mini|Sascha Weidner im Jahr 2009 Sascha Weidner (* 1. August 1974, Nachruf auf der Website der HBK Braunschweig, abgerufen am 4. Juni 2015. in Georgsmarienhütte; † 9. April 2015 in NordenNachlass Sascha Weidner) war ein deutscher Fotograf und Künstler, der in Belm und Berlin lebte und arbeitete. Weidners Œuvre befasst sich mit der Erschaffung einer radikal subjektiven Bildwelt.Inka Schube: Karambolage / Hautnah. (PDF) In: Förderpreis Dokumentarfotografie 2005. Wüstenrot Stiftung Seine Fotografien sind von Wahrnehmungen, Sehnsüchten und einer Bildsprache des Unterbewussten geprägt und wurden international ausgestellt und publiziert.

Leben Als Jugendlicher war Sascha Weidner an den Künsten interessiert und selber malerisch aktiv. Nach einem Auslandsaufenthalt 1992 bis 1993 in Solon, Ohio, USANachlass Sascha Weidner und dem Erlangen des Abiturs 1995 am Graf-Stauffenberg-Gymnasium in Osnabrück,Nachlass Sascha Weidner studierte Sascha Weidner von 1996 bis 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig Bildende Kunst und Visuelle Kommunikation und schloss seine Studien mit einem Ehrendiplom ab.saschaweidner.de Biografie auf der Website des Künstlers Anschließend war er 2004 ebenda Meisterschüler der Bildenden Künste im Bereich Fotografie bei Dörte Eißfeldt. Nach seinem Studium arbeitete Sascha Weidner als freier Künstler in Belm und Berlin.

Saschas Weidners Bilder sind geprägt durch Reisen, die ihm unter anderem durch verschiedene Arbeitsstipendien ermöglicht wurden. 2004 und 2006 reiste er mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst jeweils für mehrere Monate nach Los Angeles. Er war 2013 Stipendiat des Goethe-Instituts in der Villa Kamogawa in Kyoto, Japangoethe.de Website des Goethe Instituts Japan, 2012. und 2014 im Three Shadows Photography Art Centre in Beijing, China. Meldung auf der Website des Goethe Instituts China, April 2015.

2010 bis 2012 war Sascha Weidner Dozent für künstlerische Fotografie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. 2012 wurde er als Mitglied in die Deutsche Fotografische Akademie berufen.deutsche-fotografische-akademie.com Bulletin der Deutschen Fotografischen Akademie, Ausgabe 29, April 2013.

Sascha Weidner erlag 2015 überraschend den Folgen eines Herzversagens.

Für sein Werk erhielt er unter anderem den Stiftungspreis für Fotokunst 2011 der Alison & Peter Klein Stiftung Website der Alison & Peter Klein Stiftung. Abgerufen am 5. April 2024. und 2010 den Jungen Kunstpreis für Film- und Medienkunst Berlin der Akademie der Künste.adk.de Website der Akademie der Künste Berlin

Sascha Weidners Werk wurde in Einzel- und Gruppenausstellungen national und international präsentiert.

Werk Sascha Weidner beschrieb sich selbst als einen „romantisch bewegten Reisenden“ und seine Bilder als hochsubjektiv.Alix Landgrebe, Sascha Weidner: Über Schönheit, Vergänglichkeit, Melancholie. In: Sascha Weidner Catalogues, No. 4 – Unveiled, The Sydney Project, Australian Centre for Photography. Berlin 2013, S. 29 f. Das Medium Fotografie war für ihn das künstlerische Ausdrucksmittel, um reale Welten mit den eigenen inneren Bildern zu verweben. Aus seinen meist biografischen Foto-Expeditionen entstanden Bildessays über essentielle Fragen menschlicher Existenz.

In seiner über ein Jahrzehnt dauernden Schaffensphase kam ein sich immer wieder neu arrangierendes Bilderarchiv zusammen, in dem, wie der Fotograf sagte, „alles wichtig ist: Kulturelles, Katastrophen, Klischees, Banales, Politisches“.vgh.de VGH Galerie, Hannover 2013. Sascha Weidner schöpfte dabei aus einem Fundus, welcher sich aus Familienaufnahmen, eigenen Arbeiten und gefundenen oder den Massenmedien und der Kunstgeschichte entlehnten Bildern zusammensetzte. Dabei verschwommen die Grenzen zwischen Inszenierung und Authentizität, um die oft irreale, bisweilen suggestive Atmosphäre der Wirklichkeit hervorzuheben.btv-fokus.at (PDF) Pressetext zur Ausstellung „Just let go“, fo.ku.s, Innsbruck 2012.

Seine Motive wie auch die Titel seiner Werke und Ausstellungen verweisen auf biographische Referenzen und Metaphern des eigenen Erlebten. Zum Beispiel: „Bis es weh tut“, „Was übrig bleibt“, „The presence of absence“, „Bleiben ist nirgends“, „Beauty remains“ oder „Am Wasser gebaut“.Dorothea Schöne: Enduring Beauty. In: Sascha Weidner: Enduring Beauty. Braunschweig 2007, o. S.

Sascha Weidners Bilderkanon entsprang dem Lebensgefühl junger Menschen und erzählt von den „Wahrnehmungen, Sehnsüchten und Traumbildern jener Generationen, die ihre Jugend in den 80ern, 90ern und 2000ern erlebten.“ Deshalb ist Sascha Weidners Herangehensweise aktuell für diese Zeiträume und zeugte zugleich von einer künstlerischen Betrachtung tatsächlicher und gedachter Räume.

Im Kern war Sascha Weidners Auffassung von einer archaischen und melancholisch anmutenden Sicht auf die Welt geprägt. Die Grundmuster seiner Bildschemata führen zurück auf ureigene Seinszusammenhänge und Gegensätze wie Leben und Tod, Schönheit und Vergänglichkeit sowie Fragen nach Herkunft, Identität und Selbstbestimmung. In diesem Sinne beschränkte sich Sascha Weidner nicht nur auf die eigene Lebenswelt, sondern erzählte über das Leben an sich.

Die Präsentationen von Sascha Weidners temporären Kunstinstallationen glichen sich immer neu eröffnenden Erlebnisräumen, denen häufig ein interaktives Zusammenspiel von Medium und Betrachter zugrunde lag. Das Miteinander von Bild und Text eröffnete zudem die Möglichkeit einer gedanklichen Weiterführung seiner Bildangebote, die sich in wandelnden Zusammenstellungen neu ordneten und konstituierten.

Hinsichtlich Methodik und Motivation ist Sascha Weidners unmittelbarer, authentischer und ehrlicher Anspruch in der Tradition von Fotografen wie Nan Goldin, Larry Clark oder Juergen Teller verankert. In seinem Bildverständnis, der Komposition und nuancierten Farbgebung erinnern seine Bildserien zudem an die Leichtigkeit und Durchlässigkeit der elementaren und symbolhaften Umsetzung der japanischen Fotografin Rinko Kawauchi.priskapasquer.com über Rinko Kawauchi

Im Jahre 2016 erhielt das Sprengel-Museum Hannover eine umfangreiche Schenkung aus dem Nachlass des Fotokünstlers. Eine erste Auswahl daraus präsentierte das Museum von Juli bis November 2017 in einer Soloausstellung., Fazit-Rezension im Deutschlandfunk Kultur vom 27. Juli 2017, abgerufen am 28. Juli 2017 (mp3-Audio). Abgerufen am 5. April 2024.

Einzelausstellungen (Auswahl) 2017 „To, co pozostaje / Was übrig bleibt“, Galeria Fotografii pf, Posen, Polen 2017 „Sascha Weidner und Japan“, Dorothée Nilsson Gallery, Berlin 2017 „It's all connected somehow – Nachlasssichtung I“, Sprengel Museum Hannover, Hannover 2017 „(Narratives)“, Le jardin de Lélise, Clervaux – Cité de l'image, Luxemburg 2016 „Was übrig bleibt“, Fotografie Forum Frankfurt, Frankfurt 2016 „Bleiben ist nirgends“, Mönchehaus Museum Goslar, Goslar 2015 „Sascha Weidner. Fotografie“, RAY Fotografietriennale, Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e. V., Hofheim 2014 „The Absence of Presence“, Galerie Conrads, Düsseldorf 2014 „Aokigahara“, Galerie pavlov’s dog, Berlin 2013 „A part of it“, VGH Galerie, Hannover 2013 „Do not alight here“, Hellenic Centre for Photography, Athen 2013 „Sascha Weidner – Selected Works“, Circuito Aperto, Centro Culturale Altinate San Gaeta, Padova, Italien 2012 „Die Leiden des jungen W. / The Sorrows of young W.“, Goethe-Institut, Prag 2012 „Die Bilder der Anderen / The Pictures of Others“, Goethe-Institut, Prag 2012 „Just let go“, fo.ku.s, Innsbruck, Österreich 2012 „Unveiled: The Sydney Project“, Australian Centre for Photography, Sydney, Australien 2011 „Stiftungspreis für Fotokunst 2011“, Kunstwerk, Nußdorf 2011 „Revolve“, Galeria Toni Tàpies, Barcelona 2011 „Seit Morgen / Since Tomorrow / Depuis Demain“, C/O Berlin, Berlin 2009 „Was übrig bleibt“, Museum für Photographie, Braunschweig 2009 „To be handled carefully“, Galerie Zur Stockeregg, Zürich 2009 „Am Wasser gebaut“, Zephyr, Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim 2008 „Bis es wehtut“, Kunstverein Wolfenbüttel, Wolfenbüttel 2008 „Enduring Beauty“, Galerie Conrads, Düsseldorf 2007 „Let there be Light“, Europacenter, Berlin 2007 „Enduring Beauty“, Galeria Toni Tàpies, Barcelona 2007 „Bleiben ist nirgends“, FOAM Amsterdam, Amsterdam 2006 „Beauty Remains“, Art Foyer DZ BANK Kunstsammlung, Frankfurt (Main) 2005 „Untold“, Junge Kunst e. V., Wolfsburg

Gruppenausstellungen (Auswahl) 2017 „Traumfrauen – Traummänner“, Mönchehaus Museum Goslar, Goslar 2017 „ABC Photography“, Victoria and Albert Museum, London, Großbritannien 2016 „Unterwegs / Hit the road“, Galerie Conrads, Düsseldorf 2016 „Month of Photography in Minsk 2016“, Minsk, Weißrussland 2015 „Quiet Moments“, Fremantle Arts Center, Fremantle, Australien 2015 „Thinking. Acting. Reflecting.“, SAP, Walldorf 2014 „Urban Spirit"“, Galerie Christophe Guye, Zürich 2014 „Hängung #12 – Weltenträumen“, Sammlung Klein, Nußdorf 2014 „Portraying Visions“, Wittenstein AG, Igersheim 2014 „WILD – Animals in Contemporary Photography / Tiere in der zeitgenössischen Fotografie“, Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin 2014 „The Youth Code“, Galerie Christophe Guye, Zürich 2014 „Mit den Augen Düsseldorfer Galeristen – Zeitgenössische Fotografie“, E.ON Galerie, Düsseldorf 2013 „Murakami & Weidner“, A.P.P. Gallery, Kyoto, Japan 2013 „Welt, Reisen, Selbst, Suche“, Deutsche Fotografische Akademie, Galerie Altes Rathaus Musberg, Musberg 2013 „Heute kein Plenum – 20 Jahre Klasse Eißfeldt“, 267 Quartiere für zeitgenössische Kunst und Fotografie, Braunschweig 2012 „Hijacked 2 – Australian and German Photography“, Zephyr, Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim 2012 „Fame“, Art Foyer DZ BANK Kunstsammlung, Frankfurt (Main) 2012 „Dark Sights“, Art Foyer DZ BANK Kunstsammlung, Frankfurt (Main) 2011 „Traummänner – Starfotografen zeigen ihre Vision vom Ideal“, Deichtorhallen, Hamburg 2011 „Internationaler WeldeKunstpreis 2011 Fotografie“, Kunstverein Leimen, Leimen 2011 „Salon Salder 2011 – Neue Kunst aus Niedersachsen“, Schloss Salder, Salzgitter 2010 „Photography Group Show“, Galerie van der Mieden, Antwerpen 2010 „Hijacked 2 – Australian and German Photography“, Monash Gallery of Art, Melbourne, Australien 2009 „Leichtigkeit und Enthusiasmus – Junge Kunst und die Moderne“, Kunstmuseum Wolfsburg, Wolfsburg 2009 „Pioneering Colour Photography meets Contemporary“, Galerie Zur Stockeregg, Zürich 2009 „Los Angeles – Berlin“, Arthaus, Venice, Vereinigte Staaten 2008 „Land / Scaped“, Filiale Berlin, Berlin 2007 „Sublime“, Römer 9, Frankfurt (Main) 2007 „Concept: Photography – Dialogues & Attitudes“, Ludwig Museum – Museum of Contemporary Art, Budapest 2006 „Eißfeldts Meister“, APEX Kunstverein pro art, Göttingen

Auszeichnungen & Stipendien 2014 Künstlerresidenz des Goethe-Instituts, Three Shadows Photography Art Centre, Beijing, China 2014 Entrepreneur 4.0 Award für Fotografie 2013 Otto-Steinert-Preis (Finalist) 2013 Künstlerresidenz, Goethe-Institut Villa Kamogawa, Kyoto, Japan 2012 Künstlerresidenz, COFA, Sydney, Australien 2011 Stiftungspreis für Fotografie 2011, Alison & Peter W. Klein-Stiftung, Kunstwerk, Nußdorf 2011 Internationaler Weldekunstpreis für Fotografie (Shortlist) 2010 Kunstpreis Berlin, Förderungspreis Film- und Medienkunst, Akademie der Künste (Berlin), Berlin 2009 Prix BMW Paris Photo (Shortlist) 2007 Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop 2006 DAAD-Stipendium (Bildende Künste), Los Angeles, Vereinigte Staaten 2005 Förderpreis Fotografie, NBank, Hannover 2004 Otto-Steinert-Preis 2004 (Ehrennennung) 2004 DAAD-Stipendium (Bildende Künste), Los Angeles, Vereinigte Staaten 2003 Künstlerresidenz Villa Vigoni, Loveno di Menaggio, Italien 2003 Phaenographie Award 2001 International Polaroid Award (Erster Platz) 2000 Elite 2000, Nord-LB

Literatur (Auswahl) The Far Flowered Shore. Koenig Books, London 2017, ISBN 978-3-96098-198-5. Intermission II. Hatje Cantz, Berlin 2016, ISBN 978-3-7757-4191-0.