Reinhard W. Schlögl (* 25. November 1919 in Braunau, Tschechoslowakei; † 21. September 2007) war ein deutscher Physiker, Physikochemiker und Biophysiker.Jahrbuch der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. 1969, Hrsg. Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., München 1969, S. 135.Werner Kühlbrandt: Nachruf Reinhard Schlögl. Personalien 2007, Beilage zum Jahresbericht der Max-Planck-Gesellschaft, S. 21–23.

Leben und Laufbahn Reinhard Schlögl, ein Sohn von Aenne Schlögl, geborener Treischke, und des promovierten Oberregierungsrats Heinrich Schlögl,Vgl. Schlögl, Friedrich Christian. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1082. wurde im böhmischen Braunau geboren. Er besuchte das Realgymnasium in Gablonz und später in Karlsbad. In Gablonz arbeitete er als Praktikant in einer keramischen Fabrik, dessen Besitzer ihm zum Physikstudium riet. Nach dem „Anschluss“ des Sudetenlandes an das Deutsch Reich wurde er 1938 zur Wehrmacht eingezogen. 1943 geriet er in Nordafrika in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde.

Reinhard Schlögl studierte von 1947 bis 1953 wie sein Bruder Friedrich Christian Physik an der Universität Göttingen. 1950 erhielt er das Diplom mit einer theoretischen Arbeit über die spezifische Wärme von Supraleitern unter Werner Heisenberg. Anschließend schrieb er am Institut für Physikalische Chemie der Max-Planck-Gesellschaft (später Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie) bei Karl Friedrich Bonhoeffer seine Dissertation über das Thema Theoretische und experimentelle Untersuchungen an Ionenaustauschern, mit der er 1953 zum Dr. rer. nat. promoviert wurde. Dort entstand auch ein enger Kontakt mit Manfred Eigen. Ab 1956 war Schlögl Mitglied des Instituts. 1957 habilitierte er sich mit einer Arbeit zum Materialtransport durch Porenmembranen für Physikalische Chemie an der Universität Göttingen.

Im Jahr 1963 nahm er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Elektrochemie an der TH Darmstadt an. 1965 wurde er zum Wissenschaftlichen Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor des Max-Planck-Instituts für Biophysik in Frankfurt am Main berufen und übernahm gleichzeitig den Lehrstuhl für Biophysik an der Universität Frankfurt am Main. 1967 wurde durch die Berufung von Karl Julius Ullrich in das inzwischen etablierte Direktorenkollegium des Instituts ein Team zur Erforschung des Stofftransportes durch Membranen realisiert.

Reinhard Schlögl war evangelisch, ab 1950 verheiratet mit Hella Schlögl, geborener Heinz, lebte im hessischen Glashütten und hatte zwei Kinder (Grita und Wolfgang).

Forschung Reinhard Schlögl lieferte wesentliche Beiträge zur Thermodynamik irreversibler Prozesse, Elektrochemie und Physikalischen Chemie.

Mitgliedschaften und Ehrungen Ab 1981: Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse)

Publikation Stofftransport durch Membranen. Verlag D. Steinkopf, Darmstadt 1964.

Literatur ' Schlögl, Reinhard. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1082.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Biophysiker Kategorie:Physikochemiker Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Darmstadt) Kategorie:Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) Kategorie:Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 2007 Kategorie:Mann Kategorie:Tschechoslowake