Die Claudi vom Geiserhof ist ein deutsches Stummfilm-Gebirgsdrama von 1917 mit Henny Porten in der Hauptrolle.

Handlung Die Claudi vom Geiserhof, ein einfaches aber gutes Mädchen, leidet sehr unter ihrem herrischen Vater, der ihr oft als ein mürrisch-grimmiger und verschlossener Geselle erscheint. Er hadert noch immer damit, dass er nicht Vater eines Sohnes geworden ist, dem er eines Tages den Bauernhof hätte übertragen können. Zu allem Unglück hat sich die Tochter mit einem Burschen, dem Sohn des Spießenhof-Bauers Hieronymus, eingelassen, der sie erst geschwängert und dann mit dem Kind hat sitzen lassen. So kommt jetzt auch noch die Schande, die soziale Schmach hinzu! Der Alte ist unerbittlich, er wirft sein eigen Fleisch und Blut mitsamt dem unehelichen Würmchen vom Hof, und Claudi muss sehen, wo sie und ihr kleines Kind bleiben. Der alte Knecht Jörgl folgt ihr mit dem Vater des ehrlosen Verführers, um sie von einer Verzweiflungstat zurückzuhalten. Und tatsächlich können die beiden verhindern, dass Claudi ihr Neugeborenes in den Abgrund wirft.

Jahre sind ins Land gegangen, und Claudi hat mit ihrem Sohn beim Vater des Kindesvaters Unterschlupf gefunden. Der Junge ist mittlerweile zu einem stattlichen Mann herangewachsen, während Claudi allmählich in eine geistige Umnachtung dahindämmert. Der Kindsvater Hieronymus ist längst fortgezogen, weil er sich nicht dem väterlichen Wunsch beugen wollte, die von hm geschwängerte Claudi zu heiraten. Der alte Geiserhof-Bauer ist mittlerweile zum misanthropischen Sonderling und Menschenhasser geworden und hat sich von allen abgekapselt. Als eine Lawine den Alten mutmaßlich verschüttet, kehrt in Claudi wieder das Leben zurück, und der alte Spiessenhof-Bauer macht ihr einen Antrag, um aus der ausgestoßenen Claudi endlich eine „ehrbare“ Frau zu machen. Claudis Sohn aber kann seine Mutter mit ihrem Vater, der bei dem Lawinenabgang nicht in seiner Hütte war, wieder miteinander versöhnen. Die charakterlose Hieronymus steht an derjenigen Stelle, an der einst Claudi ihren gemeinsamen Sohn in die Tiefe schleudern wollte, breitet seine Arme aus und springt.

Produktionsnotizen Die Claudi vom Geiserhof entstand im Messter-Filmatelier in Berlins Blücherstraße 32, passierte die Filmzensur im August 1917 und wurde am 28. September 1917 im Berliner Mozartsaal uraufgeführt. Der vieraktige Film, der bald darauf in Österreich-Ungarn unter dem leicht veränderten Titel Claudi Geiser lief, war je nach Zensurfassung 1572 und 1387 Meter lang.

Die Bauten schuf Ludwig Kainer.

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