Die Kyūshū K11W Shiragiku (jap. , ) war ein Schulflugzeug der kaiserlich-japanischen Marineluftstreitkräfte in den Jahren von 1943 bis 1945 (Pazifikkrieg).

Entwurf und Entwicklung 1940 wurde bei Watanabe Tekkosho (später umstrukturiert zu Kyūshū Hikōki, daher die Typbezeichnung) mit der Entwicklung eines Prototyps der K11W1, auch als „Schulflugzeug für die Arbeit an Bord“ (機上作業練習機, kijō sagyō renshū-ki) bezeichnet, begonnen. Dies geschah auf Grund einer Forderung der japanischen Marine, einen modernen Ersatz für die Mitsubishi K3M zu finden. Die Maschine wurde als kompakter und simpler Mitteldecker in Metallbauweise entworfen und sollte Ausbildungsflugzeug für Piloten, Schützen, Funker, Navigatoren und Bombenschützen in einem sein. Während Pilot und Schütze/Funker (diese Positionen wurden von einer Person eingenommen) in dem verglasten Cockpit Platz fanden, war der untere Teil des Rumpfes für Navigator, Bombenschütze und Ausbilder vorgesehen. Die Sicht aus dem unteren Rumpfbereich wurde durch mehrere Fenster ermöglicht.www.militaryfactory.com, aufgerufen am 3. Juni 2015 Die erste Produktionsreihe der K11W war mit einem starren, also nicht einziehbaren Fahrwerk ausgestattet., aufgerufen am 3. Juni 2015www.daveswarbirds.com, aufgerufen am 3. Juni 2015 Der Erstflug des ersten Prototyps fand im November 1942 statt. Aufgrund der raschen Weiterentwicklung wurde der Produktionsauftrag 1942 erteilt und die ersten Maschinen im Sommer 1943 in Dienst gestellt.Rickard, J (1 September 2011), Kyushu K11W Shiragiku (White Chrsanthemum), www.historyofwar.org, aufgerufen am 3. Juni 2015

Einsatz und Versionsgeschichte Die K11W wurde zu Beginn, wie vorgesehen, als reine Ausbildungsmaschine verwendet. Später entwickelte man die Version K11W2, eine auf U-Boot-Jagd und Transport ausgerichtete Holzbauvariante der K11W1, die außerdem über ein einklappbares Fahrwerk verfügte. Des Weiteren begann die Entwicklung des Flugzeuges Q3W1, namentlich bereits als U-Boot-Jäger ausgewiesen (Buchstabe Q), welches stark auf der K11W2 basierte. Die Arbeit wurde allerdings auf Grund unbefriedigender Testflugergebnisse und schließlich des Kriegsendes eingestellt.Rickard, J (1 September 2011), Kyushu Q3W1 Nankai (South Sea), www.historyofwar.org, aufgerufen am 3. Juni 2015 In der Endphase des Pazifikkrieges wurde die K11W auch zu Kamikazeeinsätzen (Shimpū Tokkōtai) herangezogen. Die entsprechenden Maschinen des Types K11W wurden hierfür mit jeweils einer 250-kg-Bombe bestückt. Folgende Versionen der K11W existierten:

K11W1: Ursprungsversion, Verwendung als Schulflugzeug, 798 Exemplare gefertigt K11W2: Holzbau-Version, Verwendung als Transporter und zur U-Boot-Bekämpfung, nur in geringer Stückzahl hergestellt Q3W1: auf K11W2 basierender U-Boot-Jäger, Produktion eines einzelnen Prototypen

Technische Daten Kenngröße Daten Kyūshū K11Wwww.pilotfriend.com, aufgerufen am 3. Juni 2015 Besatzung 2 Länge 10,24 m Spannweite 14,98 m Höhe 3,93 m Flügelfläche 30,50 m² Flügelstreckung 7,4 Startmasse 2640 kg Höchstgeschwindigkeit 230 km/h in 1700 m Höhe Dienstgipfelhöhe 5620 m Reichweite 1760 m Triebwerk Hitachi GK2B Amakaze 21, luftgekühlter 9-Zylinder Radialkolbenmotor mit Bewaffnung (Training) 1 × 7,7 mm Typ 92 Maschinengewehr, 2 × 30-kg-Bombe Bewaffnung (Kamikaze) 1 × 250-kg-Bombe

Literatur Peter Alles-Fernandez (Hrsg.): Flugzeuge von A bis Z. Band 3: Koolhoven FK 56–Zmaj. Bernard & Graefe, Koblenz 1989, ISBN 3-7637-5906-9, S. 8. Kenneth Munson: Aircraft of World War II, Shepperton, Surrey, 1962. Enzo Angelucci: Rand McNally Encyclopedia of Military Aircraft 1914 – 1980, New York 1981, ISBN 0-517-41021-4. René J. Francillion: Japanese Aircraft of the Pacific War, London 1970.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Flugzeugtyp des Zweiten Weltkrieges (Japan) Kategorie:Militärisches Schulflugzeug Kategorie:Kaiserlich Japanische Marine Kategorie:Erstflug 1942 Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor