mini|hochkant=1.3|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2023 mini|300px|Primarschulhaus Adlikon mini|300px|Die Thur bei Dätwil Adlikon (in einheimischer Mundart: Adlike [] Adlikon. In: ortsnamen.ch. Abgerufen am 16. Mai 2018.Gabrielle Schmid, Andres Kristol: Adlikon ZH (Andelfingen). In: Dictionnaire toponymique des communes suisses / Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen / Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS/LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5, und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 75.) ist ein Dorf in der Gemeinde Andelfingen im Norden des Kantons Zürich. Bis zum 31. Dezember 2022 bildete Adlikon eine eigene politische Gemeinde.
Wappen Blasonierung: In Gold ein halber schwarzer, rotgezungter Löwe
Geographie mini|310px|Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1946
Adlikon liegt im Zürcher Weinland. Die einstige Gemeinde umfasste auch die Weiler Niederwil südlich des Hauptdorfes sowie Dätwil am Südufer der Thur. Adlikon ist etwa 25 km von Zürich entfernt und liegt auf einem kleinen Höhenzug unweit der Autostrasse A4.
Ein Viertel der einstigen Gemeindefläche ist von Wald bedeckt, zwei Drittel dienen der Landwirtschaft, und knapp ein Zehntel ist durch Siedlung und Verkehr genutzt.
Bevölkerung + BevölkerungsentwicklungQuellen: 1467–1634: HLS, 1850–1960: Eidgenössische Volkszählungen, danach: Gemeindeporträts. Adlikon. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 1962–2022. Jahr 1467 1470 1634 1850 1900 1950 2000 2005 2010 2015 2020 2022 Einwohner 46 27 253 915 432 394 587 560 577 662 689 707
Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg vor allem in den 1970er Jahren nahm die Bevölkerung seit 2003 durch Überalterung und Wegzug um etwa 4 % ab, danach aber wieder zu.
Politik Letzter Gemeindepräsident war Peter Läderach (SVP, bis Ende 2022).
Die SVP war bei der Nationalratswahl 2019 mit 56,46 % Wähleranteil die weitaus stärkste Partei in Adlikon. Die übrigen Parteien erreichten folgende Wähleranteile: FDP 9,36 %, Grüne 6,77 %, EVP 6,71 %, glp 6,41 %, SP 6,10 %, BDP 3,91 %, EDU 2,52 %, CVP 1,33 % und andere (8) 0,44 %.
Wirtschaft Der grösste Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft.
Verkehr Mit der Buslinie hat Adlikon eine Busverbindung zwischen Andelfingen und Seuzach. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 wurde das Angebot des Busses überprüft und je nach Wunsch ausgebaut im Rahmen der 4. Teilergänzungen der S-Bahn Zürich. In Andelfingen besteht Anschluss auf die schnelle
nach Zug
oder mit
nach Brugg, respektive Winterthur
Neben dem öffentlichen Verkehr hat Adlikon auch einen Vollanschluss auf die A4. Diese Autobahn sollte ab 2021 um je 1 Spur pro Richtung ausgebaut werden. Die öffentliche Auflage dieses Projektes fand im Februar 2016 statt, es wurden 48 Verbesserungsvorschläge eingereicht. Die Inbetriebnahme war für 2023 geplant. Zahlreiche Einsprachen verzögerten jedoch das Projekt.Markus Brupbacher: Jetzt ist bekannt, wer den A4-Ausbau mit Beschwerden verzögert. In: Der Landbote. 10. März 2023. Die Gemeinde Adligenswil verlangte eine Prüfung von zusätzlichen Lärmschutzmassnahmen und bekam vor dem Bundesverwaltungsgericht recht, womit das Projekt weiter verzögert wird.Bund muss vor A4-Ausbau Lärmschutz erneut prüfen. In: Bluewin. 31. März 2023.
Geschichte Die Besiedlung der Region zur Römerzeit ist durch Gutshöfe bei Niederwil und Dätwil belegt.
Die Ortschaft wurde wahrscheinlich 1040 erstmals erwähnt: in villa Adalinchova hoba; jedoch bereitet die Unterscheidung zu Adlikon bei Regensdorf bei den frühen Belegen Schwierigkeiten. Der Ortsname ist eine Zusammensetzung eines um das Zugehörigkeitssuffix -ing- erweiterten althochdeutschen Personennamens mit dem Grundworte hof und bedeutet etwa ‹bei den Höfen der Sippe des Adalo/Adilo›.
Ab dem Jahre 1817 war Adlikon eine selbstständige Gemeinde; 1872 wurde Humlikon abgetrennt. Eine gewisse wirtschaftliche Entwicklung erfolgte ab 1958. In einer Volksabstimmung wurde im November 2021 entschieden, sich auf den 1. Januar 2023 der benachbarten Gemeinde Andelfingen anzuschliessen. Somit wurden Adlikon, Dätwil und Niederwil zu Ortsteilen von Andelfingen.
Sehenswürdigkeiten
Literatur Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Adlikon (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1938, , S. 148 (Digitalisat).
Emil Stauber: Geschichte der Kirchgemeinde Andelfingen. Verlag Berichthaus, Zürich 1940–1943. Konrad Wanner: Siedlungen, Kontinuität und Wüstungen im nördlichen Kanton Zürich (9.–15. Jh.) (= Zürcher Beiträge zur Geschichtswissenschaft. Band 64). Bern/Frankfurt a. M./Nancy/New York 1984, ISBN 978-3-261-03279-9.
Weblinks
Statistische Daten der Gemeinde Adlikon (bis 2022)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Gemeindeauflösung 2022