber gemeinsam dank 203 Mandaten mit ihren Verbündeten die Mehrheit der 500 Sitze im Unterhaus halten. Die Linkspartei PRD verschlechterte sich deutlich: Nach 18,4 Prozent bei der Wahl 2012 konnte sie nur noch rund elf Prozent der Stimmen erreichen (56 Mandate).
Partei Sitzerelative Mehrheit SitzeVerhältniswahl Total +/- 40px Partido Revolucionario Institucional 15548203−9 40px Partido Acción Nacional 5653109−5 40px Partido de la Revolución Democrática 28 28 56−48 40px Partido del Trabajo 6 0 6−9 40px Partido Verde Ecologista de México 29 18 47+18 40pxMovimiento Ciudadano 101525+9 40px Nueva Alianza 11011+1 40px Movimiento Regeneración Nacional 14 21 35+35 40px Partido Encuentro Social 0 8 8+8 Unabhängige 1 0 1+1 Total 300 200 500
Einzelnachweise
#2015 Mexiko Kategorie:Geschichte Mexikos (21. Jahrhundert)