Die Wahl zur Volkskammer der DDR 1986 war die Wahl zur 9. Volkskammer der DDR und fand am 8. Juni 1986 statt.Wahlsystem der DDR-Volkskammerwahlen. wahlrecht.de; abgerufen am 6. Juni 2015. Sie war eine Scheinwahl. Es konnte lediglich über die Einheitsliste der Nationalen Front abgestimmt werden. Die Wahl hatte auf die Stärke der Fraktionen keinen Einfluss, deren Größe im Voraus festgelegt wurde.

Wahlergebnis Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben mit 12.402.013 abgegebenen Stimmen bei 12.434.444 registrierten Wählern bei 99,74 %. 2407 Stimmen wurden als ungültig gewertet. Damit wurden 99,94 % Zustimmung (12.392.094 Stimmen) zum Wahlvorschlag der Nationalen Front gezählt, 7512 Personen oder 0,06 % hatten demnach gegen ihn gestimmt.Historical Archive Of Parliamentary Election Results - Germany (PDF; 15,3 kB). Inter-Parliamentary Union (englisch).Hermann Weber: Die DDR 1945–1990 (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte. 20). 5., aktualisierte Auflage. Oldenbourg, München 2012, ISBN 3-486-70440-0, S. 107.

Partei/Gruppe Akronym Sitze Sozialistische Einheitspartei Deutschlands SED 127 Freier Deutscher Gewerkschaftsbund FDGB 61 Christlich-Demokratische Union Deutschlands CDU 52 Liberal-Demokratische Partei Deutschlands LDPD 52 Demokratische Bauernpartei Deutschlands DBD 52 National-Demokratische Partei Deutschlands NDPD 52 Freie Deutsche Jugend FDJ 37 Demokratischer Frauenbund Deutschlands DFD 32 Kulturbund KB 21 Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe VdgB 14

Wahlfälschungen Das Wahlrecht der DDR erlaubte auf dem Papier die öffentliche Kontrolle der Wahlauszählung. In der Praxis fand dies aus Angst vor Repressionen nicht statt. Bei den Volkskammerwahlen 1986 wagte eine Gruppe um Pfarrer Rainer Eppelmann diese Kontrolle in acht Wahllokalen in Berlin-Friedrichshain. Allein in diesen acht Wahllokalen nahmen 547 Wähler nicht an der Wahl teil. Das offizielle Wahlergebnis wies jedoch für ganz Ost-Berlin lediglich 840 Bürger auf, die nicht zur Wahl gegangen seien. Mit hoher Wahrscheinlichkeit lag somit Wahlfälschung vor. Bei den Kommunalwahlen in der DDR 1989 wurden nach dem gleichen Muster Kontrollen durch Bürger vorgenommen. Die dort aufgedeckten Wahlfälschungen waren einer der Auslöser der Wende.Hans Michael Kloth: Vom „Zettelfalten“ zum freien Wählen. Die Demokratisierung der DDR 1989/90 und die „Wahlfrage“. Links, Berlin 2000, ISBN 3-86153-212-3, S. 269 ff. (online; zugleich: Universität Lüneburg, Dissertation, 1999).

Siehe auch Liste der Mitglieder der Volkskammer der DDR (9. Wahlperiode)

Literatur Sekretariat der Volkskammer im Auftrag des Präsidenten der Volkskammer der DDR (Hrsg.): Die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik. 9. Wahlperiode. Staatsverlag der DDR, Berlin 1987.

Weblinks

Einzelnachweise

#1986 Ddr Volkskammerwahl