Saint-Germain-du-Plain [] ist eine französische Gemeinde (Frankreich) in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Ouroux-sur-Saône (bis 2015 im aufgelösten Kanton Saint-Germain-du-Plain) und zum Gemeindeverband Terres de Bresse. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand: ), sie werden San-Germinois, resp. San-Germinoises genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Saint-Germain-du-Plain liegt in der Mitte auf der Westseite des Arrondissements Louhans. Es liegt 3 Kilometer südöstlich des Kantonshauptortes Ouroux-sur-Saône und 20,2 Kilometer westnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud.

Die Gemeinde liegt soweit westlich, dass ihre Westgrenze bereits in der Saône verläuft. Sie ist in West-Ost-Richtung langgezogen (7,4 Kilometer) und weist im Westen ein Anhängsel auf, das für 4,6 Kilometer dem Ufer der Saône folgt. Im Norden grenzt Saint-Germain-du-Plain an Ouroux-sur-Saône und östlich davon an Saint-Christophe-en-Bresse, im Osten an Saint-Étienne-en-Bresse, im Süden an Baudrières und an der Südspitze des Anhängsels für rund 600 Meter an Ormes. Die Westgrenze bildet die Saône, auf der gegenüberliegenden Seite liegen Gigny-sur-Saône und nördlich davon Marnay.

Die Gemeinde liegt teilweise in der Landschaft der Bresse. Die westlichen Gemeindegebiete liegen bereits in der Landschaft Vallée de la Saône.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft». Die Bevölkerung lebt weitgehend im Bourg und den angrenzenden Aussenquartieren. Das Siedlungsgebiet ist zusammenhängend und zieht sich vom Bourg im Norden quer durch die Gemeinde bis zur Südgrenze. Etwa ein Drittel des Gemeindegebietes gilt als Überschwemmungsgebiet und ist unbesiedelt. Es bestehen wenige eigenständige Weiler und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 238 Hektar bewaldete Flächen auf, was 12,2 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 52 % Laubwald und 46 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Nordosten der Gemeinde Bois des Granges, Les Vernes, Bois du Roi und im Südosten Les Grandes Communautés und Le Grand Creuzet. Dazu bestehen im ganzen Gemeindegebiet kleinere Waldflächen und besonders viele Pappelplantagen im Gebiet der Sohle des Saônetals.

In der Gemeinde werden 1229,5 Hektar (entsprechend 63,2 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 1,3 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 44 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 6 % wird Raps, auf 18 % wird Weichweizen und auf rund 23 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer In der Gemeinde befinden sich keine Étangs, lediglich stehende Gewässer in Form von Weihern und Teichen.

Als wichtigstes fließendes Gewässer gilt La SaôneLa Sâone, Länge 473,33 km, Zufluss zur Rhone, Quelle bei in Vioménil auf ca. 405 m, Mündung bei in Lyon auf ca. 162 m, La Saône auf sandre.eaufrance.fr, die die ganze Westgrenze der Gemeinde bildet. Das Saônetal ist verhältnismäßig breit und kann bei Hochwasser große Mengen an Wasser aufnehmen. Die Flächen nahe der Saône sind deshalb weitgehend unbesiedelt und gelten als Polderflächen.

Im Osten der Gemeinde streift La TenarreLa Tenarre, Länge 25,99 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Saint-Martin-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei in Ormes auf ca. 174 m, La Tenarre auf sandre.eaufrance.fr die Gemeinde. Sie fließt von Saint-Étienne-en-Bresse zum östlichsten Punkt der Gemeinde, bildet Grenzfluss und wendet sich dann ins Innere der Gemeinde, betreibt den Moulin Moine mäandriert nach Nordwesten und dann nach Südwesten, wird wieder Grenzfluss zu Baudrières und verlässt die Gemeinde bei Les Cochons nach Süden. Sie schlägt einen Bogen in Baudrières und wird ganz im Süden der Gemeinde, an der Südspitze des Anhängsels, Grenzfluss zu Ormes, um nach etwa 600 Metern in die Saône zu münden.

Nahe beim nördlichsten Punkt der Gemeinde fließt von Osten, von Saint-Christophe-en-Bresse, der Bief du Moulin de Serville, bildet Grenzfluss bis Les Chétifs Champs. Dort mündet der Bief du Moulin de Foichot und gemeinsam setzen sie ihren Weg fort als La NoueLa Noue, Länge 17,33 km, Zufluss zu la Tenarre, Quelle bei in L’Abergement-Sainte-Colombe, Mündung bei in Baudrières, La Noue auf sandre.eaufrance.fr, die ihren Weg der Gemeindegrenze entlang fortsetzt, bis auch der Bief du Creux-Blanc mündet. Die Noue fließt weiter südwärts, streift den Bourg und verlässt die Gemeinde bei Le Clouseau Jean nach Baudrières.

Im Nordwesten der Gemeinde kommt der Bief du Creux BlancBief du Creux Blanc, Länge 7,13 km, Zufluss zu La Noue, Quelle bei in Saint-Christophe-en-Bresse, Mündung bei in Saint-Germain-du-Plain, Bief du Creux Blanc auf sandre.eaufrance.fr von Ouroux-sur-Saône, um nach rund 325 Metern in die Noue zu münden.

Schließlich fließt im westlichen Anhängsel der Gemeinde noch ein Gewässer namens La Goutte von Norden nach Süden. Es entspringt im Norden des Anhängsels, bei Les Peignes und fließt südwärts, bedient Pumpanlagen und mündet ganz im Süden in die Noue. Dieses Gewässer hat vor allem die Aufgabe, das Wasser aus den Überschwemmungsgebieten geordnet abzuleiten. Verkehrswege Von Nordwesten, aus der Gemeinde Ouroux-sur-Saône kommt die Départementsstraße D978 bei Les Maucrots in die Gemeinde. Sie verläuft in östlicher Richtung zum Bourg und zieht weiter, um die Gemeinde beim östlichsten Punkt nach Saint-Étienne-en-Bresse zu verlassen. Die Straße ist auf Gemeindegebiet 5,07 Kilometer lang. Diese Straße folgt teilweise dem Trassee der Römerstraße, die Chalon-sur-Saône mit Lons-le-Saunier verband.

Etwa 350 Meter westlich der D978 erreicht die Départementsstraße D933 von Ouroux-sur-Saône die Gemeinde, durchquert sie in südlicher Richtung und verlässt sie nach 2,2 Kilometern in die Gemeinde Baudrières.

Im Westteil des Bourg zweigt die Départementsstraße D18 aus der D978 nach Süden ab, mündet in die D933 und zweigt aus dieser nach Westen ab, zieht südwestlich und dann südlich zu Le Pont de Thorey, überquert die Saône und bedient Gigny-sur-Saône.

Nahe beim Weiler Chirey gelangt die Départementsstraße D197 von Saint-Christophe-en-Bresse in die Gemeinde, sie zieht südlich zum Bourg und mündet in die D978. Leicht östlich davon zweigt sie wieder nach Süden bis Grand Saint-Germain, wo sie in die D160 mündet.

Die Départementsstraße D160 zweigt aus der D933 nach Osten ab, nimmt die D197 auf und wendet sich nach Süden bis zur Gemeindegrenze zu Baudrières, dort folgt sie kurz der Grenze und verläuft anschließend in ostsüdöstlicher Richtung um den Bourg von Baudrières zu bedienen.

In der Gemeinde verläuft ein Teil des Radwanderweges V51a – Voie Verte. Der Radwanderweg verläuft auf dem ehemaligen Trassee der Eisenbahnstrecke Épervans – Saint-Étienne-en-Bresse. In der Gemeinde verläuft die Strecke von La Chaunée im Nordwesten nach Südsüdosten und wendet sich nördlich des Bourg nach Osten bis zum östlichsten Punkt der Gemeinde. In der Gemeinde ist der Radwanderweg auf der Gesamtstrecke von 5,07 Kilometer mit rauem Straßenbelag versehen. Kurz vor der Gemeinde Saint-Étienne-en-Bresse endet das Bahntrassee und der Radwanderweg setzt sich im Mischverkehr fort. Erschließungen mini|Starkstrommast der Freileitung 63 kV Champ Fournier – NavillyDurch die Gemeinde verläuft eine Hochspannungsleitung mit der Bezeichnung Ligne aérienne 63 kV N° 1 Chalon – Louhans mit einer Spannung von 63 kV. Die Leitung kommt von Saint-Étienne-en-Bresse und verläuft in westlicher Richtung (268°) nach La Perche, wo sie in nordwestlicher Richtung (306°) zur Gemeindegrenze und weiter nach Ouroux-sur-Saône verläuft. Auf Gemeindegebiet ist die Leitung 4,7 Kilometer lang und weist wird von 24 Starkstrommasten (Pylône électrique trois triangles – Dreiecks-Stahlgittermast) getragen, wobei die Leitung insbesondere über das Quartier Les Angles verläuft.

Weiler und Fluren In der Gemeinde befinden sich folgende Weiler und Fluren: La Basse-Cour, Les Beys, Le Boidon, Les Boulets, La Carette, Champ-de-Foire, Le Champ-Richard, Chirey, Les Cochons, Couhin, La Croix-Blanche, La Forêt, Grand-Limon, Grand-Saint-Germain, La Grange-Ponsard, Les Jacots, Les Lordons, Le Magazin, La Marosse, Maucrots, Meillenot, Le Meugnat, Moulin-Moine, Le Nassey, Les Oudots, Le Pavillon, Les Pelletiers, Perrousieau, Petit-Limon, Le Plâtre, Porcheran, Port-de-Thorey, Le Poutot, Thorey, Les Tilles, La Tour, Les Trefforts, La Tuilerie, Les Vernes.

Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil zeigt deutlich den Übergang aus dem Vallée de la Saône in die Bresse. Zu Beginn das Flussbett der Saône mit der Uferbefestigung, anschließend die Ebene der Talsohle. Die Anhöhe ist die Terrassenkante der Bresse-Ebene, gefolgt vom Tal der Noue, die kurz danach durchbricht und ins Saônetal übergeht. Wieder auf der Höhe und damit klar in der Bresse verlaufen die beiden Départementsstraßen D18 und D197 nach Süden. Auf der Höhe der Bresse-Ebene liegen die südlichen Quartiere des Ortes und das östliche Aussenquartier Marosse. Es folgen nochmals zwei Einschnitte, gebildet von La Tenarre, die eine Schleife bildet und deshalb die Profillinie zweimal schneidet. Schließlich verläuft die Départementsstraße D978 durch den Weiler Grand Limon und das Gelände fällt ab zur Tenarre, die die Gemeindegrenze bildet.

Klima Das Klima in Saint-Germain-du-Plain ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1055 mm, dabei ist der November mit 113 mm der niederschlagsreichste, während März als trockenster Monat 73 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2700 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Der Ort wird erstmals 1090 in den Büchern des Klosters Saint-Marcel erwähnt als Sanctus Germanicus. Später erhält der Ort den Zusatz in Brixia, der im 13. Jahrhundert immer ieder auftaucht. Gleichzeitig taucht aber auch der Zusatz Plano auf, der ab dem 14. Jahrhundert erhalten bleibt. Als Folge der Revolution und der damit verbundenen Säkularisierung werden Gemeinden mit Heiligennamen im Allgemeinen umbenannt. Saint-Germain-du-Plain heißt fortan Le Pelletier-du-Plain, was soviel bedeutet wie der Pelzhändler der Ebene. Ob damit Bezug genommen wird auf den Handel, der im Hafen von Thorey blühte, ist nicht bekannt, zumal jener Weiler den Namen Thorey-sur-Saône trug. 1801 wird die Gemeinde wieder zurückbenannt in die heutige Bezeichnung.

Der Weiler Thorey hat ebenfalls eine alte Geschichte, offensichtlich bestand er schon zu gallo-römischer Zeit. Der Name lautete damals Tauriacus, was darauf hindeutet, dass es sich um den Besitz eines Taurius o. ä. handelte.

Geschichte Vom Weiler Velard in Ouroux-sur-Saône zweigte eine Römerstraße ab, führte nach Süden, nach Thorey und weiter bis Ormes (Saône-et-Loire). Eine zweite, wichtigere Römerstraße verband Chalon-sur-Saône mit Louhans und führte durch den Bourg. Heute handelt es sich dabei um die Départementsstraße D978. Südlich dieser Straße bestand 1150 ein Sancto Germano de Plano, das der Propsteifamilie von Saint-Marcel gehörte. Im 12. Jahrhundert wird nördlich des Bourg ein Schloss erbaut, das aber bereits 1380 geschleift wird.