mini|Wenig bebaute Bereiche des Schwarzenbachtals bestehend aus Schrebergärten, Wald sowie dem Spielplatz im östlichen Bereich (2017) Die Schwarzenbachtal ist ein Flensburger Kerbtal, das hauptsächlich zwischen den Stadtteilen Nordstadt und Neustadt sowie am Rande der Westlichen Höhe liegt.Aktuelle, offizielle Karte mit den Stadtteilen und ihre Straßen, abgerufen am: 1. Februar 2017 Es zeichnet sich durch Grünflächen, Waldbereiche, Schrebergartenbereiche sowie Randbebauungbereiche aus., abgerufen am: 29. Januar 2017 Der Bachlauf des Tals ist heute nicht mehr offen erkennbar.Landschaftsplan Flensburg. Teil II. Entwicklungskonzept und Maßnahmen. Entwurf. Seite 3, vom: 15. November 1995; abgerufen am: 29. Januar 2017
Hintergrund
Benennung Das Tal soll volkstümlichSchriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 448 nach dem dortigen BachVgl. Stadtarchiv Flensburg, Flensburg - topographische Karte Bachlaufsysteme ... Schwarzenbach ... (Lauf. Nummer: 03973), abgerufen am: 29. Januar 2017 und der ehemals dort gelegenen „Schwarzenburg“ benannt worden sein. Die „Schwarzenburg“ soll „oberhalb“ im besagten Tal bei der Norderallee () gelegen haben und vom Schiffsbaumeister Nicolay Thielsen (1816; † 1870) errichtet worden sein, der mit dem Bau zum Landmann wurde. Über den Besitzer des Gebäudes ist nicht viel bekannt. Das letzte Schiff, das Nicolay Thielsen baute, war offenbar 1850 eine Brigg namens „Maria“. Am 2. Oktober 1870 wurde Thielsen in einem Gehölz unweit seiner Wohnung mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden. Am 6. Oktober wurde der Schanzenarbeiter Joachim Heinrich Ad. Kohlscheen in Sonderburg verhaftet, entkam aber bei einer anschließenden Ortsbegehung, was zu großer Aufregung in der angrenzenden Neustadt führte. Am 7. Oktober wurde der Flüchtige auf dem Handewitter Feld nahe Schäferhaus erneut verhaftet. Im Schwurgerichtsprozess am 9. Dezember erklärte der Angeklagte sich schuldig. Das Urteil lautete Totschlag. Der Verurteilte kam für lebenslänglich nach Glückstadt und Rendsburg, wurde aber nach sechzehn Jahren, nach einem Gnadengesuch beim Kaiser, entlassen.Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: SchwarzentalLutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 346, S. 8 und 16 Der Grund für die Benennung des Gebäudes als „Schwarzenburg“ ist unklar. Das Farbadjektiv „schwarz“ bezeichnet ursprünglich etwas dunkles, schmutzfarbenes und in späterer Sprachverwendung auch etwas verborgenes, unheimliches. In verschiedenen Flensburger Sagen sind beispielsweise „schwarze“ Benennungen zu finden, das Schwarze Schwein, der schwarze Pudel.Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Schwarzer Weg Der Name der ehemaligen Burg Blackmöle aus der Sage zur Eddeboe könnte zudem als „dunkle“ Wassermühle gedeutet werden.englisch „black“ bedeutet „schwarz“. Das Wort ist germanischen Ursprungs; vgl. Persall: The New Oxford Dictionary of English, 2001, Artikel: black. Im Niederdeutschen bezeichnet das Wort „Black“ noch heute „Tinte“. Das ähnlich klingende Wort „blaag“ hat jedoch die Bedeutung „blau“; vgl. Wolfgang Lindow: Plattdeutsch-hochdeutsches Wörterbuch. 5. Auflage. 1998, Eintrag: Black und blaagAndreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 2009, Artikel: Mühle 1926 wurde im unteren Bereich des Schwarzenbachtals eine Straße angelegt und zugleich bebaut. Am 20. Januar 1928 erhielt diese Straße offiziell den Namen Schwarzental.Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: SchwarzentalLutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 346
Veränderungen im Wandel der Zeit Der Schwarzenbach wurde von der Quelle bis zur Mündung an der Flensburger Förde durchgehend, zu hundert Prozent, verrohrt.Landschaftsplan Flensburg. Teil II. Entwicklungskonzept und Maßnahmen. Entwurf. Seite 3, vom: 15. November 1995; abgerufen am: 29. Januar 2017, abgerufen am: 30. Januar 2017 Im oberen, westlichen Bereich des Schwarzenbachtals, südlich der Schwalbenstraße befindet sich heute entlang des ursprünglichen Bachlaufs eine Wegverbindung für Fußgänger, die unterhalb des bewaldeten Hangs beim Lornsendamm beginnt, die darunterliegende Schrebergartenkolonie erschließt und bis zur Eckener Straße führt. Seit jüngerer Zeit ist eine Fortführung des Weges bis zur ursprünglichen Mündung durch die städtische Sanierungsgesellschaft angedacht., abgerufen am: 30. Januar 2017 Im Laufe der Zeit verschwanden offenbar auch südlich vom Tal gelegene Teile des Gertrudenholzes (vgl. St. Gertrud (Flensburg)), wobei ein kleiner Waldbestand noch heute im Schwarzenbachtal selbst existiert. Die kleine Holzung liegt am Ende der Norderallee, wo sich die Straße zu einem Fußgängerweg verengt, der hinunter ins Tal führt.
Der Rand des Schwarzenbachtales wurde schrittweise bebaut. Die nördlich parallel zum Tal verlaufende Harrisleer Straße wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bebaut.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 330 ff. Die Straße Schwarzental entstand, wie schon erwähnt, erst in den 1920er Jahren. In der NS-Zeit wurde Flensburg militärisch erheblich ausgebaut.Ausgebaut wurde insbesondere der Stützpunkt Flensburg-Mürwik. Die Grenzland-Kaserne im Norden der Stadt wurde errichtet. Der Flugplatz Flensburg-Schäferhaus wurde ausgebaut und die Flensburger Werft auf die Rüstungs- und Kriegsproduktion umgestellt. Unter anderem wurde am Ende des unbebauten Schwarzenbachtales die Panzerkaserne errichtet. Gleichzeitig wohnten im Norden der Stadt noch Sozialdemokraten, die sich durch die Schikanen der Nationalsozialisten nicht beugen ließen und stattdessen begannen, widerständische Verhaltensweisen zu entwickeln. Einige von ihnen wohnten auch in der Harrisleer Straße und der benachbarten Straße Schwarzental.Vgl. Flensburger Tageblatt: Widerstand in Flensburgs Nordstadt: Das Geheimnis des roten Unterrocks, vom: 5. Mai 2015 sowie Flensburger Tageblatt: 150 Jahre Flensburger Tageblatt: Im Zentrum des Widerstands, vom: 23. Juli 2015; jeweils abgerufen am: 30. Januar 2017
Im Januar 1976 wurden über zwanzig Hektar des Tals als Flächen des neu eingerichteten Landschaftsschutzgebietes Schwarzenbachtal ausgewiesen.Flensburger Tageblatt: Landschaftsschutzgebiet: Kampf um grüne Lunge in Flensburg, vom: 27. September 2013; abgerufen am: 31. Januar 2017Das Landschaftsschutzgebiet Schwarzenbachtal blieb trotz Neubebauung im Tal bis heute erhalten. Vgl. Beschlussvorlage. RV-118/2015, vom: 27. Oktober 2015
Bebauungspläne 2015 begannen PlanungenFlensburger Tageblatt: Schwarzental in Flensburg: Startschuss für ein neues Viertel, vom: 11. November 2015; abgerufen am: 31. Januar 2017 für das östlich der Panzerkaserne gelegenes „Wohnquartier Schwarzenbachtal“.IHR Sanierungsträger, Wohnquartier Schwarzenbachtal, abgerufen am: 31. Januar 2017 Die Pläne sehen den Erhalt des Hauptgebäudes der Panzerkaserne vor. Das Wohnquartier soll nach Verwirklichung aus mehrstöckigen, modernen Flachdachhäusern bestehen, die sich bis zur Junkerhohlweg-Kaserne ausbreiten. Im neuen Stadtviertel sollen durch diese Maßnahme über 400 Wohnungen geschaffen werden.Flensburger Tageblatt: Stadtplanung in Flensburg: Neues Wohnquartier in der Neustadt, vom: 22. Juli 2016; abgerufen am: 31. Januar 2017 Westlich der Panzerkaserne soll ein Kindergarten entstehen.Flensburger Tageblatt: Stadtplanung in Flensburg: Neues Wohnquartier in der Neustadt, vom: 22. Juli 2016; abgerufen am: 31. Januar 2017 Der westlich liegende große Kinderspielplatz soll neu gestaltet werden.Flensburger Tageblatt: 500 Kinder spielten beim Fest im Schwarzental, vom: 16. August 2013; abgerufen am: 29. Januar 2017Abenteuerspielplatz, Ballplatz, Erlebnisraum, Schwarzental, vom: 31. Januar 2017 Weitere Spielgeräte für Kinder befinden sich aber auch noch am erwähnten Fußweg, südlich der Schwalbenstraße, im oberen Bereich des Schwarzentals., abgerufen am: 30. Januar 2017 Das Wohnquartier-Projekt sollte ursprünglich bis 2019 realisiert werden,In drei Jahren vom Plan zum Viertel, vom: 10. August 2016; abgerufen am: 2. Februar 2017 der erste Spatenstich erfolgte im September 2022.Flensburger Tageblatt: 480 neue Wohnungen: Bauarbeiten im Schwarzenbachtal haben begonnen, vom: 29. September 2022; abgerufen am: 30. September 2022
zentriert|mini|hochkant=4.0|Panoramabild Unterer Bereich des Schwarzenbachtals vor der Neubebauung im Jahr 2017
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Tal in Europa Kategorie:Waldgebiet in Schleswig-Holstein Kategorie:Tal in Schleswig-Holstein Kategorie:Waldgebiet in Europa Kategorie:Geographie (Flensburg)