alternativtext=DJI-Unternehmenszentrale|mini|DJI-Unternehmenszentrale in DJI Sky City Da-Jiang Innovations Science and Technology Co., Ltd, kurz DJI, (, kurz ) ist ein chinesisches Technologie­unternehmen, das im Jahr 2006 von Frank Wang (), Unternehmer und Ingenieur aus Hangzhou, gegründet wurde. Es hat sich auf die Entwicklung und Herstellung unbemannter Luftfahrzeuge, insbesondere Quadrocopter, zur Luftbildfotografie und -videografie im privaten und professionellen Einsatz spezialisiert. Darüber hinaus entwickelt und fertigt DJI Kamerasysteme, Gimbal-Stabilisatoren, Antriebssysteme, Unternehmenssoftware, Agrartechnik für die Luftausbringung sowie Flugsteuerungssysteme. DJI gilt als Weltmarktführer bei Drohnen für den privaten und gewerblichen Gebrauch und hielt im Juni 2024 einen Anteil von über 90 % am weltweiten Markt für Verbraucherdrohnen. Das Unternehmen weist einen Jahresumsatz von mehr als drei Milliarden Euro aus (Stand 2022). Die Kameradrohnen-Technologie des Unternehmens wird in der Musik-, Fernseh- und Filmindustrie vielfach eingesetzt. DJI-Produkte wurden jedoch auch von Militär- und Polizeikräften sowie von terroristischen Gruppierungen verwendet, woraufhin das Unternehmen Maßnahmen ergriff, um den Zugang für letztere zu beschränken.

Entwicklung DJI mit Sitz im südchinesischen Shenzhen wurde im Jahr 2006 von Frank Wang gegründet. Die USA verboten 2017 ihren Streitkräften, Drohnen des Konzerns zu verwenden, da auch DJI mit der chinesischen Regierung zusammen arbeitet (siehe Abschnitt US-Bann). Als Grund wurde die „Verwundbarkeiten gegen Cyber-Angriffe“ der Drohnen genannt. DJI reagierte mit einer neuen Produktfamilie, der sogenannten „DJI Government“. Bei der Serie sollen mit einem „Local Data Mode“ sämtliche Daten innerhalb des geschlossenen Nutzersystems und strikt getrennt vom Internet bleiben. Im Jahr 2020 untersagte das US-Handelsministerium US-amerikanischen Firmen erstmals, den chinesischen Drohnen-Hersteller DJI mit Material zu beliefern. Im Juli 2021 erklärte dann das US-Verteidigungsministerium, dass es durch die Nutzung von DJI-Geräten mögliche Risiken für die nationale Sicherheit sieht. Laut tagesschau.de sieht das US-Verteidigungsministerium offenbar enge Verbindungen zwischen dem Technologieunternehmen und der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Das Unternehmen wurde von der US-Regierung als „Chinese Military Company“ eingestuft und mit Sanktionen belegt; DJI-Drohnen können in den USA jedoch weiterhin erworben und betrieben werden. Im Februar 2026 reichte DJI Klage gegen die US-Regierung ein, um ein Importverbot für seine Drohnen anzufechten. Das Unternehmen argumentierte, die Beschränkungen seien rechtswidrig und schadeten US-amerikanischen Unternehmen und Verbrauchern, die auf seine Technologie angewiesen seien.

DJI-Produkte haben international Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Sicherheit hervorgerufen. Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wurden sie von Kombattanten aller Seiten eingesetzt.

2024 übernahm DJI Anteile des chinesischen 3D-Drucker-Herstellers Elegoo.

Im Jahr 2025 stellte DJI mit dem DJI Romo seinen ersten Saugroboter vor, der Technologie aus der Drohnenentwicklung nutzt. Anfang 2026 gelang es dem spanischen Ingenieur Sammy Azdoufal, rund 7000 Romo-Saugroboter fernzusteuern, als er versuchte, sein eigenes Gerät mit einem PlayStation-Controller zu steuern. DJI bedankte sich anschließend auf X bei Azdoufal für die Meldung der Sicherheitslücke.

Produkte DJI hat sich seit seiner Gründung von einem reinen Hersteller von Fotodrohnen zu einem Technologieunternehmen mit weiteren fotografischen Produkten entwickelt, etwa Gimbals für Filmkameras (Ronin). Am 15. Juni 2022 gab DJI bekannt, dem Vollformat-Kamerasystem der L-Allianz beigetreten zu sein, zu der bis dato Leica, Panasonic, Sigma und Leitz gehörten.

Controller Das Unternehmen entwickelt auf den professionellen und amateurhaften Einsatz abgestimmte Controller zur Steuerung von Fotodrohnen. Diese bestehen bei einem typischen Modell des Jahres 2019 aus Haupt-Controller, PMU, GPS-Controller, IMU sowie LED-Bluetooth-Indikator. Mit der sogenannten Air Unit bietet DJI zudem auch Übertragungsmodule an, die zum Selbstbau von FPV-Drohnen eingesetzt werden können, um diese über die proprietäre Funkverbindung OcuSync mit den eigenen Controllern und FPV-Brillen zu steuern.

Multikopter Phantom alternativtext=Quadrocopter DJI Phantom 4|mini|DJI Phantom 4 Mit der Phantom stieg das Unternehmen in den Markt für Drohnen ein. Die erste Generation kam 2013 auf den Markt und hatte noch kein integriertes Kamerasystem, sondern lediglich eine ungedämpfte Aufhängung für einen Action-Camcorder. Optional konnte ein gedämpftes 2/3-Achsen-Gimbal ergänzt werden. 2013 wurde die Phantom 2 mit einer nahezu verdoppelten Flugzeit, dank eines leistungsstärkeren Akkus, vorgestellt. Auch dieses Modell enthielt in der Grundversion keine Kamera. Diese kam erst mit der Phantom 2 Vision hinzu. Jetzt konnte der Drohnenpilot das von der Drohne zum Controller in der Hand per Videosignal übertragene Live-Bild mitverfolgen. Mit der 2014 veröffentlichten Phantom 2 Vision+ bekam die eingebaute Kamera eine Gimbaltechnik, die eine horizontal ausbalancierte Kameraführung, unabhängig von der Fluglage ermöglichte. Erstmals wurde eine Full-HD-Kamera verwendet.

Die Phantom-Serie gilt als Wegbereiter für den kommerziellen Erfolg von Fotodrohnen. In den Jahren 2015 bis 2017 erschienen unter anderem Phantom 3-Varianten Standard, Advanced, Professional. Mit Letzterer zog die 4K-Auflösung in die Ausstattung ein.

Im März 2016 stellte DJI die Phantom 4 vor. Die Gimbal-Einheit wurde teilweise in das Gehäuse integriert und war aus einer leichteren Magnesiumlegierung gefertigt. Hinzu kamen Detektoren zur Verhinderung von Kollisionen. 5870 mAh-Akkus verlängern die Flugzeit auf ca. 30 Minuten. Das OcuSync-System bewirkte zuverlässigere und schnellere Funkübertragungen zwischen Drohne und Controller.

Flame Wheel

Die Flame-Wheel-Serie umfasst Multicopter-Plattformen, die auf Luftaufnahmen ausgelegt sind, jedoch keine Kamera integriert haben. 2013 veröffentlichte DJI insgesamt drei Flame Wheels: den Hexacopter Flame Wheel F550 sowie die Quadrocopter Flame Wheel F330 und Flame Wheel F450.

Spreading Wings alternativtext=Hecacopter DJI Spreading Wings S800|mini|DJI Spreading Wings S800 in der Luft Für Luftaufnahmen mit schwereren Kameras, Rettungseinsätzen mit vermissten Personen und zur Überwachung hat DJI die „Spreading Wings“-Serie entwickelt. 2013 erschienen zwei Modelle der Hexacopter, die Spreading Wings S800 sowie die Spreading Wings S800 Evo. Die Besonderheit dieser Serie gegenüber anderen Multikoptern dieser Klasse liegt darin, dass die Arme, das GPS-Modul, sowie das Landegestell eingeklappt werden und so die Portabilität des Kopters deutlich erhöht wird. Daher kommt auch der Name (Spreading Wings (englisch) = (sich) ausbreitende Flügel).

Inspire alternativtext=Fotodrohne DJI Inspire 1|mini|DJI Inspire 1 Die 2014 eingeführte Inspire-Serie zielte auf den professionellen Gebrauch, also etwa Fernsehaufnahmen. Die getrennt erhältlichen Kameras ließen sich im Unterschied zu allen anderen DJI-Quadrocoptern rundum, also um 360°, drehen. Außerdem war die für professionelle Filmaufnahmen unabdingbare Trennung von Flug-Controller und Kamera-Monitor vorgesehen. Ein auf den Flug spezialisierter Drohnenpilot steuerte das Gerät, während der Kamera-Operator sich um die Optik kümmerte. Die Inspire 1 kam 2014 auf den Markt und nahm in 4K und in 12 Megapixeln auf. Das Inspire 1 Pro genannte Kameraset Zenmuse X5 und X5R war mit sehr kleinen digitalen Kameragehäusen des Micro-Four-Thirds-Systems ausgestattet, die speziell für Luftaufnahmen entwickelt wurden.

Der Nachfolger kam 2016 auf den Markt. Inspire 2 erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 94 km/h. Die Zenmuse X4s- und X5s-Kameras nahmen Bilder mit bis zu 5,2 K auf und verfügten über eine Auflösung von 20,8 Megapixeln. Auch die Hinderniserkennung nach oben, vorne und unten kam hinzu.

2023 stellte DJI die Inspire 3 vor, wie gewohnt mit Wechselobjektiven in verschiedenen Brennweiten. Die Inspire 3 ist mit ihrer Zenmuse-x8-Kamera in der Lage, Videos in 8K mit bis zu Bildern pro Sekunde aufzunehmen.

DJI Enterprise alternativtext=DJI Phantom 4 Berufsfeuerwehr Köln bei einer Übung|mini|DJI Matrice 350 RTK der Berufsfeuerwehr Köln bei einer Übung Das Angebot von DJI Enterprise richtet sich an professionelle Luftbildfotografie, Inspektion in Bau und Industrie, Kartierung, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie Jagd. Die Matrice 100 als erstes Produkt der Marke besitzt eine Programmierschnittstelle, die es dem Benutzer ermöglicht, den Copter mit diversen Programmiersprachen zu programmieren. Die Flugzeit betrug je nach Akkukonfiguration bis zu 40 Minuten, die Drohne kann mit verschiedenen Nutzlasten ausgestattet werden. Es folgte 2016 der erste Hexacopter, die Matrice 600. Seit 2017 die Matrice 200 auf den Markt kam, werden nur noch Quadrocopter unter der Marke hergestellt. Mit der Matrice 30 wurde 2022 erstmals eine Drohne mit zugehöriger Bodenstation Dock vorgestellt. In Verbindung mit dieser Bodenstation kann die Drohne wettergeschützt lagern und aufladen, um dann autonom oder ferngesteuert von selbiger zu starten und nach dem Einsatz auch zu landen. Mit der Mavic 3 Enterprise-Serie kam eine kompakte Serie an Drohnen mit und ohne Wärmebildkamera auf den Markt. Die Modelle hatten eine Startmasse von jeweils unter einem Kilogramm. Mit der Matrice 3D und der Matrice 3TD folgte Anfang 2024 eine kompakte Drohne, die zusammen mit der Station Dock 2 vermarktet wurde. Das Spitzenmodell, die Matrice 400 ist seit 2025 verfügbar. Sie kann bei einer Startmasse von etwa 10 Kilogramm fast eine Stunde lang in der Luft bleiben. Durch eine PSDK-Schnittstelle können verschiedene Nutzlasten, unter anderem Kameragimbals, Scheinwerfer und Lautsprecher, ausgestattet werden.

DJI Agriculture alternativtext=Agrardrohne DJI Agras T16 im Einsatz über einem Feld|mini|DJI Agras T16 beim Sprüheinsatz auf einem Feld Unter dem Markennamen DJI Agriculture bietet das Unternehmen seit 2015 Drohnen für den Agrarsektor an. Der Octocopter Agras MG-1 war das erste Modell der Sparte und ist zum Spritzen von Pflanzenschutzmitteln ausgerichtet. Laut Herstellerangaben sie er damit um das 40-Fache effizienzter als die Arbeit manuell auszuführen. Programmiert man eine Flugroute über die Felder ein, verrichtet das System die Arbeit vollkommen autonom und kehrt selbständig zum Laden und Nachfüllen der Flüssigkeitstanks zurück. Im Jahr 2018 folgte die sowie die P4 Multispectral zur Überwachung von Vegetation, die Drohne basiert auf der Phantom 4. Ebenfalls 2018 wurde die Agras-MG-Serie mit Einführung der Agras T16 von der Agras-T-Serie abgelöst. Ab 2022 ersetzte die Mavic 3M Multispectral zur Analyse von Pflanzenwachstum sowie Luftvermessung die P4 Multispectral. Seit 2024 ist die Agras T100 mit einem Nennvolumen von maximal 150 Litern bzw. einer Nutzlast von bis zu 100 Kilogramm zum Sprühen, Streuen und Heben das leistungsfähigste Modell der Sparte.

Mavic & Mini alternativtext=Quadrocopter DJI Mavic 3|mini|DJI Mavic 3 mit integrierter Kamera