mini|Tate Britain, gewöhnlich Veranstaltungsort der Preisverleihung (Foto: 2011) Der Turner Prize () ist ein nach dem Maler William Turner (1775–1851) benannter britischer Kunstpreis, der alljährlich an einen britischen Künstler verliehen wird. Qualifizieren können sich Künstler nicht-britischer Nationalität, die überwiegend im Vereinigten Königreich arbeiten, sowie Künstler mit britischer Staatsangehörigkeit, die weltweit tätig sind. Der Preis ist mit 40.000 Pfund Sterling (25.000 Pfund für den Gewinner und jeweils 5.000 Pfund für die anderen nominierten Künstler, Stand 2019) dotiert.

Preisvergabe und Bedeutung Die Preisvergabe wird von der Londoner Tate Gallery organisiert. Die jährlich wechselnde Jury ist international und mit ausgewiesenen Kunstexperten besetzt, die den Preisträger aus einer Shortlist von gegenwärtig vier nominierten Künstlern bzw. auch Künstlerkollektiven auswählt. Das kunstinteressierte Publikum ist berechtigt, jedes Jahr einen Künstler auf der Website der Tate Gallery vorzuschlagen. Die Jury wählt die Nominierten aus ihren eigenen Nominierungen sowie aus denen des Publikums.

Der Preis gilt mittlerweile als der bedeutendste Kunstpreis in Großbritannien. Die Übergabe findet normalerweise in der Tate Britain statt. Abweichend davon wurden 2019 die Rahmenveranstaltungen im Museum Turner Contemporary und die abendliche Preisverleihung im Freizeitpark Dreamland durchgeführt, beide befinden sich in Margate. Erstmals in der Geschichte des Preises teilten sich alle vier nominierten Künstler den Sieg. Die Jury fand deren gemeinsame Bitte preiswürdig, keinen einzelnen Gewinner zu küren, um ein Zeichen zu setzen für den Zusammenhalt von Menschen, gegen das Spalten und Isolieren in einer Zeit der Krise.

Geschichte Der Turner Prize wurde erstmals 1984 verliehen und von der Gruppe „Patrons of New Art“ unter der Leitung von Alan Bowness begründet. Die Gruppe wollte ein breiteres Interesse an zeitgenössischer Kunst wecken und die Londoner Tate Gallery bei der Beschaffung neuer Werke unterstützen. Der Turner Prize wurde als Äquivalent zum Booker Prize für die bildende Kunst des Vereinigten Königreichs geschaffen. Von 1991 bis 2016 war das Höchstalter der Preisträger auf 50 Jahre begrenzt, um einen Fokus auf die Einführung von Arbeiten aufstrebender Künstler zu richten. Durch die Aufhebung der Altersbeschränkung wird anerkannt, dass Künstler in jedem Alter einen Durchbruch in ihrer Arbeit erleben können.

Als erster Nicht-Brite und zugleich als erster Fotograf erhielt im Jahr 2000 Wolfgang Tillmans den Preis zugesprochen.

Nnena Kalu (* 1966 in Glasgow) war im Jahr 2025 die erste Person mit einer Autismus-Spektrum-Störung mit einer Lernbehinderung, die den Turner Prize erhielt.

Preisträger und Nominierte Jahr Preisträger Weitere Nominierte 1984 Malcolm Morley Richard Deacon Gilbert & George Richard Long 1985 Howard Hodgkin Terry Atkinson Tony Cragg Ian Hamilton Finlay Milena Kalinovska John Walker 1986 Gilbert & George Art & Language Victor Burgin Derek Jarman Stephen McKenna Bill Woodrow 1987 Richard Deacon Patrick Caulfield Helen Chadwick Richard Long Declan McGonagle Thérèse Oulton 1988 Tony Cragg Lucian Freud Richard Hamilton Richard Long Davis Mach Boyd Webb Alison Wilding Richard Wilson 1989 Richard LongKeine Shortlist, empfohlen (commended): Gillian Ayres Lucian Freud Giuseppe Penone Paula Rego Sean Scully Richard Wilson 1990 Preis nicht vergeben 1991 Anish Kapoor Ian Davenport Fiona Rae Rachel Whiteread 1992 Grenville Davey Damien Hirst David Tremlett Alison Wilding 1993 Rachel Whiteread Hannah Collins Vong Phaophanit Sean Scully 1994 Antony Gormley Willie Doherty Peter Doig Shirazeh Houshiary 1995 Damien Hirst Mona Hatoum Callum Innes Mark Wallinger 1996 Douglas Gordon Craigie Horsfield Gary Hume Simon Pattersonn 1997 Gillian Wearing Christine Borland Angela Bulloch Cornelia Parker 1998 Chris Ofili Tacita Dean Cathy de Monchaux Sam Taylor-Wood 1999 Steve McQueen Tracey Emin Steven Pippin Jane und Louise Wilson 2000 Wolfgang Tillmans Glenn Brown Michael Raedecker Tomoko Takahashi 2001 Martin Creed Richard Billingham Isaac Julien Mike Nelson 2002 Keith Tyson Fiona Banner Liam Gillick Catherine Yass 2003 Grayson Perry Jake und Dinos Chapman Willie Doherty Anya Gallaccio 2004 Jeremy Deller Kutluğ Ataman Langlands and Bell Yinka Shonibare 2005 Simon Starling Darren Almond Gillian Carnegie Jim Lambie 2006 Tomma Abts Phil Collins Mark Titchner Rebecca Warren 2007 Mark Wallinger Zarina Bhimji Nathan Coley Mike Nelson 2008 Mark Leckey Runa Islam Goshka Macuga Cathy Wilkes 2009 Richard Wright Enrico David Roger Hiorns Lucy Skaer 2010 Susan Philipsz Dexter Dalwood Angela de la Cruz The Otolith Group 2011 Martin Boyce Karla Black Hilary Lloyd George Shaw 2012 Elizabeth Price Spartacus Chetwynd Luke Fowler Paul Noble 2013 Laure Prouvost Tino Sehgal David Shrigley Lynette Yiadom-Boakye 2014 Duncan Campbell Ciara Phillips James Richards Tris Vonna-Michell 2015 Assemble Bonnie Camplin Janice Kerbel Nicole Wermers 2016 Helen Marten Michael Dean Anthea Hamilton Josephine Pryde 2017 Lubaina Himid Hurvin Anderson Andrea Büttner Rosalind Nashashibi 2018 Charlotte Prodger Forensic Architecture Naeem Mohaiemen Luke Willis Thompson 2019 Lawrence Abu HamdanHelen CammockOscar MurilloTai ShaniAlle nominierten Künstler wurden ausgezeichnet. 2020 entfallen 2021 Array-Kollektiv 2022 Veronica Ryan Heather Phillipson Ingrid Pollard Sin Wai Kin 2023 Jesse Darling Ghislaine Leung Barbara Walker Rory Pilgrim 2024 Jasleen Kaur Pio Abad Claudette Johnson Delaine Le Bas 2025 Nnena Kalu Rene Matić Mohammed Sami Zadie Xa

Weblinks

Website des Turner Prize (englisch)

Einzelnachweise

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