Der Larchkopf (älter auch Lerchkopf)Max Perger, Wolfgang Ingenhaeff (Hrsg.): Strass im Zillertal. Verlag Berenkamp, 1995, ISBN 978-3-85093-051-2, S. 34;so auch in Leopold Weber: Handbuch der Lagerstätten der Erze, Industrieminerale und Energierohstoffe Österreichs: Erläuterungen zur metallogenetischen Karte von Österreich 1:500 000 unter Einbeziehung der Industrieminerale und Energierohstoffe, Band 2, Geologische Bundesanstalt, 1997, S. 1254. ist ein hoher Berg bei Strass im Zillertal am Ausgang des Zillertals in das Unterinntal in Nordtirol.
Lage Der Berg gehört zum Nordostkamm der Tuxer Alpen, der sich über Gilfert und Kellerjoch nach Strass erstreckt, und bildet dessen letzten prägnanten Gipfel gegen das Inntal. Der Kamm spaltet sich am Kellerjoch, mit einem Zug zum Larchkopf nördlich des Oxlbachs mit seinem langgezogenen Tal, und einem südlich zum Sonnkogel () über Schlitters schon im Zillertal. Der Kamm des Larchkopf läuft nordöstlich im Felsen von Maria Brettfall über Strass und Astholz aus. Östlich liegen Schlittersberg und am Fuß Schlitters. Nordwestlich am Inn liegen Maurach und Rotholz, mit der Ruine Rottenburg und Raffl oberhalb. Bis auf die Talschultern von Raffl und Schlittersberg fällt der Berg zu Inn- wie Zillertal in steileren Wäldern, Schrofen und Wänden ab. Die gesamte Nord- und Ostflanke des Bergs ist Einzugsgebiet der Strasser Giessen.
Der Gipfel liegt im Gemeindegebiet Schlitters, die Gemeindegrenze Strass läuft innseitig direkt unterhalb vorbei, und trifft nach 300 Metern die Gemeindegrenze Buch.
Geologie und Bergbau Der Sporn Larchkopf–Brettfall ist wie die ganze rechte Inntalseite der Tuxer Voralpen und der Kelchsauer Alpen von Schwaz nach Brixlegg aus Schwazer Dolomit (Unterdevon, um 400–350 Mio. Jahre) und Wildschönauer Schiefer (Ordovizium, Silur bis Unterkarbon, um 500–400 Mio. Jahre) aufgebaut.Geofast-Karte GKÖ 1:50.000, Blatt 119, Schwaz (geologie.ac.at); silberbergwerk.at. Diese Formationen bilden die Bergbauregion Schwaz–Brixlegg, eines der bedeutendsten Kupfervorkommen der Alpen. Das gefundene Fahlerz, hier der quecksilberhaltige Schwazit, liegt im Dolomit. Der Schiefer bildet die Talterrassen. Der Inntalfuß sind schon kalkalpine Schichten: Hochfilzen-Formation, Alpiner Buntsandstein und Reichenhall-Formation (Perm bis Anis, 300–250 Mio. Jahre) mit eingestreuter Rauhwacke-Dolomitbrekzie (Unteranis, 240 Mio. Jahre).
Nordwestlich des Gipfels wurde auf ein prähistorischer Bergbauort gefunden. Es handelt sich um einen feuergesetzten Abbau, auch nördlich der Rafflhöfe auf finden sich so alte Abbauspuren.Brigitte Rieser, Hanspeter Schrattenthaler: Urgeschichtlicher Kupferbergbau im Raum Schwaz-Brixlegg, Tirol. In: Archaeologia austriaca 82–83 (Jg. 1998/99), S. 147 f (ganzer Artikel S. 135–179); dieselben: Prähistorischer Bergbau im Raum Schwaz – Brixlegg: urgeschichtliche Bergbauspuren, Werkzeugfunde, Experimente, Mineralien. Edition Tirol, 2002, ISBN 978-3-85361-081-7, S. 55 f, insb. Abb. 65; Alte Pingen sind hier allerorten zu sehen. Ein jüngerer historischer Abbau ist dann der Martinstollen am Weißen Schrofen unterhalb des Gipfels.G. Schnorrer, R. Poeverlein: Schwaz-Brixlegger Fundstellen: 5. Die Minerale des Martinstollen am Weißen Schrofen bei Schwaz in Tirol – sowie Leogangit, eine neue Verbindung aus dem Tiroler Bergbaugebiet. In: Aufschluss, Jg. 58, Nr. 1 (2007), S. 27–40;Martinstollen. mineralienatlas.de (aktualisierte Einträge). Fundorte für Mineralien ziehen sich bis zum Schlittererberg.Schlitters. mineralienatlas.de.
Den Brettfall-Felsen unterquert der Brettfalltunnel der Zillertalstraße (Umfahrung Strass).
Sender Jenbach 2 Larchkopf Am Gipfel steht ein Sender, Jenbach 2 Larchkopf der den Raum Schwaz/Jenbach und das vordere Zillertal bedient. Ausgestrahlt werden Life Radio (Tirol) und Radio U1 Tirol.BMVIT: senderkataster.at (Informationen nach Hineinzoomen, Stand 6/2015).
Dieser kleinere Rundfunksender ist aber nicht zu verwechseln mit dem bedeutenderen Richtfunk-Sender Larchkopf (Gerlos 2 Gerlosberg) am Hainzenberg bei Zell.Richtfunkschiene Mitte, diese wurde in den 1970ern als vollständig innerösterreichische Strecke realisiert, und der Sender Larchstein/Hainzenberg zielte als Anbindung an die Richtfunkschiene West 1 auf den Sender Kanzelkehre an der Achenseestraße in Tal gegenüber; vergl. hierzu Rundfunksender in Österreich: Zwischen Schwaz und Wörgl, Tirol, Bilder zu Jenbach-Kanzelkehre, auf wabweb.net (abgerufen am 3. Juni 2014).
Wege Der Berg ist leichtes Spazier- bis mittelschweres Wandergebiet.Vergl. Maria Brettfall – Rafflgatterl – altes Bergwerk – Larchkopf – Schlitterberg – nach Strass über Maria Brettfall oder Schlitters, Gehzeit: ca. 5 h. Tourenbeschreibung auf bergfex.at. Der Weiterweg am Kamm ist über die Rodaunalm oder die Ortnerkapelle und weiter zur Lackenhütte möglich, wo man dann auf den Aufstieg von Obertroi auf das Kellerjoch trifft.
Einzelnachweise
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